thyssenkrupp nucera hat im zweiten Quartal 2025/2026 den Konzern-Auftragseingang mit 316 Mio. Euro nahezu vervierfacht (2. Quartal 2024/2025: 83 Mio. Euro). Großvolumige Neuaufträge in den beiden Unternehmenssegmenten Grüner Wasserstoff (gH2) und Chlor-Alkali (CA) trieben den Auftragsbestand zum 31. März 2026 auf 732 Mio. Euro (30. September 2025: 606 Mio. Euro). In den ersten sechs Monaten des Berichtsjahres 2025/2026 stieg der Wert neuer Kundenaufträge deutlich um 119 Prozent auf 391 Mio. Euro (1. Halbjahr 2024/2025: 178 Mio. Euro).
„Das Neubauprojekt von Moeve und die FEED-Studie in Indien belegen das hohe Marktpotenzial und das Vertrauen in unsere Technologie für Wasserstoff. Im Bereich Chlor-Alkali konnten wir zudem den größten Neuauftrag unserer Unternehmensgeschichte erzielen. Damit haben wir den höchsten Wert neuer Aufträge seit dem Börsengang im Juli 2023 trotz des weiterhin volatilen Gesamtmarktes erzielt“, sagt Dr. Werner Ponikwar, CEO von thyssenkrupp nucera. „thyssenkrupp nucera greift entscheidende Entwicklungen auf dem Elektrolyse-Markt frühzeitig und konsequent auf und entwickelt das Produktportfolio gezielt entlang der Kundenanforderungen weiter. Dadurch erschließen wir zusätzliche, margenstarke Wachstumsfelder.“
Das Elektrolyse-Unternehmen bietet seinen Kunden ein neues 360-Grad-Service-Portfolio für den gesamten Lebenszyklus von gH2– und CA-Anlagen. Der Mehrwert liegt in einem umfassenden und kosten-optimierten Lebenszyklusmanagement, einem hohen Wirkungsgrad der Elektrolyseure bei gleichzeitiger Minimierung des Betriebsrisikos sowie einer maximierten Verfügbarkeit und niedrigeren Betriebskosten. Darüber hinaus wird thyssenkrupp nucera seine Kunden mit einer integrierten und standardisierten 120-MW-Plug-and-Play-Elektrolysesystemlösung als Komplettanlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff unterstützen.
Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres ging der Konzern-Umsatz um 77 Prozent auf 50 Mio. Euro (2. Quartal 2024/2025: 216 Mio. Euro) zurück. Diese Entwicklung wurde maßgeblich von einem Sondereffekt auf den Umsatz im gH2-Bereich durch höhere Kosten im Zusammenhang mit laufenden Projekten und der Vertragsauflösung eines Pilotprojekts ausgelöst. Im ersten Halbjahr erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 197 Mio. Euro (1. Halbjahr 2024/2025: 479 Mio. Euro).
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug im zweiten Quartal –65 Mio. Euro (2. Quartal 2024/2025: –4 Mio. Euro). Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus den beiden aufgeführten Sondereffekten, die sich negativ auf das Ergebnis ausgewirkt haben. Hintergrund sind frühzeitig eingeführte Weiterentwicklungen, die das Unternehmen auf Basis der bislang gewonnenen Erfahrungen im Vorfeld der anstehenden Inbetriebnahmen umsetzen wird. Im ersten Halbjahr fiel das EBIT durch das geringere Umsatzvolumen und die zuvor genannten Sondereffekte auf –69 Mio. Euro (1. Halbjahr 2024/2025: 4 Mio. Euro).
Niedrigere Zinsen ließen das Finanzergebnis im zweiten Quartal auf 2 Mio. Euro (2. Quartal 2024/2025: 4 Mio. Euro) sinken. In den ersten sechs Monaten 2025/2026 lag das Finanzergebnis bei 5 Mio. Euro (1. Halbjahr 2024/2025: 10 Mio. Euro). Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern betrug im zweiten Quartal –64 Mio. Euro (2. Quartal 2024/2025: –3 Mio. Euro) und in den ersten sechs Monaten –66 Mio. Euro (1. Halbjahr 2024/2025: 6 Mio. Euro).
Der Free Cashflow verbesserte sich im zweiten Quartal 2025/2026 stark auf 9 Mio. Euro (2. Quartal 2024/2025: –5 Mio. Euro) und erreichte im ersten Halbjahr 3 Mio. Euro (1. Halbjahr 2024/2025: 25 Mio. Euro).
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung lagen im zweiten Quartal bei 10 Mio. Euro nach 8 Mio. Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. In den ersten sechs Monaten stieg der F&E-Aufwand auf 18 Mio. Euro (1. Halbjahr 2024/2025: 15 Mio. Euro).
Hohes Auftragsplus im Segment Grüner Wasserstoff
thyssenkrupp nucera erzielte im gH2-Segment im zweiten Quartal einen Auftragseingang in Höhe von 176 Mio. Euro (2. Quartal 2024/2025: 4 Mio. Euro). Das spanische Unternehmen Moeve hat thyssenkrupp nucera mit der Lieferung von Elektrolyseuren mit einer Kapazität von insgesamt 300 Megawatt (MW) für das Projekt „Andalusian Green Hydrogen Valley“ beauftragt – die größte Anlage für grünen Wasserstoff in Südeuropa. Außerdem hat der Elektrolyse-Spezialist den Zuschlag für eine Front-End-Engineering- und Design-Studie (FEED) für ein 260-MW-Projekt für grünen Wasserstoff in Indien erhalten. Im ersten Halbjahr betrug der Auftragseingang 181 Mio. Euro nach 10 Mio. Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Rekordauftrag bei Chlor-Alkali im Nahen Osten
Im Segment Chlor-Alkali (CA) verdoppelte sich der Auftragseingang im zweiten Quartal des laufenden Berichtsjahres annähernd auf 140 Mio. Euro (2. Quartal 2024/2025: 79 Mio. Euro). Im Dezember 2025 hatte das Unternehmen den Vertrag für ein Chlor-Alkali-Projekt im Mittleren Osten für einen der weltweit größten PVC-Produktionskomplexe unterzeichnet. Im Servicegeschäft erhöhte thyssenkrupp nucera den Auftragseingang durch Projekte in China, den USA und Mitteleuropa. In den ersten sechs Monaten akquirierte das Unternehmen im CA-Geschäft neue Aufträge im Volumen von 210 Mio. nach 169 Mio. Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
„Vor dem Hintergrund der Herausforderungen im globalen Wasserstoffmarkt verfolgen wir eine konsequente Kostendisziplin und überprüfen fortlaufend unsere strategische Ausrichtung. Der starke Anstieg des Auftragseingangs unterstreicht jedoch das aktuell positive Momentum im Wasserstoffgeschäft und verbessert dessen kurz- und mittelfristige Planbarkeit“, sagt Dr. Stefan Hahn, CFO von thyssenkrupp nucera.
Ausblick
thyssenkrupp nucera bestätigt die am 17. März und 18. März aktualisierte Prognose für das Geschäftsjahr 2025/2026. Auf Konzernebene soll der Auftragseingang zwischen 550 Mio. und 850 Mio. Euro (2024/2025: 348 Mio. Euro) betragen, getragen von großvolumigen Neubauprojekten in beiden Segmenten sowie im Chlor-Alkali-Servicegeschäft. Erwartet wird ein Konzernumsatz zwischen 450 Mio. und 550 Mio. Euro (2024/25: 845 Mio. Euro) sowie ein Konzern-EBIT zwischen –80 Mio. und –30 Mio. Euro (2024/2025: 2 Mio. Euro).
Für das Segment gH2 rechnet thyssenkrupp nucera mit einem Umsatz zwischen 120 Mio. und 170 Mio. Euro (2024/2025: 459 Mio. Euro) und einem EBIT zwischen –125 Mio. und –90 Mio. Euro (2024/2025: –56 Mio. Euro). Im CA-Segment wird mit einem Umsatz zwischen 320 Mio. und 400 Mio. Euro gerechnet (2024/25: 387 Mio. Euro) und einem EBIT zwischen 45 Mio. und 65 Mio. Euro (2024/2025: 58 Mio. Euro).





Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.
Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.
Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.
Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.