Qualität sichtbar machen

Liebe Leserin, lieber Leser!

Sie halten die bisher umfangreichste Ausgabe der photovoltaik in der Hand. Dass sie so dick ist, liegt auch daran, dass die Intersolar naht und dass das Wachstum der Branche ungebrochen ist. Die Messe selber bricht dieses Jahr wieder einmal ihren Vorjahresrekord. Die Zahl der Aussteller steigt um mehr als ein Viertel, ebenso die Fläche, die sie belegen. Damit Sie sich bereits vorher orientieren können oder – falls Sie nicht nach München fahren – trotzdem das Wichtigste erfahren, stellen wir Ihnen im aktuellen Heft bereits Produkte von 100 Ausstellern vor (Seite 162). Dieses Jahr möchten wir Sie außerdem einladen, sich an unseren Messeaktionen zu beteiligen. photovoltaik-Leser bloggen als Messereporter auf unserer Internetseite, und alle können sich über Twitter vernetzen, um sich über Highlights und Flops auf der Intersolar auszutauschen. Wie das geht, finden Sie auf Seite 164.

Bei den vielen Produkten auf der Messe fällt die Wahl oft schwer. Vor allem wenn sie sich wie im Falle der Module sehr ähneln. Denn die entscheidende Frage ist schwer zu beantworten. Das ist die Frage nach der Qualität, die man nicht sieht, wie zum Beispiel die Frage, wie lange Module wirklich halten. Umso mehr hat es uns gefreut, dass uns ein Hersteller Daten zu seinen Versuchen an Rückseitenfolien zur Verfügung gestellt hat. Das Ergebnis ist alarmierend: Von 53 getesteten Folien fallen bis auf drei alle durch (Seite 112). Das Ergebnis gibt eine Idee davon, wie viel Sorgfalt Modulhersteller walten lassen müssen, um ein qualitativ hochwertiges Produkt herzustellen, und wie viel Vertrauen Kunden haben müssen, dass ihr Lieferant sorgfältig genug vor geht. Das sind übrigens die Punkte, die auch die meisten Modultests nicht beantworten (Seite 118).

In dieser Ausgabe finden Sie wieder viele konkrete Beispiele, die den Begriff Qualität mit konkreten Inhalten füllen. Eines ist die Auslegung von Wechselrichtern. Wer es schlecht macht, verschenkt einige Prozent des Ertrags, den eine Anlage erwirtschaften kann. Deshalb sollte man sich nicht auf Faustregeln verlassen, sondern sorgfältig rechnen (Seite 126). Ein anderes Beispiel ist die Sicherheit, die ein Betrieb seinen Mitarbeitern auf den Dächern bietet. Es ist ein Skandal, dass es immer wieder zu Unfällen kommt, die vermeidbar sind, wenn man etwas Geld in die Hand nimmt oder etwas mehr Zeit einplant (Seite 134). Auch was die Anlagenplanung angeht, ist Sorgfalt gefragt. Das gilt gerade auf schwierigem Terrain, auf Müllkippen, auf Militärflughäfen und auf anderen Konversionsflächen (Seite 44).

Die Diskussion um die Einspeisevergütung ist gelaufen. Sie wird jetzt vermutlich in ähnlicher Höhe reduziert werden, wie es Umweltminister Norbert Röttgen schon im Januar vorgeschlagen hatte. Dass es nichts genutzt hat, auf den Preis der Qualität hinzuweisen, liegt auch an der fehlenden Auskunftsbereitschaft der Firmen. Qualität behaupten kann jeder. Es kommt darauf an, sie zu beweisen. Die Intersolar wäre dafür ein gutes Forum.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Michael Fuhs(Chefredakteur)