Photovoltaik-Dachanlage im Gewerbe

Die Belastung des Eigenverbrauchs durch die EEG-Umlage sieht die Bundesregierung durch die Erhöhung der Einspeisevergütung ausgeglichen.
Foto: Naturstrom AG

Bundesregierung verteidigt geplante Belastung beim Eigenverbrauch

06. Mai 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews

Mit der Neuregelung sollen bestehende strukturelle Fehlanreize korrigiert werden. Die Bundesregierung hält zudem einen rentablen Betrieb von Photovoltaik-Anlagen weiterhin für möglich, da sie im Gegenzug die Einspeisetarife um 0,3 Cent je Kilowattstunde anheben will.

Diesen Artikel teilen

Melden Sie sich jetzt kostenlos für unseren täglichen Newsletter an.

Zur Anmeldung

Die Bundesregierung hat in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen die geplante Belastung des Eigenverbrauchs mit der EEG-Umlage bei Photovoltaik- und Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK)-Anlagen verteidigt. Sie räumt ein, dass die Investitionen in diese Anlagen weniger attraktiv damit würden, wenn das Geschäftsmodell für deren Betrieb in hohem Maße auf die Vermeidung des Fremdstrombezugs inklusive der Abgaben und Steuern ausgelegt sei. „Durch die Belastung sollen insbesondere bestehende strukturelle Fehlanreize teilweise korrigiert werden“, schreibt die Bundesregierung. Sie sieht durch die angekündigte Anhebung der Einspeisetarife für Photovoltaik-Anlagen auch einen gewissen Ausgleich. „Im Hinblick auf Photovoltaik-Anlagen sollen die Fördersätze zum Ausgleich um 0,3 Cent/Kilowattstunde angehoben werden, da diese Anlagen mit den bestehenden Fördersätzen in bestimmten Segmenten nur noch rentabel waren, wenn sie Eigenversorgung betrieben“, heißt es weiter. Wie sich die Belastung auf die Wirtschaftlichkeit von KWK-Anlagen auswirkt, vermag die Bundesregierung nicht einzuschätzen.

Als Berechnungsgrundlage für die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik-Anlagen wird auf den EEG-Erfahrungsbericht verwiesen. „Für die Berechnung zum Ausgleich der Belastung des Eigenverbrauchs mit der EEG-Umlage bei Photovoltaik-Anlagen wurde unterstellt, dass ohne Berücksichtigung von steuerlichen Effekten beim Anlagenbetreiber ein Eigenverbrauchsanteil von 10 Prozent bis 15 Prozent in Kombination mit der EEG-Vergütung für die Wirtschaftlichkeit der Anlagen notwendig ist. Um die Rendite unter diesen Bedingungen zu erhalten, wurde die Mehrbelastung durch die EEG-Umlage entsprechend ausgeglichen“, schreibt die Bundesregierung weiter.

In der Antwort wird offensichtlich, dass die Bundesregierung nur wenige Zahlen über die Eigenverbrauchsnutzung von Unternehmen und privaten Haushalten hat. Unter Verweis auf die Mittelfristprognose der Übertragungsnetzbetreiber zur Entwicklung der EEG-Umlage schreibt die Bundesregierung, dass der Eigenverbrauch in der Industrie für 2014 auf 47,12 Terawattstunden geschätzt wird. Davon entfielen wohl 2,79 Terawattstunden auf Eigenverbrauch bei Photovoltaik-Anlagen und 44,33 Terawattstunden auf industriellen Eigenverbrauch. Wie hoch der Anteil von KWK-Anlagen dabei sei, sei aber nicht bekannt. (Sandra Enkhardt)

Direkt kommentieren

Sie haben die Möglichkeit, unsere Artikel jetzt direkt zu kommentieren. Sie müssen sich nicht mehr als Benutzer registrieren, sondern können direkt auf "KOMMENTIEREN" am Ende der Artikel klicken und Ihre Meinung schreiben.

Die Redaktion behält sich jedoch vor, unsachliche Kommentare zu löschen.

Kommentare

Kommentieren
Kommentar schreiben
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz  

Peter Berner aus Wolfratshausen

Donnerstag, 12.06.2014 08:18

erst Steuern auf selbst produzierten und verbrauchten Strom, dann werden Steuern auf eingesparte Energiekosten nach Sanierungsmaßnahme am Haus erhoben und zuguterletzt auf selbst angebautes und verzehrtes [...]

Bernd Leibbrand aus 73650 Winterbach | http://www.ines-s.de

Freitag, 09.05.2014 12:00

Zum "Kampf um Strom" kommt nun auch noch der "Kampf um Steuern" hinzu. Ca. 50% Steuern- und Abgaben-Anteil am Strompreis scheinen immer noch zu gering um die Masse der Bürger auf die Barrikaden zu bringen. Hinzu [...]

Tina Ternus aus Rüsselsheim | http://www.pvbuero.de

Mittwoch, 07.05.2014 17:27

Es geht hier weder um Energiewende, noch um Verbraucherentlastung. Es geht einzig und allein darum, für konventionelle Kraftwerksbetreiber einen Schutzschirm aufzuspannen, jegliche Konkurrenz platt zu [...]

Tomas Biermann aus Lüneburg

Mittwoch, 07.05.2014 14:41

13,14 Cent/ kWh EEG-vergütung erhalten Klein-PV-Anlagen bis 10 kWp seit 01.05.Kleinanlagen bis 40 kWp erhalten 12,47, Anlagen bis 1000 kWp(viel zu großer Bereich + daher sehr benachteiligend für Anlagen [...]

vollständige Kommentare anzeigen
Kommentare 1 - 4 von 4

Peter Berner aus Wolfratshausen

Donnerstag, 12.06.2014 08:18

erst Steuern auf selbst produzierten und verbrauchten Strom, dann werden Steuern auf eingesparte Energiekosten nach Sanierungsmaßnahme am Haus erhoben und zuguterletzt auf selbst angebautes und verzehrtes Obst und Gemüse 7% USt. erhoben.
Ich werde das Gefühl nicht los ausgenommen zu werden. Was macht der Staat eigentlich für mich? Ich denke... und denke......, ich komm nicht drauf.

Bernd Leibbrand aus 73650 Winterbach | http://www.ines-s.de

Freitag, 09.05.2014 12:00

Zum "Kampf um Strom" kommt nun auch noch der "Kampf um Steuern" hinzu. Ca. 50% Steuern- und Abgaben-Anteil am Strompreis scheinen immer noch zu gering um die Masse der Bürger auf die Barrikaden zu bringen.
Hinzu kommen der ca. 25%ige Netzentgeltanteil, der mit Sicherheit auch in Zukunft nicht kleiner werden wird (neue Trassen für die Braunkohle-Verstromer + 1 Feigenblatt-Trasse für Offshore + Netzentgelt-Entlastung der Industrie).
Eigentlich hätte aber allen "Energiewendern" klar sein müssen, dass wir nicht nur die klassischen 4 Oligopolisten als Gegner haben, sondern bei eingesparten Steuern auch den kompletten Steuerverwaltungsapparat mit seinem derzeitigen Geschäftsführer.
Im Übrigen sind nicht nur die großen 4 Energieversorger unsere natürlichen Gegenspieler, sondern eben auch die klassisch organisierten Stadt- oder Regionalwerke, die ohne Bürgerbeteiligung nur die Aufgabe haben den Kommunen finanziell den Rücken frei zu halten. Dies ist aber ein ganz eigenes Thema welches ich hier nicht weiter beschreiben will.
Trotz allem bin ich mir sicher, dass der jetzt von den Politik und den lenkenden Interessenverbänden eingeschlagene Weg scheitern wird.
Warum?
Weil keines der propagierten Umweltschutzziele erreicht werden wird.
Weil der Strompreis weiter steigen werden.
Weil der Anteil der Bevölkerung, die diese Preise nicht mehr bezahlen können weiter steigen wird.
Weil der Staat diese Kosten übernehmen muss, so er den "sozialen Frieden" erhalten möchte.
Weil die nächste globale Finanzkrise mit mathematischer Sicherheit (Zinseszins) kommen wird.
Weil der angestrebte ausgeglichene Haushalt damit ein "Scheubletraum" bleiben wird (die Rechentricks nähern sich einer nicht zu überwindenden Wand).
Weil der Einkauf von Primärenergie uns in steigendem Maße erpressbar machen wird.
Weil der Energiebedarf stetig steigen wird, nicht nur global sondern auch bei uns (allen Statistikfälschern zum trotz)
Weil ein immer größer werdender Anteil der Bevölkerung den durch die Medien übermittelten Falschinformationen kritisch gegenüber steht - Internet sei Dank (in diesem Fall).
Weil Wachstum in unserer Welt endlich ist.
Weil ...................

eine Fortsetzung der Gründe warum der jetzige Weg scheitern wird, kann beliebig verlängert werden.
Leider bin ich mir inzwischen Sicher, dass keine der anstehenden gesellschaftlichen Probleme (Veränderung der Umwelt, Gesundheit, Ernährung, Pflege, Arbeit, Rente, Bürgerrechte, ....) durch die Politik nachhaltig gelöst werden kann.



Tina Ternus aus Rüsselsheim | http://www.pvbuero.de

Mittwoch, 07.05.2014 17:27

Es geht hier weder um Energiewende, noch um Verbraucherentlastung. Es geht einzig und allein darum, für konventionelle Kraftwerksbetreiber einen Schutzschirm aufzuspannen, jegliche Konkurrenz platt zu machen und genügend Zeit zu bieten, dass diese selbst den EE_Markt komplett übernehmen können.
Jeder erinnere sich bitte an die ganzen Energiegipfel nach Fukushima mit den "großen Vier", bei denen die eigentlichen Macher der Energiewende, die mittelständische EE-Branche konsequent ausgeladen war. Wären wir Mäuschen, würden wir jetzt den genauen Wortlaut des Deals kennen. Wir sind zwar keine Mäuschen, aber wir können 1 und 1 zusammenzählen und logisch denken. Beschämend, dass die Presselandschaft landauf, landab nicht nur das logische Denken verlernt hat, sondern Teil dieses Spiels ist mit lauten Marktschreiern, die nach vorne stürmen (FAZ, Spiegel, WiWo, Focus usw.) Ungeachtet jeglicher Faktenlage.

Tomas Biermann aus Lüneburg

Mittwoch, 07.05.2014 14:41

13,14 Cent/ kWh EEG-vergütung erhalten Klein-PV-Anlagen bis 10 kWp seit 01.05.Kleinanlagen bis 40 kWp erhalten 12,47, Anlagen bis 1000 kWp(viel zu großer Bereich + daher sehr benachteiligend für Anlagen von 41-200, die eine höher Zwischenvergütung erhalten müssten) erhalten nur noch 11,12. Analgen von 1-10 MW dann nur noch 9,1 Cent/ kWh. Das Nicht-EEG-Vergüten von Anlagen über 10 MW erbrächte mehr Produktivität mit Lernkurve und würde mit noch niedrigerer Vergütung noch mehr entlastenund auch Feldanlagen von 50 MW ermöglichen, die zudem auch stabilisierende Speicher einsetzen könnten. Aber für Meereswindstrom in Großanlagen gibt es 19 Cent/ kWh bis 2019 ohne Degression, neue AKWs in GB wollen gar über 34 cent/ kWh verdienen. Und die Regierung will uns für dumm verkaufen, wenn sie meint mit 0,3 Cent/ kWh Vergütungssteigerung würden 10-15% Eigenverbrauch ausgleichbar, der für den Eigenverbrauchanteil die Differenz zwischen 29 und 13,14 erbringt bzw. zumindest sollen 50% der völlig überhöhten 6,24 Cent/ kWh Umlage dafür erbracht werden, von denen 2,54 Cent/ kWh für Vergütungen eingesetzt werden, die noch deutlich senkbar wären, würde werterhaltend per Direktwälzung an die Netzbetreiber "verkauft" statt mit Tagesbörsenzwang zu Verramschungspreis völlig abgewertet zu verkaufen. Festgelegt nach Verordnung zum EEG 2012 § 64c -ohne Parlamentsdiskussion vor der Sommerpause 2012 durchgesetzt. Also ganz klar: Die 0,3 Cent/ kWh sind bei dem großen Minus nach über 4-jährigem Dauervergütungssenken und mit weit höherer perverser EEG-Umlage völlig unzureichend! Weiteres auch bei www.sunon.org

Copyright 2014 © pv magazine

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie aktuelle Branchennews!

photovoltaic (pv) news on topics like thin film and feed-in tariffs and events like Intersolar Europe

Internationale Photovoltaik-News auf Englisch

Spanische Photovoltaik-News aus Lateinamerika