Österreich: Entwurf für neues Photovoltaik-Fördersystem soll bis Anfang Oktober kommen
Die Förderung von privaten Photovoltaik-Dachanlagen und Speichern ist seit der Abschaffung der Mehrwertsteuerbefreiung wieder komplett abhängig von den Investitionszuschüssen, die in drei Fördercalls im Jahr vergeben werden. Im April und Juni standen die ersten beiden Runden an und es zeigte sich, die Fördermittel reichen bei weitem nicht aus, um alle Anträge zu bewilligen. Die Verteilung nach dem „First come, first serve“-Prinzip ist dabei ein weiteres Ärgernis für viele Photovoltaik-Investoren. In der letzten waren die Mittel so nach 36 Sekunden ausgeschöpft, wie das Photovoltaik-Unternehmen Hansesun berichtete. Die Förderung von 20 Millionen Euro reichte für nur 3000 Anträge. 25.000 Antragsteller gingen leer aus. Die Photovoltaik- und Speicherbranche in Österreich fordert seit längerem ein verlässlicheres Fördersystem.
Bei einem Treffen der mit der zuständigen Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner mit Vertretern von Hansesun sagte sie eine Reform der Solarförderung sowie die Beteiligung der Branche zu. Ein Entwurf soll demnach noch vor dem dritten und letzten Fördercall des Jahres, der am 8. Oktober startet, veröffentlicht werden. „Wir werden uns als Experten für eine unbürokratische Förderung einsetzen, die den Ausbau der Photovoltaik beschleunigt und für die vielen Interessierten Sicherheit bringt“, sagte Hansesun-Sprecher Andreas Müller. Er und Hannes Wultschnig nahmen von Hansesun-Seite an dem Gespräch am Mittwoch teil.
Die Energie- Staatssekretärin habe eine aktive Einbindung der Photovoltaik-Branche zugesagt. Das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus wolle dazu ein Expertengremium einrichten. „Wir sind uns einig, dass das aktuelle System grundlegend geändert werden muss und freuen uns, dass wir den Neustart jetzt aktiv mitgestalten dürfen. Diese Zusage zeigt, dass sich unser Einsatz lohnt“, sagte Müller weiter. Das neue Fördersystem soll dann möglichst ab 2027 gelten.
„Als Stimme aus der Praxis werden wir uns weiterhin für eine vernünftige und unbürokratische Lösung einsetzen – im Sinne der Energiewende und für alle unsere Kundinnen und Kunden“, ergänzt Hannes Wultschnig, Geschäftsführer von Hansesun Tirol in Imst. Bei dem Treffen sei es auch um die 25.000 abgelehnten Anträge aus dem letzten Fördercall gegangen. Hansesun habe dabei auf eine faire Lösung gepocht.
Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: [email protected].
Please login to comment