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KI-Service „perfectPV“ ermittelt herstellerunabhängig die optimale Speichergröße für jeden Haushalt

Unter Berücksichtigung der Verbraucherverhaltens kann die Software binnen weniger Minuten ermitteln, wie groß der Batteriespeicher zur Photovoltaik-Anlage sein sollte. Der Service kostet einmalig 39 Euro, kann nach Angaben des Heilbronner Start-ups aber teure Fehlinvestitionen vermeiden.
PVperfect, Beispielrechnungen
Gleicher Verbrauch, aber unterschiedliches Verbrauchsverhalten führen dazu, dass die Speichergröße stark variieren kann. | Quelle: SIC! Software GmbH

Die gängige Faustformel bei der Planung von Anlagen lautet bislang oft, eine Kilowattstunde Speicher pro ein Kilowatt Photovoltaik-Leistung zu installieren. Dass diese Rechnung nur bedingt aufgeht, zeigt nun ein neuer Service der SIC! Software GmbH. Sie bietet das Tool „perfectPV“ an, mit dem sich binnen weniger Minuten mit einem KI-basierten Analyseservice die optimalen Speichergrößen für jeden Haushalt ermitteln lassen.

Es soll Haushalte vor teuren Fehlinvestitionen schützen und kostet einmalig 39 Euro. Der Service funktioniert in drei Schritten. Zunächst müssen die Nutzer ihre Smart-Meter-Daten oder Photovoltaik-Anlagenstatistiken der vergangenen zwölf Monate hochladen. Sofern keine eigenen Daten vorliegen, werde auf Basis weniger Angaben zum Lebensstil ein KI-generiertes individuelles Musterprofil erstellt. Im zweiten Schritt muss das Optimierungsziel ausgewählt werden. Also ob der Speicher die Stromkosten minimieren, die Autarkie maximieren oder sich möglichst rasch lohnen soll. In wenigen Minuten erstelle das System ein detailliertes PDF mit präziser Dimensionsempfehlung für Speicher und Photovoltaik-Anlage, einer Amortisationsrechnung und grafischen Simulationsdarstellungen, heißt es von SIC! Software weiter.

Das Heilbronner Start-up liefert gleich eine Beispielrechnung mit: Es werden dabei Batteriespeichergrößen für drei Familien mit unterschiedlichem Verbrauchsverhalten im Zusammenhang mit einer 10 Kilowatt Photovoltaik-Anlage simuliert. Bei einem identischen Verbrauch von 5.500 Kilowattstunden zeige sich je nach Lebensgewohnheiten, dass die Heimspeicher 6, 10 oder 14 Kilowattstunden Kapazität haben sollten. Der kleine Speicher werde beispielsweise nur gebraucht, wenn im Homeoffice gearbeitet werde und ein Elternteil tagsüber mit den Kindern überwiegend zu Hause sei. Dann werde der Solarstrom weitestgehend direkt verbraucht. Mit einem 6 Kilowattstunden-Speicher würde die Familie einen Autarkiegrad von 77 Prozent erreichen.

Bei einer Familie, bei der alle Mitglieder tagsüber außer Haus sind, würde sich dagegen ein 14 Kilowattstunden-Batteriespeicher lohnen. Da der Verbrauch tagsüber gering ist, liegt der Autarkiegrad nur bei 17 Prozent. Mit einem großen Speicher kann der erzeugte Solarstrom von der eigenen Photovoltaik-Anlage zwischengespeichert und dann verbraucht werden, wenn die Familie zu Hause ist.

„Die Faustformel kann zufällig für das persönliche Verbrauchsprofil passen und liegt für alle anderen zum Teil weit daneben – mit den entsprechenden finanziellen Konsequenzen“, erklärt Rayko Enz, Geschäftsführer von SIC! Software. In den Fällen, wo die Familien einen kleineren Speicher als nach der Faustformel berechnet benötigen, würden die Haushalte etwa 800 Euro pro Kilowattstunde installierte Speicherkapazität einsparen. Brauchen Sie jedoch einen deutlich größeren Speicher, spart auch dies im Endeffekt, da die Familien weniger Strom aus dem Netz beziehen müssen.

Nach eigenem Bekunden hat SIC! Software kein Provisionsinteresse. Es sei weder im Vertrieb noch der Installation von Photovoltaik-Anlagen tätig. Mit dem Tool wolle es eine herstellerunabhängige Entscheidungsgrundlage anbieten. Es eignet sich dabei sowohl bei der Planung einer Neuanlage wie auch zur Nachrüstung eines Batteriespeichers. Das Land Baden-Württemberg hat den Service über seine „Invest BW Innovationsförderung“ als „Smarte Lösung für Klimaschutz und Digitalisierung“ ausgezeichnet und gefördert.

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Kommentare

daniel-pf
14 Stunden

Wir haben 6kWh AC-Speicher an 10kWp nachgerüstet. Und wie alle Nachrüster haben wir nur die 70% Abregelung, sonst keine Einschränkungen.

Und dieser Mini-Speicher wird 4 Monate im Winter praktisch nie voll, also zu groß.
4 Monate im Sommer ist er Morgen praktisch nie leer, also zu groß.
Nur die 4 Übergangsmonate würde die Wärmepumpe auch 10 oder 15kWh Speicher schätzen. Und für diese kurze Zeit rechnet sich ein größerer Speicher einfach niemals, wenn man ihn nicht aus China-direkt-Import-B-Ware-Zellen selber baut…

andre-9409
18 Stunden

Irgendwas läuft im Markt gerade extrem in die falsche Richtung. KI-Modelle versuchen große Speicher als unnötige Investition darzustellen. Elektroauto und Wärmepumpen werden zum Standard, aber PV Anlagen sollen möglichst mit kleinen Heimspeichern ausgestattet werden?!
Diese ganzen Softwaretools sind veraltet und passen nicht mehr zur aktuellen Gesetzeslage und Strommarktsituation.
Im Mai gab es ca. 90 Stunden bzw 360 Viertelstunden in denen der Strompreis 0 oder negativ war und die Bedingung des §51 EEG erfüllt waren. Anzulegender Wert 0 Cent pro kWh Einspeisung. Das sind bei einer 10kWp ca. 50-60€ entgangene Einspeisevergütung. Die Preis am Strommarkt sinken dann ab, wenn die Speicher voll sind und alle PV Anlagen voll einspeisen.
Die Regelung gilt für alle neuen EEG PV Anlagen, die seit Februar 2025 in Betrieb genommen wurden.
39€ für die Bestimmung welche Speichergröße zum aktuellen Verbrauch passt ist so gut wie das Tippen der Lottozahlen, die letzte Woche gewonnen haben.

Es ist ein komischer Trend nach dem Motto Weniger ist mehr oder weniger ist besser.
Marketingverseuchte Branche

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rayko.enz
11 Stunden

Danke für den ausführlichen Kommentar – Eine kleine Ergänzung sei mir aber gestattet.
Der Denkfehler steckt in der Annahme, wir würden auf „möglichst kleinen Speicher“ optimieren.

Tun wir nicht.

Sie geben das Ziel vor – maximale Autarkie, maximaler Eigenverbrauch oder bester ROI, auf Wunsch mit festem Budget. Und wir rechnen nicht nur den Speicher, sondern die gesamte Anlage darauf: PV-Fläche, Neigung, Ausrichtung, jede Fläche einzeln (Dach, Fassade, Solarzaun) und im Gesamtbild. Wenn Ihr Ziel maximale Autarkie heißt, bekommen Sie von uns eine große, autarke Anlage. In unserem eigenen Beispiel landet die Ganztagsfamilie bei 14 kWh – mehr als die Faustformel. „Weniger ist mehr“ ist also nicht unsere Botschaft, sondern: Ihr Ziel, präzise gerechnet.

In Marketing muss man leider oft Vereinfachungen machen die ggf. dem, was das System kann nicht immer ganz gerecht werden.

Stephan
Jul 21, 2026

Die gängigen PV-Auslegungs-Software-Lösungen bieten einen genaueren Szenarien-Vergleich (z.B. welches E-Auto mit welcher Kapazität und welcher Tageslaufleistung etc. und evtl. genaueren Ladefenstern), auch im Hinblick auf weitere Sektorenkopplung mittels Wärmepumpe (mit genauerer Betrachtung Warmwasser und Heizung abhängig vom energetischen Zusatnd des Gebäudes und Warmwasserbedarf Rentner vs. Kleinkind). Trotzdem finde ich die KI-Software hilfreich, dass die Thematik bewusst wird.