EEG verkommt zum reinen Finanzkarusell

Teilen

Stellen Sie sich vor: Es klingelt an Ihrer Haustür, Sie öffnen. Mehrere Männer stehen vor Ihnen, alle sagen: eine milde Gabe, bitte. Die Männer sehen aber nicht etwa notdürftig mit alten Kleidern oder krank aus. Nein, sie sind mit Oberklassenlimousinen vorgefahren und stehen sehr gepflegt im schicken Anzug vor Ihnen, auf denen die Markenlogos der größten deutschen Unternehmen wie BASF, Bayer, ThyssenKrupp oder auch Handelskonzerne und Verpackungshersteller zu lesen sind.

So ähnlich wird in Berlin mit den EEG-Befreiungen Politik gemacht. Unsere mittelständischen Unternehmen und wir Verbraucher sollen nach Plänen der schwarz-roten Bundesregierung (wie auch schon unter schwarz-gelb) ganz kräftig zahlen für 2500 meist reichste Unternehmen der Nation.

Gerechtfertigt werden soll dies mit dem Argument des „internationalen Wettbewerbs“. Steht aber der zahlende Metallverarbeitungsbetrieb auf der Alb als Zulieferer für weltweit agierende Unternehmen nicht viel mehr im „internationalen Wettbewerb“ als eine Geflügelschlachterei, ein Kühlhaus oder eine Molkerei (die auch zum subventionierten Kreis zählen)?

Das besonders Irrsinnige daran: Es wird nicht etwa hauptsächlich nach Förderwürdigkeit beurteilt, sondern zuerst nach Höhe des Verbrauchs! Wer es also schafft, gigantisch Energie zu verschwenden, erhält Subventionen. Wer Strom spart, muss zahlen!

Da bleibt sich Berlin treu: Auch in der DDR hatte man solange eine „heile Konsumwelt“ zurechtsubventioniert, bis die volkswirtschaftlichen Ressourcen komplett verjubelt waren, während für die Leistung keine Anreize geschaffen wurden. Sollte man „die Elite“ deutscher Unternehmen nicht eher wie starke Sportler auf beste Leistungen trimmen – auch wenn das Training manchmal hart ist? So können Investitionen in Energieeffizienz dauerhaft Wettbewerbsvorteile schaffen. Den Sportler zu tragen, damit er nicht laufen muss, bewirkt jedoch sicher das Gegenteil!

Ursprünglich war das EEG dazu gedacht, Deutschland zu einem Umstieg auf erneuerbare Energien und mehr Energieeffizienz zu verhelfen. Doch was die Bundesregierungen aus schwarz, gelb und rot daraus mach(t)en, verkommt nur noch zum reinen Finanzkarussell, ohne Wertschöpfung, ohne Investitionen und ohne Anreiz für mehr Effizienz und Klimaschutz. Verbraucher und Mittelstand zahlen dafür immer mehr.

Die Blogbeiträge und Kommentare auf www.pv-magazine.de geben nicht zwangsläufig die Meinung und Haltung der Redaktion und der pv magazine group wieder. Unsere Webseite ist eine offene Plattform für den Austausch der Industrie und Politik. Wenn Sie auch in eigenen Beiträgen Kommentare einreichen wollen, schreiben Sie bitte an redaktion@pv-magazine.com.

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Ähnlicher Inhalt

An anderer Stelle auf pv magazine...

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.

Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.

Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.

Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.