Photovoltaik-Zubauzahlen 2015 nach gemeldeten und tatsächlich in Betrieb genommenen Anlagen


Grafik: pv magazine

Photovoltaik-Zubau 2015 in Deutschland unter 1500 Megawatt

01. Februar 2016 | Politik und Gesellschaft, Märkte und Trends, Hintergrund, Topnews

Im vergangenen Jahr war die Photovoltaik-Nachfrage hierzulande nochmals rückläufig. Für Dezember veröffentlichte die Bundesnetzagentur nun knapp 145 Megawatt an neu gemeldeter Leistung. Bereits vier Freiflächenanlagen aus den Ausschreibungsrunden sind nach pv magazine-Informationen bis dato realisiert worden.

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Im Dezember sind bei der Bundesnetzagentur 3372 neue kleine und mittelgroße Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 117,21 Megawatt gemeldet worden. Zusammen mit den Freiflächenprojekten, die im Anlagenregister verzeichnet sind und auf 27,411 Megawatt kommen, liegt der Zubauwert im Dezember für die Bonner Behörde bei 144,621 Megawatt. Damit gab es im vergangenen Jahr nach den offiziellen Datenmeldungen der Bundesnetzagentur neu Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1475,8 Megawatt.

Ein für die Branche positives Zeichen ist, dass damit im Dezember mehr als doppelt so viele Anlagen gemeldet wurden wie im November. Von den 114,621 Megawatt wurden sogar 108 Megawatt wirklich im Dezember installiert, nach 34, 52 und 65 Megawatt in den Monaten November, Oktober und September. Und das, obwohl nach der Logik des EEG es sinnvoll gewesen wäre, die Inbetriebnahme von Dezember in den Januar zu verschieben, weil die Vergütung dadurch ein Jahr länger fließen würde.

Von den 1475,8 Megawatt in 2015 gemeldeten Anlagen sind auch nicht alle wirklich 2015 installiert und in Betrieb genommen worden. Nach Berechnungen von pv magazine lag die Menge der neu installierten Photovoltaik-Leistung demnach nur bei knapp 1370 Megawatt (Erklärung zum Datenwirrwar). Auch die Bundesnetzagentur korrigiert mittlerweile ihre Zahlen nachträglich, wie aus der Liste zur Berechnung der Degression für die Photovoltaik-Einspeisetarife hervorgeht. Demnach lag der Photovoltaik-Zubau im vergangenen Jahr nur bei etwa 1456 Megawatt. Die durchschnittliche Veränderung aufgrund späterer Korrekturmeldungen gibt die Behörde mit 0,43 Prozent an. Im Dezember war zudem festzustellen, dass die Zahl der Nachmeldungen deutlich zurückgegangen ist.

Die Diskrepanz zwischen gemeldeten und in Betrieb genommenen Anlagen zeigt sich besonders für den August. Die tatsächlich in Betrieb genommenen Anlagen übersteigt die Zahl der neu gemeldeten Anlagen mittlerweile deutlich. Dass der Zubau im August insgesamt hoch ist, dürfte vor allem an dem Auslaufen der Förderung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen zu Ende August 2015 liegen, die nun nur noch über Ausschreibungen eine Vergütung erhalten können.



Im Dezember sind besonders viele Anlagen mit einer Leistung zwischen 100 und 500 Kilowatt Leistung gemeldet worden. Hier können Sie die Grafik für den gesamten Zeitraum 2014 und 2015 herunterladen. Grafik: pv magazine

Bei einer Auswertung der Zahlen nach Segmenten zeigt sich, dass im Dezember vor allem besonders viel Leistung mit Photovoltaik-Anlagen in einem Leistungsbereich zwischen 100 bis 500 Kilowatt installiert worden ist. Ein Grund dafür könnten Vorzieheffekte sein, da ab Januar 2016 für die Anlagen dieser Größenordnung die Direktvermarktung verpflichtend ist.

Mit Blick auf das Gesamtjahr zeigt sich, dass die Photovoltaik-Anlagen mit mehr als einem Megawatt Zubau etwa 42 Prozent des Zubaus ausmachten und damit deutlich mehr als noch in den beiden Jahren davor, als ihr Anteil bei 32 und 35 Prozent lag. Relativ stabil ist dagegen das Segment der kleinen Photovoltaik-Dachanlagen, die auf knapp 18 Prozent kommen. Rückläufig dagegen ist der Zubau von Photovoltaik-Anlagen im Leistungsbereich zwischen 10 und 100 Kilowatt – nach rund 25 Prozent 2013 und 2014, kamen sie im vergangenen Jahr nur auf 16 Prozent.


2015 machten die Anlagen mit mehr als ein Megawatt Leistung über 40 Prozent des gemeldeten Zubaus aus. Grafik: pv magazine

Wie hoch der Zubau neuer Photovoltaik-Anlagen im vergangenen Jahr wirklich war, kann noch durch weitere Nachmeldungen verändert werden. Klar ist aber, dass er unter 1500 Megawatt bleiben dürfte und damit der politische Zielkorridor von 2400 bis 2600 Megawatt noch deutlicher als 2014 (1900 Megawatt) verfehlt wird. Bereits im Dezember 2015 hatte die Bundesnetzagentur aufgrund des niedrigen Zubaus verkündet, dass es bis Ende März keine Senkung der Solarförderung geben wird. Die Photovoltaik-Einspeisetarife verbleiben damit auf dem Niveau vom September 2015 und liegen weiterhin zwischen 8,53 und 12,31 Cent pro Kilowattstunde je nach Anlagengröße. Analog dazu verbleibt auch die Erlösobergrenze für die verpflichtende Direktvermarktung bei 8,91 und 12,70 Cent pro Kilowattstunde.

Vier Freiflächenanlagen aus Ausschreibungen realisiert

Nach Informationen von pv magazine sind bislang aus den drei Ausschreibungsrunden insgesamt vier Förderlizenzen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen von der Bundesnetzagentur erteilt worden. Zwei davon finden sich nun im Anlagenregister. Die zwei weiteren müssten dann bei der nächsten Veröffentlichung der Bundesnetzagentur Ende Februar aufgeführt werden und sind damit im Januar offiziell in Betrieb gegangen. Der von Solarcentury installierte „Solarpark Calvörde“, für den sich Sybac Solar im April 2015 einen Zuschlag sicherte, ist nach der Veröffentlichung der Bundesnetzagentur bereits am 11. Dezember in Betrieb gegangen. Zudem sind im Anlagenregister das Photovoltaik-Kraftwerk Wertachtal-Augsburg mit 10 Megawatt und der „Solarpark Mahlwinkel“ mit 9,9 Megawatt Leistung verzeichnet. Das erste Projekt war ebenfalls im April bezuschlagt worden. Aus welcher Ausschreibungsrunde das letztere Projekt entstammt, blieb zunächst unklar, da kein passender Zuschlag zu dieser Anlage bei der Bundesnetzagentur zu finden ist. Eine weitere Freiflächenanlage aus der Ausschreibungsrunde im August ist nach pv magazine-Informationen Anfang Januar ans Netz gegangen. Dabei handelt es sich um den „Solarpark Rastow“ mit 6 Megawatt Leistung, für den Greenvest Solar einen Zuschlag erhielt (dazu mehr auf pv magazine). (Michael Fuhs/Sandra Enkhardt)

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