GridX: Eigenheimbesitzer mit Photovoltaik und steuerbaren Verbrauchern verschenken bis zu 1500 Euro jährlich
GridX hat einen Bericht vorgelegt, in dem es um die Vernetzung von Energiegeräten wie Photovoltaik-Anlagen, Batteriesystemen, Elektroautos oder Wärmepumpen in Eigenheimen geht. Der „Connectivity Report 2026“ des in Aachen und München ansässigen, in 15 Ländern aktiven Anbieters einer White-Label-Konnektivitäts- und Flexibilitätsplattform behandelt die Situation in Europa mit Fokus auf Deutschland, die Niederlande und Großbritannien.
Für Deutschland nennt GridX auf Grundlage verschiedener öffentlich zugängliche Quellen die Zahl von 11,8 Millionen Flexibilitäten in Privathaushalten: 4,8 Millionen Photovoltaik-Anlagen, 2,1 Millionen Heimspeicher, 2 Millionen Elektroautos, 0,9 Millionen Wallboxen und 2 Millionen Wärmepumpen.
Für die Niederlande nennt GridX 3,1 Millionen Photovoltaik-Anlagen, 0,2 Millionen Heimspeicher, 0,7 Millionen Elektroautos, 0,9 Millionen Wallboxen und 2,6 Millionen Wärmepumpen.
Im Vereinigten Königreich sind es dem Bericht zufolge 1,9 Millionen Photovoltaik-Anlagen, 0,09 Millionen Heimspeicher, 1,8 Millionen Elektroautos, 1,3 Millionen Wallboxen und 0,3 Millionen Wärmepumpen.
Der Report verweist indes auch darauf, dass die Datenlage uneinheitlich ist, schon weil Definitionen, Methoden und Zeiträume der Datenerhebung in den verschiedenen Märkten uneinheitlich sind. Den Autoren geht es auch weniger um akkurate absolute Zahlen als um erkennbare Trends und nutzbare Potenziale – logischerweise ganz besonders diejenigen des eigenen Produkts.
Konnektivität mit großen Potenzialen
Am Beispiel Elektromobilität liegt dieses Potenzial vor allem darin, dass einer Studie zufolge 80 Prozent der Elektroautofahrer daheim laden. Für die Niederlande ergeben Studien, dass 61 Prozent aller im Elektroauto zurückgelegten Kilometer mit Strom aus der eigenen Ladestation bestritten werden, in Großbritannien haben 77 Prozent der Elektroautofahrer Zugang zu einer privaten Wallbox.
Würden hierfür sowie für das Betreiben von Wärmepumpen und Speichern die Möglichkeiten der Konnektivität in Verbindung mit Energiemanagement, dynamischen Stromtarifen und Vermarktung genutzt, böten sich große Einsparpotenziale. GridX hat dies für einen deutschen Musterhaushalt mit einer 10 Kilowatt Photovoltaik-Anlage und einem Jahresstromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden im Haushalt, 6.500 für das Elektroauto und 4.500 für die Wärmepumpe sowie einem 9 Kilowattstunden-Batteriespeicher kalkuliert.
In einem solchen Fall sei anstelle einer Cloud-basierten Lösung für das Heimenergiemanagement (HEMS) ein physisches HEMS-Gateway die beste Option, sodass durch netzdienliche Steuerung nach Paragraf 14a Energiewirtschaftsgesetz 150 bis 750 Euro jährliche Einsparung erreichbar seien, durch Eigenverbrauchsoptimierung 260 bis 340 Euro und durch Optimierung mit dynamischem Stromtarif 200 bis 400 Euro. Wenn der Haushalt seine steuerbaren Verbraucher ab 2027 zudem für Flexibilitätsdienste zur Verfügung, ließen sich weitere 400 bis 800 Euro erzielen. In der Gesamtschau sind GridX zufolge „in der Spitze“ um die 1.500 Euro pro Jahr möglich. Für die Niederlande nennt das Unternehmen bis zu 1275 Euro und für das Vereinigte Königreich sogar 1700 Pfund (rund 1980 Euro).
Weiteres Marktwachstum erwartet
Diese Möglichkeiten blieben indes zu oft ungenutzt. „Unsere Branche ist bei der Installation neuer Anlagen mittlerweile deutlich schneller als bei deren Vernetzung“, sagt Jonas Quilitz, geschäftsführender Chief Product Officer bei GridX. Zumindest für das eigene Produkt kann das Unternehmen dabei Zahlen anführen, die eine weitgehend unproblematische Installation und Handhabung vermuten lassen: Eigene Erhebungen unter Installateuren haben demnach ergeben, dass der vollständige Scan aller Netzwerkkomponenten im Schnitt in weniger als 90 Sekunden erfolgt und 63 Prozent der „gridBox“-Installationen in weniger als zehn Minuten abgeschlossen sind. Vorteilhaft hierfür sei die Interoperabilität der Plattform „XENON“ beziehungsweise der „gridBox“ mit mehr als 500 Geräten von mehr als 50 Herstellern.
Als weiteren Vorzug des eigenen Systems nennt GridX die neue Remote-Installation. Gemeinsam mit dem Partner Koehrer Solar habe man dieses Verfahren eingeführt, bei dem die GridBox zunächst für den vorgesehenen Einsatzort kommissioniert wird, sodass beim Kunden nur noch die Hardwareeinrichtung erfolgt.
Generell geht das Unternehmen von einem weiterhin stark wachsenden Bedarf für Konnektivitätslösungen aus: Dem Report zufolge wird die EU-weit installierte Photovoltaik-Leistung von 406 Gigawatt Ende 2025 auf wahrscheinlich 750 Gigawatt im Jahr 2030 steigen, die Zahl der Elektroautos im selben Zeitraum von 4,2 Millionen auf 10 Millionen, die der Wärmepumpen von 29,3 auf 60 Millionen. Die kumulierte Kapazität der Heimspeicher könnte demnach von 49 auf 115 Gigawattstunden steigen.
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