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EU bereitet Mindeststandards für die Energieeffizienz von Rechenzentren vor

Die EU-Kommission hat ein Klassifizierungssystem für Rechenzentren vorgeschlagen und eine Konsultation zu Mindeststandards für die Energieeffizienz eingeleitet. Der Stromverbrauch der europäischen Rechenzentren könnte von 68 Terawattstunden im Jahr 2024 auf 114 Terawattstunden bis 2030 steigen. Das ist vor allem auf KI-Anwendungen zurückzuführen.
Rechenzentrum KI
Die EU strebt an, die Kapazität der europäischen Rechenzentren zu verdreifachen. | Foto: Homa Appliances

Die EU-Kommission hat ein Maßnahmenpaket vorgestellt, das darauf zielt, die Energieeffizienz von Rechenzentren und deren Einbindung in das europäische Stromnetz zu verbessern. Das Paket umfasst eine delegierte Verordnung zur Einführung eines gemeinsamen Klassifizierungs- und Kennzeichnungssystems sowie eine öffentliche Konsultation zu künftigen Mindeststandards für die Energieeffizienz.

Das neue Klassifizierungssystem soll für Rechenzentren mit einem Strombedarf von mehr als 500 Kilowatt gelten und einen Vergleich ihrer Energie- und Umweltparameter ermöglichen. Neben der Leistungsaufnahme berücksichtigt das System auch den Wasserverbrauch sowie Indikatoren, die die Integration in das Energiesystem abbilden. Dazu zählen Aspekte wie die Erzeugung klimafreundlicher Energie, die Verwendung von Abwärme und die Nachfrageflexibilität.

Der Kommission zufolge können Rechenzentren, die in der Lage sind, ihren Stromverbrauch an die Netzbedingungen anzupassen, dazu beitragen, die Systemkosten zu senken, die Netzstabilität zu verbessern und die Erneuerbare-Integration zu erleichtern.

Erste Klassifizierungen im kommenden Jahr

Die Regeln zur Wiederverwendung von Abwärme werden derzeit noch geprüft. Die EU-Kommission schätzt, dass durch die Rückgewinnung von etwa der Hälfte der von europäischen Rechenzentren erzeugten Abwärme so viel Wärme bereitgestellt werden könnte, dass sich damit der Bedarf von rund vier Millionen Haushalten decken ließe.

Die delegierte Verordnung unterliegt nun einer zweimonatigen Prüfungsfrist durch das Europäische Parlament und den Europäischen Rat. Erheben weder das Parlament noch der Rat Einwände, tritt die Verordnung in Kraft. Die ersten Nachhaltigkeitskennzeichnungen für einzelne Rechenzentren werden für 2027 erwartet. Die Kommission plant, das Klassifizierungssystem bis Ende 2028 zu überprüfen.

Parallel dazu hat die Kommission eine zwölfwöchige öffentliche Konsultation zu möglichen Mindestanforderungen an die Energieeffizienz von Rechenzentren gestartet. Dem Vorschlag zufolge wären Rechenzentren nicht verpflichtet, ihre Emissionen oder ihren Strom- und Wasserverbrauch offenzulegen.

Strombedarf wächst stark

Die Konsultation läuft bis zum 14. Dezember 2026. Ihre Ergebnisse werden in einen Gesetzesvorschlag einfließen, der für das zweite Quartal 2027 erwartet wird.

Die Maßnahmen erfolgen vor dem Hintergrund eines rasanten Wachstums der digitalen Infrastruktur in Europa. Nach Angaben der Kommission haben die Rechenzentren in der EU 2024 rund 68 Terawattstunden Strom verbraucht. Der Wert könnte bis 2030 auf 114 Terawattstunden steigen. Das ist vor allem auf die zunehmende Auslastung durch künstliche Intelligenz zurückzuführen. Die Europäische Union strebt zudem eine Verdreifachung der Kapazität von Rechenzentren an.

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Kommentare

hpstoeckl
Sep 24, 2026

Die EU macht wieder auf Gutmensch und Europa schützen. Effizienz wird auch hier im Markt geregelt. Ein grosses Rechenzentrum kann auch nachträglich eine Wind- oder Solaranlage direkt anschliessen, oder wegen Stromüberangebot und kleinerem Kühlbedarf in Norddeutschland bauen. Die EU braucht es nicht, dass Investoren vernünftig handeln. Die EU ist im Gegenteil der grösste Bremsklotz für die industrielle Erhohlung von Europa.