Gerade im Osten Deutschlands gibt es noch ein großes Potenzial für die Installation von Photovoltaik-Anlagen. Die größte Sättigung mit 21 Prozent ist in Baden-Württemberg erreicht. Immerhin werden die kleinen Photovoltaik-Anlagen im Schnitt größer, was auch an der neuen Bagatellgrenze für die Belastung des solaren Eigenverbrauchs mit der EEG-Umlage liegt.
Damit würde den Analysten zufolge der deutsche Photovoltaik-Markt im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent wachsen. Darüber hinaus sei mit etwa 400 Megawatt Photovoltaik im Rahmen von förderfreien PPA-Projekten zu rechnen.
Eine Photovoltaik-Anlage für Einfamilienhäuser senkt die strombezogenen CO2-Emissionen des Haushalts um 45 Prozent – mit Speicher sind es bis zu 85 Prozent. Ist eine Wärmepumpe installiert, sinken die Emissionen um 32 Prozent ohne und 71 Prozent mit Speicher.
Den Bonner Analysten zufolge schwankten 2020 die CO2-Emissionen im deutschen Strommix zwischen 87 und 664 Gramm je Kilowattstunde. Der Einfluss der erneuerbaren Energien ist demnach bereits deutlich zu erkennen, könne jedoch mit dem Einsatz von Speichern weiter verbessert werden.
Die Hochrechnungen der Bonner Analysten zeigen, dass in diesem Jahr die Marke von den Photovoltaik-Anlagen bis zehn Kilowatt Leistung erstmals in Summe geknackt wird. Das Umsatzvolumen allein in diesem Marktsegment liegt demnach bei 1,4 Milliarden Euro und damit 73 Prozent höher als noch 2019.
Bereits in zwei Jahren könnte Deutschland Gefahr laufen, seinen Strombedarf nicht mehr ausreichend decken zu können, wie Marktforscher prognostizieren. Damit könnte eine Laufzeitverlängerung für fossile Kraftwerke möglich sein, weil nicht genug Ersatz über Photovoltaik, Windkraft und Speicher geschaffen wird, so die Befürchtung des Bundesverbands Solarwirtschaft.
Knapp 500.000 eigentlich noch funktionstüchtige Photovoltaik-Anlagen könnten in den nächsten Jahren vom Netz gehen, weil es kein wirtschaftliches Weiterbetriebskonzept gibt. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von EUPD Research im Auftrag des Bundesverbands Solarwirtschaft.
Viele Unternehmen bieten ihren Kunden mittlerweile nicht nur reine Hardware, sondern auch eigene Stromtarife an. EUPD Research hat 13 Cloud- und Community-Angebote für die dritte Auflage seiner Studie von Endkunden miteinander vergleichen lassen.
Nach aktuellen Zahlen von EUPD Research wurden im ersten Halbjahr 2020 in Deutschland 63.000 neue Photovoltaik-Kleinanlagen bis zehn Kilowatt und 46.000 Photovoltaik-Heimspeicher installiert. Damit wachsen diese beiden Geschäftsfelder im Jahresvergleich um 56 beziehungsweise 59 Prozent.
Nach Ansicht der Analysten wird die Nachfrage derzeit vor allem durch Photovoltaik-Eigenverbrauchslösungen getrieben. Ein Zubau von knapp fünf Gigawatt scheint daher möglich.