See all

Fortschrittsmonitor Energiewende: Photovoltaik treibt Ausbau der Erneuerbaren

Der BDEW appelliert an die Politik, mit schnellerem Erneuerbaren-Ausbau, digitalisierten Netzen, mehr steuerbarer Leistung und Speichern, Wasserstoffhochlauf, einem stimmigen Wärmepaket und klaren Investitionsbedingungen die konkrete Umsetzung der Zielpfade zu ermöglichen. Denn neben dem Erreichen der Klimaziele stärke die Energiewende auch Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit.
Die Photovoltaik legt zu, die Windenergie bleibt hinter den Anforderungen zurück. | Grafik: BDEW

Der Ausbau der Photovoltaik hat die Energiewende in Deutschland auch 2025 maßgeblich vorangetrieben. Nach dem am Dienstag veröffentlichten „Fortschrittsmonitor Energiewende“, der jährlich vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und dem Beratungsunternehmen Ernst & Young (EY) erstellt wird, wurden im vergangenen Jahr rund 17,6 Gigawatt neue Photovoltaik-Leistung installiert – erneut ein Rekordwert. Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch lag demnach trotz eines windschwachen ersten Quartals mit rund 56 Prozent leicht über dem Zielpfad. Ihr Anteil an der Bruttostromerzeugung blieb mit etwa 58 Prozent stabil.

Grafik: BDEW

Während die Solarenergie weiter zulegt, bleibt der Ausbau der Windenergie hinter den Anforderungen zurück. An Land kamen netto 4,6 Gigawatt hinzu, auf See lediglich 0,5 Gigawatt. Der Bericht sieht deshalb weiterhin erheblichen Handlungsbedarf beim Ausbau von Windkraft, Netzen und Flexibilitätsoptionen wie Batteriespeichern. Für die Speicherbranche ist die Analyse ein weiteres Signal für die wachsende Bedeutung von Flexibilitäten im Energiesystem: Der Fortschrittsmonitor hebt hervor, dass Batteriespeicher zunehmend an Relevanz gewinnen, um die Integration der stark wachsenden Solarstromerzeugung zu unterstützen und Netzengpässe zu reduzieren.

Strukturell ist die Entwicklung des Energiesystems der Analyse zufolge bereits auf dem Weg zu einer effizienteren, kostengünstigeren und resilienteren Energiezukunft. Damit einher gehe der Wandel von einem Opex- zu einem Capex-basierten Energiesystem, das sich durch zunächst hohe Investitions-, dann aber niedrigere Betriebskosten auszeichne. Dies müsse bei der Förderung berücksichtigt werden.

pv magazine Webinar

Seit Beginn des Frühlings sind die Strompreise wieder auf Berg- und Talfahrt. Den betroffenen Gewerbe- und Industrieunternehmen sollten Installateure Lösungen anbieten, mit denen sie systematisch Niedrigpreisphasen nutzen können. Im Webinar am 8. Juni besprechen wir ein Konzept mit einem stapelbaren Speicher und integriertem Wechselrichter in jedem Modul, mit dem man schnell einsteigen kann, das hohe Sicherheit verspricht und dessen umfassendes Energiemanagement die Marktmechanismen nutzt. Mehr Informationen und kostenfreie Anmeldung

Bei der Elektrifizierung verzeichnen die Autoren ebenfalls Fortschritte. Wärmepumpen waren 2025 erstmals die meistverkaufte Heizungsart, ihr Bestand stieg auf rund 2,2 Millionen Anlagen. Zudem wurden so viele Elektroautos neu zugelassen wie nie zuvor. Gleichzeitig seien sowohl die Wärme- als auch die Verkehrswende deutlich hinter den langfristigen Klimazielen zurückgeblieben.

Kritisch bewertet der Bericht zudem den Wasserstoffhochlauf. Zwar seien Projekte mit einer Elektrolyseleistung von bis zu 13 Gigawatt angekündigt. Finanziell gesichert, im Bau oder bereits in Betrieb seien bislang jedoch lediglich rund 1,3 Gigawatt. Damit erscheine das frühere Ziel von 10 Gigawatt Elektrolysekapazität bis 2030 zunehmend schwer erreichbar.

Als zentrale Voraussetzung für das Erreichen der Energie- und Klimaziele nennen die Autoren schnellere Genehmigungsverfahren, den beschleunigten Ausbau und die Digitalisierung der Netze, mehr steuerbare Erzeugungsleistung sowie verlässliche Investitionsbedingungen. Besonders die Investitionen in Stromnetze nehmen dem Bericht zufolge aktuell zu: Die Übertragungsnetzbetreiber planen für 2025 Investitionen von 22,2 Milliarden Euro, die Verteilnetzbetreiber von rund 11 Milliarden Euro.

Trotz der Fortschritte mahnt der Fortschrittsmonitor zur Eile. Die Treibhausgasemissionen gingen 2025 gegenüber dem Vorjahr lediglich um 0,1 Prozent zurück. Um die Klimaziele für 2030 noch zu erreichen, wären ab 2026 jährliche Emissionsminderungen von mehr als sieben Prozent erforderlich.

Kommentare

Christian Meier
Jun 03, 2026

Schön wäre es wenn die Grafik auch Stromspeicher-Kapazität zeigen würde. Jedes 20 Jahre alte Computerspiel liefert einen mix aus Solar und Batteriespeicher. Windkraft hilft lediglich den Speicherbedarf zu reduzieren. Unsere Energiewende scheint dies nicht vorzusehen.