Bundesnetzagentur rechnet mit fast 1830 Megawatt Photovoltaik-Zubau im Juli
Der Handel berichtet seit Monaten von einer spürbaren Belebung der Nachfrage in Deutschland. Doch auch im Juli wollen die Zubauzahlen der Bundesnetzagentur dies nicht deutlich widerspiegeln. Zwar wird im Juli mit 1827,9 Megawatt der bisher größte Zubau auf Monatsbasis in diesem Jahr erwartet. Doch im Segment der Dachanlagen ist nach dem bisherigen Auswertungsstand der Bundesnetzagentur vom 13. August weiterhin kein großer Sprung zu verzeichnen.
So entfallen auf die bisher gemeldeten 1586,9 Megawatt 628,5 Megawatt auf Photovoltaik-Anlagen auf und an Gebäuden. Die Zahl liegt marginal über dem Juni, obgleich dort mittlerweile weitere Nachmeldungen enthalten sind. Diese preist die Bundesnetzagentur mit 15 Prozent auf die allgemeinen Zubauzahlen ein, da nach Inbetriebnahme vier Wochen Zeit bleiben, um die Daten in das Marktstammdatenregister einzutragen.
Mehr als die Hälfte des bisher verzeichneten Zubaus entfällt auf die Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Die bisher gemeldeten 246 Solarparks kommen auf eine Gesamtleistung von 917,7 Megawatt. Dazu sind in der Auswertung noch Stecker-Solar-Geräte mit insgesamt 62 Megawatt für den Juli neu gemeldet worden sowie sonstige Solaranlagen mit 0,1 Megawatt.
Damit sind bislang in diesem Jahr Photovoltaik-Freiflächenanlagen mit 5118,4 Megawatt neu registriert worden, wie aus der Auswertung der Bundesnetzagentur weiter hervorgeht. Bei den Dachanlagen waren es demnach 4021,3 Megawatt und die Photovoltaik-Balkonanlagen steuerten 346,5 Megawatt zum Photovoltaik-Zubau bei. Dabei sind mit 251.606 mehr Stecker-Solar-Geräte als klassische Dachanlagen hinzugekommen, die sich bisher auf 236.329 summieren. Inklusive der eingerechneten Nachmeldungen kommt die Bundesnetzagentur auf einen Photovoltaik-Zubau von etwa 9620 Megawatt in den ersten sieben Monaten.
Die kumuliert installierte Photovoltaik-Leistung in Deutschland stieg im Juli auf fast 127,4 Gigawatt. Sie verteilt sich auf knapp 6,23 Millionen Anlagen.

Der Großhändler EWS verzeichnete seit dem Frühjahr eine höhere Nachfrage, zunächst nach Solarmodulen, später auch nach weiteren Komponenten wie Wechselrichtern, Batteriespeichern und Montagesystemen. Das Unternehmen wertet die Zubauentwicklung ebenfalls monatlich aus und schickte bereits in der vergangenen Woche seine Analyse. Der entscheidende Satz dabei: „Konstanter und einheitlicher geht es kaum: In den letzten 12 Monaten lag die neu installierte Leistung in den Anlagensegmenten bis 750 Kilowatt jeweils bei circa 600 Megawatt (aus dem Rahmen fällt der Februar 2026).“ Allerdings sei in Folge der Verabschiedung des EEG-Entwurfs durch das Bundeskabinett mit Vorzieheffekten bis zum Jahresende zu rechnen. EWS geht davon aus, dass viele Interessenten versuchen werden, ihre Photovoltaik-Dachanlagen noch in diesem Jahr und damit vor Inkrafttreten des EEG 2027 zu realisieren. Allerdings, so der Großhändler weiter, dürfte eine starke Jahresendrallye auf bereits aktuell spürbare Materialengpässe treffen.
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