Stuttgart. Der Energiekonzern EnBW Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) hat sich im Geschäftsjahr 2025 als starker und verlässlicher Partner in einem von geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägten Umfeld bewiesen. Auf der heutigen, virtuell aus Stuttgart übertragenen Hauptversammlung betonte Vorstandschef Georg Stamatelopoulos die besondere Rolle der EnBW: „Die EnBW steht in diesem Umfeld stark und solide da. Das Unternehmen ist insgesamt gesund und ertragsstark, auch in diesen äußerst schwierigen Zeiten.“
Stamatelopoulos hob hervor, dass EnBW als einziges großes Energieunternehmen Deutschlands die gesamte Wertschöpfungskette abbildet – von Erzeugung und Handel über den Transport bis hin zum Vertrieb und zur E-Mobilität. „Als integriertes Unternehmen sind wir auf die Energiewende in ihren einzelnen Themen und vor allem auf deren Zusammenspiel wie kein anderer Energieversorger ausgerichtet. Dadurch ergeben sich für die EnBW in jedem ihrer Geschäftsfelder zahlreiche Chancen und Perspektiven“, so Stamatelopoulos.
EnBW fordert ganzheitlichen Ansatz für die Energiewende
Dabei betonte EnBW-Chef Georg Stamatelopoulos, dass die Energiewende nur gelingen kann, wenn Nachhaltigkeit, Sicherheit und Bezahlbarkeit gleichermaßen berücksichtigt werden. Entscheidend sei das Zusammenspiel aller Bereiche, die Herausforderung bestehe darin, die verschiedenen Teile des Energiesystems optimal aufeinander abzustimmen – vom Ausbau der Erneuerbaren über die Netzintegration bis hin zur Steuerung des Verbrauchs.
Stamatelopoulos bekräftigte, dass neue Gesetzesvorhaben systemdienlich gestaltet werden müssen, um die Transformation des Energiesystems erfolgreich voranzutreiben. In der Vergangenheit sei etwa der Ausbau der erneuerbaren Energien vorangetrieben worden, ohne den Netzausbau ausreichend zu berücksichtigen. Ebenso müsse gewährleistet sein, dass während sogenannter Dunkelflauten zuverlässige Stromquellen verfügbar seien. Gaskraftwerke sieht Stamatelopoulos als unverzichtbar, um auch in wind- und sonnenarmen Zeiten Strom liefern zu können. Diese Anlagen sollen künftig mit grünem Wasserstoff betrieben werden und ergänzen Batteriespeicher, die jedoch allein keine Versorgungssicherheit garantieren. „Entscheidend ist hier das Miteinander im Sinne des Gesamtsystems, nicht ein Gegeneinander”, so der EnBW-Chef.
EnBW sieht sich gut aufgestellt, um die Energiewende aktiv mitzugestalten und plant dafür Investitionen von bis zu 50 Milliarden Euro bis 2030. Voraussetzung dafür sind jedoch stabile energiepolitische Rahmenbedingungen.
Erfolgreiches Geschäftsjahr 2025: Rekordinvestitionen und stabile Ergebnisse
Im Geschäftsjahr 2025 hat die EnBW mit einem Adjusted EBITDA von 5,1 Milliarden Euro das erwartete Ergebnisziel erreicht und das Jahr operativ erfolgreich abgeschlossen. Stamatelopoulos verglich in seiner Rede das Ergebnis mit denen früherer Jahre, als EnBW noch bei zwei bis 2,5 Milliarden EBITDA lag: „Wir spielen heute in einer anderen Liga. Darauf können alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stolz sein. Und für unsere Aktionäre ist es eine Bestätigung des Kurses, den die EnBW die letzten Jahre eingeschlagen hat.“
Die Investitionen stiegen auf 7,6 Milliarden Euro – ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 87 Prozent der Investitionen flossen in Wachstumsprojekte. Ein Schwerpunkt war dabei der Ausbau der Strom- und Gasnetze, wie etwa die HGÜ-Leitungen SuedLink und Ultranet, die den Stromtransport zwischen Nord- und Süddeutschland sichern. Weitere Mittel flossen in den Ausbau der erneuerbaren Energien, zum Beispiel den bereits fünften EnBW-Offshore-Windpark „He Dreiht“ sowie in den Bau wasserstofffähiger und flexibel einsetzbarer Gaskraftwerke.
Insgesamt gelang 2025 ein Rekordzubau von 800 Megawatt bei Wind und Solar. Stamatelopoulos: „Damit sind inzwischen rund 66 Prozent unserer installierten Leistung erneuerbar. Das zeigt: Wir sind ‚on track‘ beim Ziel, bis 2035 klimaneutral zu sein. Und wir wollen bis spätestens 2050 auch die Emissionen im gesamten Einflussbereich der EnBW auf Netto-Null senken.“ Bis 2030 soll der Anteil erneuerbarer Energien auf 75 bis 80 Prozent steigen.
Dividendenvorschlag
Aufgrund des guten operativen Ergebnisses im Geschäftsjahr 2025 wurde der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 1,70 Euro je Aktie vorgeschlagen. „Eine Ausschüttung in dieser Höhe stellt einen Rekord für die EnBW dar“, so Stamatelopoulos. Dies entspricht einer Steigerung um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr und unterstreicht den Anspruch, die Aktionäre verlässlich am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Die Ausschüttungsquote liegt mit 39 Prozent leicht unterhalb der langfristigen Bandbreite, um den hohen Investitionsbedarf zu unterstützen.
Das Investitionsprogramm wird durch eine diversifizierte Finanzierung und konsequente Effizienzmaßnahmen abgesichert. Die Kapitalerhöhung in Höhe von 3,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr zeugt vom Vertrauen der Anteilseigner in die Zukunftsstrategie der EnBW. „Sie ist für uns aber auch Motivation und Verpflichtung zugleich, uns intern noch effizienter und performanter aufzustellen“, so Stamatelopoulos. Das konzernweite Effizienzprogramm „Performance im Wachstum“ wurde vor diesem Hintergrund weiter ausgebaut. Mit einem Ziel von 900 Millionen Euro nachhaltiger Ergebnisverbesserung bis 2028 leistet es einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung des Wachstums.
Prognose 2026
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die EnBW ein Adjusted EBITDA auf Konzernebene zwischen 4,6 und 5,1 Milliarden Euro. Das Segment Systemkritische Infrastruktur soll mit 2,5 bis 2,8 Milliarden Euro etwa das Vorjahresniveau erreichen – maßgeblich getragen von höheren Netznutzungserlösen. Für das Segment Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur wird ein Ergebnis zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro prognostiziert, wobei die Erneuerbaren Energien mit bis zu 1,3 Milliarden Euro einen wichtigen Beitrag leisten. Im Segment Intelligente Infrastruktur für Kundinnen und Kunden wird aufgrund des Hochlaufs der Elektromobilität mit einem leicht steigenden Ergebnis zwischen 400 und 500 Millionen Euro gerechnet.
Über die EnBW Energie Baden-Württemberg AG
Mit rund 31.500 Mitarbeiter*innen ist die EnBW eines der größten Energieunternehmen in Deutschland und Europa. Sie versorgt rund 5,5 Millionen Kund*innen mit Energie und ist auf allen Wertschöpfungsstufen von der Erzeugung über den Handel bis hin zum Netzbetrieb und den Vertrieb von Strom, Wärme und Gas aktiv. Im Zuge der Neuausrichtung vom klassischen Energieversorger zum nachhaltigen Infrastrukturunternehmen sind der Ausbau der erneuerbaren Energien sowie der Verteil- und Transportnetze für Strom, Gas und Wasserstoff Eckpfeiler der EnBW-Wachstumsstrategie und Schwerpunkt der Investitionen. Bis 2030 plant die EnBW bis zu 50 Milliarden Euro zu investieren, rund 85 Prozent davon in Deutschland. Bis dahin sollen rund 80 Prozent des EnBW-Erzeugungsportfolios aus erneuerbaren Energien bestehen, der Ausstieg aus der Kohle wird bis Ende 2028 angestrebt, sofern die Rahmenbedingungen es zulassen. Dies sind zentrale Meilensteine auf dem Weg zum Netto-Null-Ziel für die unternehmenseigenen Treibhausgasemissionen im Jahr 2040.





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