Das Schweizer Start-up will die Batteriespeicher in Norddeutschland installieren, wo das Unternehmen eine sehr positive Netzentwicklung sieht.
Im Moment sammelt die Bundesnetzagentur Stellungnahmen zum sogenannten AgNES-Verfahren ein. Dabei geht es um die Neugestaltung der Netzentgeltsystematik. Batteriespeicher sind von den Netzentgelten aktuell befreit, doch dies könnte sich spätestens 2029 ändern. Voltwise schlägt ein 3-Stufen-Modell vor, wie Deutschlandchef Thorsten Klöpper erklärt. Wichtige Voraussetzung aus seiner Sicht ist eine klare Definition für Netzdienlichkeit von Batteriespeichern.
Verschiedene regulatorische Neuerungen schließen das Fenster für reine Marktspeicher. Die Entwicklung verlagert sich auf Co-Location-Batteriespeicher, die einer zunehmend komplexen Optimierung folgen, wie die Diskussionen auf dem “Battery Business Development Forum” in Frankfurt am Main zeigten.
Beim „Battery Business and Development Forum“ in Frankfurt am Main diskutierte die europäische Batteriebranche zum Ausbau von Netzspeichern. In einer Session zu Deutschland kamen Netzbetreiber und Batterieprojektierer zusammen. Der zügige Ausbau von Speichern gelinge nur im ehrlichen Dialog mit den Netzbetreibern, so einer der Projektierer.
Kyon Energy hat das Verfahren ins Rollen gebracht und zeigt sich nach dem Urteil enttäuscht. Vor allem jedoch sorgt sich der Projektierer von Batteriespeichern wegen des großen Gestaltungsspielraums für die Bundesnetzagentur. Auch beim BVES spricht man von einem Rückschlag für die Speicherbranche. Doch beide teilen auch die Einschätzung der Kanzlei McDermott Will & Emery, wonach das Urteil immerhin Rechtssicherheit bringt.
Insgesamt haben die Batteriespeicher eine Gesamtleistung von 92 Megawatt und eine Kapazität von 186 Megawattstunden. Der österreichische Energieversorger will damit seine Position im deutschen Speichermarkt weiter ausbauen und hat das Ziel bis 2030 rund ein Gigawatt Speicherleistung zu installieren.
Der Batteriespeicher mit 300 Megawatt Leistung soll in Sachsen-Anhalt entstehen. Die vollständige Inbetriebnahme und der Anschluss an das 50 Hertz-Übertragungsnetz ist für 2026 geplant.
Der Übertragungsnetzbetreiber hat in seinem Gebiet bis 2029 insgesamt mehr als 90 Projekten mit 35 Gigawatt einen Netzanschluss für verschiedene Erzeuger und Verbraucher zugesagt, darunter knapp 12 Gigawatt für Speicher. Doch mehr als doppelt soviele sind noch offen und haben kaum Aussichten auf einen Projektstart vor 2029. Grundsätzlich wünscht sich 50 Hertz ein alternatives Verfahren, da das Windhund-Prinzip den Bedürfnissen von Energiewende und Stromversorgung nicht gerecht werde.
Bisher agierte das Hamburger Unternehmen als Stromhändler, Direktvermarkter und Stromlieferant. Nun gründete es die eigenständige Tochtergesellschaft Flexpower Energy, die künftig Batteriespeicher im Leistungsbereich zwischen 2 und 50 Megawatt entwickeln soll. Die Projektpipeline beträgt aktuell 510 Megawatt Leistung und rund 1,2 Gigawattstunden Kapazität für Projekte bis 2029.
Bis zum Ende des vergangenen Jahres waren in dem Land damit Photovoltaik-Anlagen mit einer kumulierten Leistung von fast 8,2 Gigawatt installiert. In diesem Jahr wird die Schweiz voraussichtlich etwa 14 Prozent seines Bedarfs mit Solarenergie decken, allerdings geht Swissolar von einem leicht rückläufigen Zubau aus. Die Zahl der installierten Batteriespeicher steigt indes und die Dynamik dürfte sich 2025 fortsetzen.