Ruhe nach dem Sturm

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Obwohl die Pläne einiger europäischer Staaten, in den kommenden Monaten die Solarförderung zu reduzieren, weiterhin als Damoklesschwert über der Branche hängen, ist zumindest an den Börsen eine weitere Verschlechterung der Laune ausgeblieben. Mit 59,06 Punkten lag der Index am Stichtag 10. März etwa auf dem Niveau des Vormonats. Lediglich bei zehn der 30 im Index vertretenen Unternehmen sank der Kurs weiter.

Den mit -13,84 Prozent größten Kursverlust verzeichnete der norwegische Waferproduzent Renewable Energy Corporation ASA (REC). Grund waren vor allem schlechte Zahlen für das Geschäftsjahr 2009 und ein entsprechend gedämpfter Ausblick auf 2010 – Abwertungen diverser Analysten beschleunigten die Talfahrt dann noch zusätzlich. Auch nachdem die Q-Cells SE ihre Zahlen für 2009 – und einen Jahresverlust in Höhe von 1,35 Milliarden Euro – präsentiert hatte, hagelte es Verkaufsempfehlungen und Kurszielsenkungen von allen Seiten; der Kurs gab um 13,2 Prozent nach. Selbst Anlagenbauer Centrotherm (-12,83 Prozent) fiel in der Gunst der Börsianer, nachdem die Zahlen für 2009 nicht den Erwartungen entsprachen. Daran änderte selbst der aktuelle Auftrag für den Bau einer Siliziumfabrik im arabischen Emirat Katar nichts.

Gedreht hat sich dafür die Sicht der Börsianer auf Waferproduzent PV Crystalox (+12,23 Prozent), der im letzten Monat zu den größten Verlierern gehörte: Das Analystenhaus Jefferies verkündete, der freie Fall der Waferpreise sei beendet, und sprach eine Kaufempfehlung für Papiere des britischen Unternehmens aus. Auch bei der spanischen Solaria Energia (+12,53 Prozent) sorgten positive Schlagzeilen für den Kursanstieg: ein Liefervertrag über 63,8 Megawatt Module an die italienische Manesa SRL.

Gewinner der vergangenen Börsenwochen war übrigens Renesola (+20,27 Prozent). Die Aktie profitierte von der Überzeugung etlicher Analysten, die in den chinesischen Solarmodul-Produzenten die Gewinner der weltweit höheren Nachfrage im Jahr 2010 sehen. Außerdem war es Renesola gelungen, mit den Zahlen für das vierte Quartal 2009 und dem Ausblick auf das erste Quartal 2010 die Erwartungen der meisten Analysten deutlich zu übertreffen.