Sunfire baut Hochtemperatur-Elektrolyseur in der Lausitz
Der Dresdener Hersteller Sunfire setzt große Hoffnungen auf die Hochtemperatur-Elektrolyse (SOEC): Mit einem Wirkungsgrad von bis zu 89 Prozent soll sie weit kostengünstiger grünen Wasserstoff liefern als die etablierten Elektrolyseverfahren – unter anderem, weil sie die im Prozess anfallende Abwärme nutzt. Jetzt hat das Unternehmen mit dem Bau einer SOEC-Testanlage im BASF-Industriepark Lausitz in Schwarzheide begonnen.
BASF benötigt enorme Mengen Wasserstoff – allein am zentralen Standort in Ludwigshafen erzeugt der Chemiekonzern bis zu 200.000 Tonnen pro Jahr, bislang fast ausschließlich per Dampfreformierung aus Methan. Im Rahmen seiner Dekarbonisierungsstrategie hat BASF dort aber im März 2025 den bis dato größten Protonenaustausch-Membran- (PEM-) Elektrolyseur Deutschlands in Betrieb genommen. Bei voller Auslastung liefert er rund 8.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr. Mit der Anlage in Schwarzheide erkundet BASF nun auch die Hochtemperatur-Elektrolyse. Mit einer nominalen Leistungsaufnahme von rund 1,3 Megawatt und einer Produktionsrate von 36,5 Kilogramm pro Stunde ist die Testanlage allerdings ungleich kleiner als der PEM-Elektrolyseur in Ludwigshafen.
„Letzte Schritte vor der Umsetzung erster kommerzieller Anwendungen“
„Mit unserer SOEC-Technologie zeigen wir das volle Potenzial deutscher Ingenieurs-Expertise“, sagt Sunfire-CTO Christian von Olshausen. Durch die Nutzung verfügbarer Abwärme erreiche die Hochtemperatur-Elektrolyse Rekordwirkungsgrade. „Der Spatenstich für die Testanlage im Industriepark Lausitz markiert einen wichtigen Meilenstein: Mit der Validierung unter realen Industriebedingungen schließen wir die letzten Schritte vor der Umsetzung erster kommerzieller Anwendungen ab.“
Sunfire hat die in Schwarzheide eingesetzte SOEC-Technologie im Rahmen des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten Leitprojektes H2Giga weiterentwickelt. Aufbauend auf diesen Forschungsergebnissen dient die Testanlage der industriellen Langzeitvalidierung unter realen Einsatzbedingungen.
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