Warum hört die bayerische Staatsregierung nicht auf Josef Göppel?

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Würde die bayerische Staatsregierung einfach auf einen Mann aus eigenen Reihen (Josef Göppel) hören, wüsste sie, warum die EEG-Umlage wirklich mittlerweile auf bereits auf 6,24 Cent/Kilowattstunde gestiegen ist. Aufgrund eines völlig irrsinnigen Umlagemechanismus seit 2009 beschlossen (AusglMechV), der den Spotmarktpreis der Strombörse als Rechenbasis zur Berechnung der EEG-Umlage vorgibt und Erneuerbare verpflichtet, vollständig am Spotmarkt verkauft werden zu müssen. Erneuerbare Energien, die naturgemäß keine Brennstoff- und keine CO2-Kosten haben, müssen vollständig und im Vergleich zum gesamten Strommarkt in überproportionaler Menge an einem System der konventionellen Energiewirtschaft verkauft werden, dass sich ausgerechnet an Brennstoffkosten und CO2-Kosten orientiert. Erneuerbare Energien wurden durch diese Änderung automatisch wertlos und müssen seitdem per Dekret verramscht werden.

Damit wurde ab 2010 ein Refinanzierungsinstrument für die eigentlichen EEG-Ausgaben geschaffen, das von vornherein überhaupt nicht funktionieren KANN!! Die entstehende und durch den Merit-Order-Effekt immer größer werdende Deckungslücke muss in Form der EEG-Umlage ausgeglichen werden. Seit Umsetzung dieses Irrsinns rast die EEG-Umlage in den Himmel, obwohl die eigentlichen EEG-Kosten (Auszahlungen an die Anlagenbetreiber) bereits stagniert sind.

Aus gutem Grund hat Josef Göppel (CSU)bei den Koalitionsverhandlungen in der Verhandlungsgruppe „Energie“ auf eine Änderung des Wälzungsmechanismus gedrängt. Seine Forderung wurde ohne Diskussion abgeschmettert und ignoriert.

Josef Göppels Analyse zu den Regierungsvorschlägen dazu ist klar: "Eine neue Strommarktordnung ist nicht vorgesehen. Der gesamte Erneuerbaren-Strom läuft weiterhin über den Spotmarkt der Strombörsen, und das wird die Börsenstrompreise weiter drücken. Das Problem der steigenden EEG-Umlage aufgrund der sinkenden Preise wird damit nicht behoben. Ohne neue Strommarktordnung wird die Kostenspirale nicht zu brechen sein."

Vollkommen richtig. Ohne Änderung des Wälzungsmechanismus wird die EEG-Umlage weiterhin explodieren – auch bei Durchführung der drastischen Maßnahmen, die von der bayrischen Staatsregierung gefordert werden.

Unmissverständlich auch diese Aussage von dem CSU-Mann Göppel: "Meine Befürchtung ist, dass dann manche sagen: Jetzt müssen die Atomkraftwerke weiterlaufen. Und das war wahrscheinlich auch das geheime Ziele mancher Verhandlungspartner."

Wenn man diebereits wieder anschwellenden Diskussion in Bayern um das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld betrachtet, das 2015 gemäß Ausstiegsplan als nächstes abgeschaltet werden soll, erscheint Göppels Analyse und zugleich auchSorge um die Energiegenossenschaften ihre Berechtigung zu haben.

– Tina Ternus ist Mitgründerin desphotovoltaikbüros, das Endkunden unabhängige Beratung bietet, Bürgerkraftwerke projektiert sowie Gutachten und Fehleranalysen bei Mindererträgen erstellt. –

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