Neues Tool für Wirtschaftlichkeitsanalyse marktbasierter Batteriespeicher
Die Lage in Österreich ist ähnlich wie in Deutschland: Viele Unternehmen wollen Batteriespeicher bauen, doch Netzanschlüsse und Finanzierung sind ein Nadelöhr. Gerade bei Batteriespeichern, die sich komplett am Markt refinanzieren müssen, ist die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Konzepts wichtig und oft schwer kalkulierbar. Darauf hat das österreichische Unternehmen Impeto Impact reagiert und ein Software-as-a-Service (SaaS)-Tool entwickelt, das die Wirtschaftlichkeit von Fully-Merchant-Speicher bewerten kann.
Das Tool des Grazer Unternehmens verknüpft mittels Forwardtesting 1,3 Millionen historische Datenpunkte der vergangenen fünf Jahre dynamisch mit nutzerdefinierten Annahmen für den Fully-Merchant-Speicher. Bei den Annahmen geht es beispielsweise um Preistrends, Reserve-Erlöse oder Volatilitäten. „Erst aus diesem Zusammenspiel entstehen valide Zukunftspfade, aus denen das System flexible, an dynamische Märkte anpassbare Business Cases ableitet (mit vollständiger Auswertung zu NPV, IRR, Gewinn-/Verlustrechnung, Cashflow und Bilanz von konservativem bis optimistischem Szenario)“, heißt es dazu von Impeto Impact.
Die Komplexität für Fully-Merchant-Projekte ergibt sich daraus, dass die Speicher ihre Einnahmen auf fünf Strommärkten co-optimiert verdienen müssen, also etwa auf Day-ahead-, Intraday und Regelenergiemärkten. Dazu kommt, dass die Batteriespeicher um dieselbe Kapazität im Markt konkurrieren und sich die Erlös-Opportunitäten von der Regelenergie hin zu Day-Ahead und Intraday verschieben. Daneben muss auch noch die Degradation der Batteriespeicher über 15 Jahre in den Finanzplänen berücksichtigt werden.
„Speicherprojekte sind heute technisch komplexer, als viele der bisher gebräuchlichen Berechnungsmethoden abbilden können“, sagt Jim Lefèbre, Gründer von Impeto Impact. „Unser Ziel war es, diese Komplexität in eine Form zu bringen, mit der Investoren tatsächlich arbeiten können, und ihnen gleichzeitig die Kontrolle über ihre eigene Marktsicht zu lassen.“ Das österreichische Unternehmen hat die Software gemeinsam mit einem Pilotkunden entwickelt. Sie sei vollständig eigenfinanziert. Die wissenschaftliche Grundlage bildet eine gemeinsam mit Jonas Puck von der Wirtschaftsuniversität Wien erstellte Studie zum österreichischen Speichermarkt mit dem Titel “Charging Ahead”.
Erste Akteure in Österreich nutzen das Tool Impeto Impact zufolge bereits. In den kommenden Monaten soll auch die Expansion nach Deutschland erfolgen. Zudem sei geplant, Anwendungen für Industriebetriebe zur Optimierung ihres eigenen Lastprofils zu integrieren.
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