Warten auf niedrigere Modulpreise – macht sich die Mindestimportpreissenkung schon bemerkbar?

Die Antwort muss lauten: ja! Viele asiatische Hersteller kommunizieren bereits offen einen Preisnachlass, der allerdings schon vor längerer Zeit schleichend eingeleitet wurde – dazu aber später mehr. Nach einer kleinen Verschnaufpause im März zeichnet sich für April nun eine Preisabsenkung auf breiter Basis ab. Chinesische Hersteller machen es vor, alle anderen müssen zwangsläufig nachziehen. Die im Februar eingeleitete Verteuerung der asiatischen Erzeugnisse war letztlich auch nur von kurzer Dauer und wird im April praktisch wieder aufgehoben.

Diese Anpassung nach unten ist zumindest im europäischen Markt dringend nötig. Es gilt, die trotz sommerlicher Temperaturen und bestem Photovoltaik-Installationswetter verhaltene Stimmung und allgemeine Lähmung des Marktes aufzubrechen. Nach einem sehr ruhigen Februar und nicht minder schläfrigem Märzanfang wachen nun Endkunden und Installateure endlich auf. In den letzten März- und ersten Aprilwochen sind vermutlich mehr Aufträge geschrieben worden, als in den gesamten vorangegangenen Wochen dieses Jahres.

Auch für die chinesischen Photovoltaik-Hersteller wird die Situation immer brenzliger. Über die vergangenen Monate wurden nicht unerhebliche Lagerbestände aufgebaut, aus denen kaum Ware abfloss. Viele Anbieter importierten ihre Module oder brachten sie in ein europäisches Zolllager, auch ohne Käufer dafür zu haben – alles, um die zugestandenen Quoten nicht zu verlieren. Es drohte nämlich eine Absenkung der zugelassenen Mengen, wenn die ausgehandelten Einfuhrvolumina dauerhaft nicht erreicht werden.

Die rückläufige Marktentwicklung in Europa hat Chinas Photovoltaik-Konzerne unter Druck gesetzt und letztlich dazu geführt, in neue Verhandlungen mit der EU-Kommission zu treten. Diese hat sich offenbar von notwendigen Anpassungen überzeugen lassen. Der neue Mindestimportpreis bewegt sich nach unbestätigten Angaben zwischen 0,53 und 0,54 Euro pro Watt – ein Preisniveau, welches sich durch mehr oder weniger raffinierte Umgehungsversuche der Hersteller und Importeure ohnehin schon mehr oder weniger breit im Markt etabliert hat, den EU-Richtlinien zum Trotz.

Ihre Umgehungsversuche kommen einige Hersteller jedoch teuer zu stehen. Ganze Schiffsladungen werden momentan von den Zollbehörden einer Sonderuntersuchung unterzogen und fehlen somit im Markt. Teilweise werden nun Kontingente nach Wochen der Zollblockade wieder aus Europa abgezogen. Das wird vermutlich aber keinen Einfluss auf die weitere Preisentwicklung haben.

— Der Autor Martin Schachinger beschäftigt sich seit fast 20 Jahren mit dem Thema Photovoltaik und Regenerativen Energien im Allgemeinen. Er ist innerhalb der Photovoltaik-Branche bestens vernetzt, was nicht zuletzt auf sein kontinuierliches Engagement für die internationale Online-Handelsplattform für Solarkomponentenwww.pvXchange.com zurückzuführen ist, welche er 2004 zusammen mit zwei Partnern ins Leben rief. —