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Eon will standardisierte FCAs für Batteriespeicher bis Jahresende deutschlandweit ausrollen – BVES fordert Branchendialog

Nach einem aus Sicht der Eon-Verteilnetzbetreiber erfolgreichen Test einer flexiblen Netzanschlussvereinbarung für den Batteriespeicher von Eco Stor in Schleswig Holstein, kündigt der Energiekonzern einen deutschlandweiten Rollout des Modells an. Der BVES hält FCAs für ein wichtiges Instrument, um den Speicherhochlauf zu beschleunigen, doch lehnt pauschale Speicherbeschränkungen ab.
Eco Stor, Großspeicher, Bollingstedt
Der Speicher in Bollingstedt von Eco Stor diente als Pilotprojekt, um flexible Netzanschlussvereinbarungen zu erproben. | Foto: Ecostor

Eon hat am Donnerstag angekündigt, dass es einen standardisierten flexiblen Netzanschlussvertrag (FCA) für Batteriespeicher deutschlandweit in seinem Verteilnetz bis zum Jahresende ausrollen will. Vorausgegangen sei ein erfolgreicher Praxistest mit dem Speicherbetreiber Eco Stor in Bollingstedt in Schleswig-Holstein. Dabei sei ein Modell gefunden worden, um Speicher-Betreiber einen schnelleren Netzanschluss und Planungssicherheit für eine weiterhin wirtschaftlich tragfähigen Investitionen zu geben. Gleichzeitig könne der Netzbetreiber die Systemkosten optimieren und die Netzstabilität verbessern.

Das Grundkonzept der FCAs sehe dabei vor, dass sich der Betrieb der Batteriespeicher stärker mit den tatsächlichen Netzbedingungen und der aktuellen Erneuerbaren-Einspeisung synchronisiert. „In Phasen hoher Netzauslastung wird die Einspeise- oder Bezugsleistung temporär angepasst. Umgekehrt nutzen Speicher gezielt freie Kapazitäten in Zeiten geringerer Netzlast“, hieß es von Eon dazu. Auf diese Weise könnten Standorte erschlossen werden, die ansonsten keinen direkten Netzanschluss ermöglicht hätten, sondern vorherigen Netzausbau erfordern würden.

Genau dieses Modell soll nun auf alle Verteilnetzbetreiber von Eon ausgerollt werden. Sie decken zusammen etwa 65 Prozent der Fläche in Deutschland ab. Dabei haben die Netzbetreiber des Energiekonzerns bereits Anschlusszusagen für rund 25 Gigawatt an Speichern verschickt. Dazu kämen nochmal Anfragen für Speicher mit mehr als 500 Gigawatt, die den Eon-Verteilnetzbetreibern vorlägen. Die flexiblen Netzanschlussvereinbarungen will Eon dabei auch auf weitere Anwendungsfälle wie Batteriespeicher in Kombination mit Erneuerbaren, Biogasanlagen und die Kombination verschiedener erneuerbarer Erzeugungsanlagen einführen. Ziel sei ein konzernweiter einheitlicher Rahmen für alle Netzanschlusskunden, so Eon weiter. Die FCAs seien dabei eine Ergänzung, aber kein Ersatz für den notwendigen Netzausbau.

Georg Gallmetzer, Mitglied der Geschäftsführung von Eco Stor und Vorstandsmitglied des Bundesverbands Energiespeicher Systeme (BVES), sprach bezüglich der Ankündigung von Eon davon, dass der Test gezeigt habe, welches integrierende Potenzial Batteriespeicher für ein modernes Energiesystem bieten. „Speicher sind nicht nur Nutzer von Netzkapazitäten, sondern können durch ihren flexiblen Betrieb aktiv dazu beitragen, bestehende Infrastruktur effizienter auszulasten und zusätzliche Anschlussmöglichkeiten zu schaffen“, sagte Gallmetzer. „Standardisierte Lösungen wie die FCA von Eon schaffen Investitionssicherheit für Speicherprojekte und helfen gleichzeitig, die Integration erneuerbarer Energien und den Ausbau der Speicherkapazitäten in Deutschland zu beschleunigen.“

Keine ausreichende Einbindung der Speicherbranche

Auch der BVES begrüßt einen verstärkten Einsatz von flexiblen Netzanschlussvereinbarungen für den Anschluss von Batteriespeichern. Allerdings warnt er gleichzeitig „vor einer einseitigen Einführung ohne ausreichende Einbindung der Speicherbranche“. So habe Eon die Branche zwar zu Beginn der Entwicklung eines standardisierten FCAs eingebunden, aber dies nicht konsequent weitergeführt, ehe es nun einen deutschlandweiten Rollout verkündete.

„Flexible Netzanschlussvereinbarungen können ein wichtiges Instrument sein, um den Speicherhochlauf zu beschleunigen und Netzengpässe pragmatisch zu überbrücken“, sagte BVES-Geschäftsführer Urban Windelen. „Sie können auch Netzbetreibern die Sorge nehmen, dass Speicher irgendwas machen, was die Netzbetreiber nicht wollen. Entscheidend ist aber die konkrete Ausgestaltung. FCA müssen wirtschaftlich tragfähig, technisch nachvollziehbar und verhältnismäßig sein“, so Windelen weiter. Eon hatte in seiner Mitteilung keine Einzelheiten zur Ausgestaltung der standardisierten FCAs angegeben. Nach Ansicht des BVES wiesen die bislang bekannten Bedingungen des Pilotprojektes aber erhebliche Defizite für einen bundesweiten Einsatz“ auf. Viele Speicherbetreiber würden die vorgesehenen Einschränkungen in der Fahrweise ihrer Anlagen als nicht wirtschaftlich und operativ tragfähig ansehen. Gleichzeitig sieht der Verband die Gefahr, dass FCAs genutzt werden, um Investitionsdefizite bei Digitalisierung, Transparenz und moderner Netzführung zu kompensieren. Ein vollständiger Netzanschluss sollte für Speicher weiterhin der Regelfall bleiben.

„Ziel von Flexiblen Anschlussvereinbarungen kann nicht sein, dass Speicher über Jahrzehnte auf dem Stand der Netzführung von gestern betrieben werden müssen. Maßstab muss der Stand moderner Netzführung sein.“, macht Windelen deutlich. Aus Sicht des BVES muss der vollständige Netzanschluss weiterhin der Regelfall bleiben.

BVES will Kriterienkatalog statt starren Standardvertrag

„Ein starrer Standardvertrag von Flensburg bis Garmisch-Patenkirchen beschränkt den Einsatz von Flexibilität und verteuert damit die notwendige Flexibilität unnötig, ohne positiven Effekt für das System oder Netz“, sagte Windelen. Aus Sicht des BVES sei eher ein Kriterienkatalog hilfreich, der je nach der Netzsituation vor Ort nach dem Baukastenprinzip angewendet werden kann. Dabei würden dann nur diejenigen Einschränkungen angewendet, die im jeweiligen Netzgebiet tatsächlich erforderlich seien, so der Verband. Zudem müsse im Zuge eines FCA auch der Baukostenzuschuss entsprechend angepasst werden. Je stärker ein Speicherbetreiber netzdienliche Maßnahmen übernimmt, desto größer sollte auch eine Entlastung beim Baukostenzuschuss ausfallen, wie es von Verband heißt.

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Kommentare

Gruenstrom
Jun 19, 2026

Es zeigt sich doch es gibt viele weitere Betriebssicher, sogar von den Entnehmen von dehnen Behauptet wird sie würden es verhindern.
Leider ist keine sachliche Diskussion mehr möglich!