Goldbeck Solar bestückt Zentrallager von Gewürzprofi mit 213 kWp-PV-Anlage

Bis Ende November verdreifacht die Hartkorn Gewürzmühle GmbH ihre Lagerkapazität und reduziert parallel ihre Standorte von fünf auf zwei. Eine 213 kWp-PV-Anlage spielt dabei eine wesentliche Rolle, den EnEV55-Standard zu erreichen.

Einen höheren einstelligen Millionenbetrag investieren die Koblenzer, die 120 Mitarbeiter beschäftigen, seit März in das Vorhaben. „Wir werden größere Mengen Gewürze und Verpackungen effizienter einkaufen können und von der Zentralität profitieren“, erwartet Geschäftsführer Andreas Hartkorn. Der promovierte Apotheker schafft damit aber auch die Grundlagen für weiteres Wachstum, das seit Jahren anhält. So spürt die vor vier Jahren erweiterte Produktion auch bereits ihre Grenzen und auf dem 26.000 Quadratmeter großen Grundstück neben dem Neubau wäre Platz für einen zweiten Neubau.

Und weil Hartkorn auf Nachhaltigkeit setzt, wird das aktuelle Gebäude im EnEV-Standard 55 errichtet. Diese Ziffer der Energieeinsparverordnung besagt, dass das Gebäude die Bau-Norm so unterschreitet, dass es 45 Prozent weniger Energie zu seiner Bewirtschaftung benötigt. Das reicht von der Dämmung und einer speziellen Abdichtung der Verladetore über eine LED-Beleuchtung bis zum eigenen Kraftwerk.

Eine 213 KWp-Photovoltaik-Anlage für 212.000 Euro auf einem Teil des Daches erzeugt 200.000 Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr, die im Jahresmittel idealerweise zu 30 Prozent selbst verbraucht werden. Das reduziert den Stromeinkauf um 10.000 Euro pro Jahr. Hinzu kommen 16.500 Euro Einnahmen pro Jahr für die kWh, die 20 Jahre lang für 11,34 Cent ins öffentliche Netz eingespeist werden. Damit kostet jede kWh bei 25 Jahren Laufzeit 0,065 Cent. Dieser Wert verbessert sich noch, wenn Hartkorn mehr Strom selbst verbraucht, etwa an den vier Stromtankstellen, die am Gebäude installiert werden. Wichtig auch: Mit dieser Investition spart der Gewürzhersteller 112 Tonnen CO2 pro Jahr ein.

„Ich war selbst überrascht, dass sich die Mehrkosten binnen fünf Jahren rechnen“, sagt Hartkorn, der den Bauingenieuren für die qualifizierte Beratung dankbar ist. Schon vor vier Jahren hatte der Gewürzprofi auf Grund von Empfehlungen mit Goldbeck bauen wollen, die in Koblenz ein Ingenieurbüro betreiben. Doch kurzfristig konnte er das Gebäude einer insolventen Bäckerei erwerben und dort nach einem aufwändigen Umbau produzieren.

Dieses Mal waren zwei Mitbewerber im Gespräch, von denen einer sogar günstiger war. Aber Hartkorn überzeugten in den Verhandlungen der professionelle Auftritt und die Verbindung zur Goldbeck Solar GmbH in Hirschberg, womit er von der Dachstatik bis zur Funktionalität und Kompatibilität der Technik alles aus einer Hand bekam.

Die 5000 Quadratmeter große und elf Meter hohe Halle, die die Firma Goldbeck schlüsselfertig errichtet, bietet ab Oktober 8000 Palettenstellplätze. Den Platz braucht Hartkorn, weil viele Gewürze erntebedingt nur saisonal eingekauft werden können und Läger in Indien, Indonesien oder auf Madagaskar das Risiko von Qualitätseinbußen in sich bergen. Hinzu kommen Ernteausfälle durch Klimawandel und Bürgerkriege in etlichen Anbauländern, sowie Währungsschwankungen. Bis November sind auch die 800 Quadratmeter Verwaltung in der ersten Etage samt Showroom mit Küche, Aufenthalts- und Fitnessraum für die dortigen Mitarbeiter bezugsfertig.
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