Schatten über der Solarbranche

Die Finanzkrise geht nicht spurlos an den deutschen Solarunternehmen vorbei. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2008 konnten die meisten Firmen noch gute Zahlen vorlegen. Doch mit der Prognose für dieses Geschäftsjahr tun sich viele Photovoltaik-Unternehmen schwer. So gut wie alle gehen von einer deutlich geringeren Wachstumsdynamik für 2009 aus äußern sich daher eher verhalten.

Solon-Mitarbeitern droht Kurzarbeit

Das Berliner Solarmodulhersteller Solon SE wollte bei der Vorlage der vorläufigen Zahlen für 2008 am Dienstag keine Prognose für dieses Jahr abgeben. Die schwierige konjunkturelle Lage und eine noch nicht verlässlich abschätzbare Entwicklung wichtiger Märkte wie Spanien und USA ließen dies nicht zu, teilte Solon mit. Erst im Jahresverlauf wolle der Vorstand daher eine Prognose für das Geschäftsjahr abgeben. Das Berliner Unternehmen prüft Medienberichten zufolge derzeit verschiedene Optionen, um in der Krise gegenzusteuern. Eine Sprecherin von Solon wollte auch Kurzarbeit für die knapp 900 Mitarbeitern an den fünf Produktionsstandorten in Deutschland, Österreich, Italien und den USA nicht ausschließen.

Ersol rechnet 2010 mit Erholung des Marktes

Ähnlich wie Solon äußerten sich auch die Konkurrenten Q-Cells SE und Ersol Solar Energy AG nur verhalten optimistisch für dieses Geschäftsjahr. Der Solarkonzern Q-Cells senkte am Dienstag bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr die Prognose für 2009. Für das laufende Jahr rechnet die Q-Cells unverändert mit einem Produktionsvolumen im Konzern zwischen 800 Megawatt und einem Gigawatt. Insgesamt werde nun ein Umsatz zwischen 1,7 und 2,1 Milliarden Euro angestrebt. Auch Ersol rechne mit einer "vorübergehenden Abschwächung der Wachstumsdynamik“ sowohl auf der Angebots- als auch der Nachfrageseite. Spätestens 2010 geht das Erfurter Photovoltaikunternehmen nach eigenen Angaben von einer Erholung des Marktes und einem stärkeren Wachstum.(SE)