Juwi will 400 Stellen abbauen

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Die Juwi-Gruppe hat ein umfangreiches Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm eingeleitet. Der Vorstand reagiere damit auf die sich abzeichnenden Veränderungen auf den Energiemärkten und den rückläufigen Umsatz, hieß es in einer Erklärung des Projektierers von Photovoltaik- und Windkraftanlagen. Gerade der Zusammenbruch des deutschen Photovoltaik-Markts sei nicht vollständig durch Windkraftprojekte kompensiert worden. Der Umsatz des Unternehmens mit Hauptsitz in Wörrstadt sei 2013 auf rund 710 Millionen Euro um 30 Prozent gegenüber dem Jahr 2012 eingebrochen. Künftig werde sich die Juwi-Gruppe auf die Bereiche Projektentwicklung und Betriebsführung konzentrieren. Damit werde die bereits 2012 eingeleitete Neuausrichtung ausgeweitet, erklärten die Juwi-Gründer Fred Jung und Matthias Willenbacher.

Gemeinsam mit der Unternehmensberatung Roland Berger habe der Juwi-Vorstand ein Maßnahmenpaket erarbeitet. Demnach sollen in Deutschland 250 Stellen gestrichen werden und etwa 150 Arbeitsplätze im Ausland abgebaut werden. Die Auslandsaktivitäten würden überprüft und gegebenenfalls auch zeitnah geschlossen, hieß es weiter. Zudem solle eine zeitnahe Ausgliederung der Geschäftsfelder erfolgen, die nicht zum Kerngeschäft gehörten, darunter die Unterkonstruktionen für Photovoltaik-Anlagen. Zur Stärkung der Eigenkapitalquote werde ein Investor in das Unternehmen einsteigen und die bestehenden Kreditverträge an die neue Geschäftsplanung angepasst, hieß es weiter. Derzeit liefen bereits Verhandlungen mit strategischen Partnern und Finanzinvestoren. „Ein robustes und zukunftssicheres Geschäftsmodell ist im aktuellen Umfeld nur mit drastischen Weichenstellungen zu erreichen. So schmerzhaft die jetzigen Maßnahmen auch sind: Wir haben angesichts der widrigen Umstände keine Alternative“, erklärten Willenbacher und Jung weiter. Die Belegschaft sei auf einer außerordentlichen Mitarbeitervollversammlung am Dienstag über die Maßnahmen informiert worden. Der Stellenabbau solle möglichst sozialverträglich erfolgen. Juwi wolle daher in Kürze eine Transfergesellschaft gründen.

Auch im Vorstand kündigte Juwi Veränderungen an. Der bisherige Finanzchef Martin Winter und der Organisationschef Jochen Magerfleisch seien zum 30. Juni ausgeschieden. Dafür werde es zwei neue Vorstände geben. Stefan Gros werde nun Vorstand mit den Schwerpunkten Restrukturierung und Finanzierung sowie Stephan Hansen solle in Kürze zum COO berufen werden. Die Führung des Unternehmens hofft auch angesichts einen guten Projektpipeline im In- und Ausland eine langfristige Perspektive zu haben. Mehrere Photovoltaik-Großprojekte im Ausland sollen noch bis zum Jahresende oder eben Anfang kommenden Jahres realisiert werden, hieß es weiter. (Sandra Enkhardt)

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