Die Schweiz hat in der „Energiestrategie 2050“ klare Ziele formuliert. Das Bundesamt für Energie hat dazu nun den siebten Monitoringbericht veröffentlicht und sieht weiterhin große Herausforderungen beim Umbau des Energiesystems. Die Auswertung beruht dabei auf den Kennzahlen, die bis Ende 2024 erreicht wurden. Sie werden mit den Zielwerten für die Jahre 2035 und 2050 für den Ausbau der erneuerbaren Energien und der Wasserkraft sowie der Senkung des Strom- und Energieverbrauchs verglichen.
„Der Umbau des Schweizer Energieversorgungssystems schreitet zwar voran, jedoch müsste sich die Geschwindigkeit des Ausbaus der erneuerbaren Energien (ohne Wasserkraft) mehr als verdoppeln, um das im Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung definierte Ziel bis 2035 zu erreichen“, schreibt das Bundesamt für Energie. So habe Ende 2024 die erneuerbare Stromproduktion ohne Wasserkraft bei 8301 Gigawattstunden gelegen. Dies entspricht einem Anteil von 10,9 Prozent an der gesamten Netto-Elektrizitätsproduktion. Gegenüber 2023 hat die erneuerbare Stromproduktion damit um 1113 Gigawattstunden zugelegt, was zu 72 Prozent auf den Ausbau der Photovoltaik zurückzuführen ist, wie der Bericht ausführt.
Allerdings sollen nach geltenden Energiegesetzt bis 2035 bereits 35.000 Gigawattstunden erreicht werden. Nach den Berechnungen müssten also jährlich 2400 Gigawattstunde bis 2035 hinzukommen, um das Ziel zu erreichen. Vor diesem Hintergrund hatte auch der Schweizer Photovoltaik-Verband Swissolar einen Plan vorgelegt, mit dem der Photovoltaik-Zubau auf dem aktuellen Niveau von etwa zwei Gigawatt gehalten werden soll, um das Ziel bis 2035 zu erreichen.
Das Bundesamt für Energie verweist in seinem Monitoringbericht auf das seit diesem Jahr geltende „Gesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien“ mit seinen verschärften Inlandproduktions- und Verbrauchszielen. Es nimmt vor allem die Winterstromproduktion in den Blick. Auch dazu gibt es entsprechende Photovoltaik-Regelungen. So wurde erst kürzlich ein „Winterstrombonus“ verabschiedet.
Mit Blick auf die Wasserkraft ist der gesetzliche Zielwert für 2035 mit 37.900 Gigawattstunden nicht so weit entfernt. Demnach lag die mittlere Netto-Produktionserwartung aus Wasserkraft 2024 bei 36.901 Gigawattstunden und hat gegenüber 2023 um 193 Gigawattstunden zugenommen. Seit 2012 stieg sie im Durchschnitt um 109 Gigawattstunden pro Jahr. Der gesetzliche Zielwert für das Jahr 2035 liegt bei 37 900 Gigawattstunden.
Bei den Energie- und Stromsenkungszielen muss die Schweiz dagegen noch zulegen. So zeigt die Auswertung des Bundesamts für Energie für 2024 einen Energieverbrauch von 28,7 Prozent unter dem Basisjahr 2000, witterungsbereinigt seien es -26,9 Prozent gewesen. Der witterungsbereinigte Endenergieverbrauch pro Person müsse daher künftig im Mittel um 2,2 Prozent pro Jahr sinken um den gesetzlichen Zielwert bis 2035, der eine Reduktion um 43 Prozent gegenüber 2000 vorsieht, zu erreichen. Allerdings lag der mittlere Rückgang in den vergangenen zehn Jahren nur bei etwa 1,9 Prozent jährlich.
Beim Stromverbrauch war im vergangenen Jahr eine Minderung um 12,4 Prozent gegenüber dem Wert von 2000 erreicht. Witterungsbereinigt waren es -11,7 Prozent. Allerdings warnt das Bundesamt für Energie davor, dass aufgrund der Elektrifizierung des Energiesystems in den kommenden Jahren mit einer deutlichen Zunahme der Stromnachfrage zu rechnen ist.
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Anscheinend meint das BFE die Stromproduktion, die ins Netz eingespeist wird, während Swissolar die gesamte Stromproduktion meint. Laut Swissolar hatte der Solarstrom schon 2024 einen Anteil von 10,4 Prozent und soll in diesem Jahr rund 14 Prozent erreichen.
Quelle: https://www.swissolar.ch/de/news/detail/wachstum-bestaetigt-solarstrom-fuer-2-millionen-haushalte-74307