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Bundesregierung strebt schnelleren Ausbau der Übertragungsnetze an

Das „Zweite Gesetz zur Änderung des Bundesbedarfsplangesetzes“ soll vor allem den Bau von Höchstspannungsleitungen beschleunigen. In den Bundesbedarfsplan sollen 45 neue Netzausbauvorhaben aufgenommen werden.
Neue Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen sollen grundsätzlich als Freileitungen gebaut werden. | Foto: 50Hertz

Mit ihrem „Zweiten Gesetz zur Änderung des Bundesbedarfsplangesetzes“ (Drucksache 21/6128) will die Bundesregierung Engpässe in der Stromversorgung innerhalb des deutschen Netzes beseitigen. Vor allem um den im Norden Deutschlands erzeugten Strom aus Windenergieanlagen zu den Verbrauchsschwerpunkten im Süden und Westen leiten zu können, soll der Ausbau der Stromübertragungsnetze beschleunigt werden. Im Zuge einer Aktualisierung und Ausweitung des Bundesbedarfsplans sind daher 45 neue Netzausbauvorhaben vorgesehen, 13 bestehende sollen verändert werden. Der Entwurf nimmt einer Mitteilung vom Donnerstag zufolge Maßnahmen auf, die im Netzentwicklungsplan (NEP) 2023-2037/2045 von der Bundesnetzagentur bereits bestätigt wurden und deren Bedarf unstrittig ist.

Neue Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen sollen demnach grundsätzlich als kostengünstigere Freileitungen gebaut werden. Für die neuen Vorhaben müssen die Übertragungsnetzbetreiber der Bundesregierung zufolge einmalige Investitionskosten von etwa 44,65 Milliarden Euro aufbringen. Als Folge werde für typische Haushaltskunden ein durchschnittlicher Anstieg der Netzentgelte um rund 30 bis 35 Euro pro Jahr erwartet, für Gewerbekunden um rund 400 Euro pro Jahr.

Der Bundesbedarfsplan gilt als das zentrale Planungsinstrument, um den Ausbau der Stromnetze auf Höchstspannungsebene in Deutschland zu steuern und zu beschleunigen. Für die neuen Vorhaben sollen die energiewirtschaftliche Notwendigkeit festgeschrieben und der vordringliche Bedarf dieser Vorhaben festgestellt werden, was die Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen soll. Der Bundesregierung zufolge bedeutet das, dass der Bedarf in späteren Planfeststellungsverfahren nicht mehr infrage gestellt werden könne, was die Verfahren massiv entlasten soll.

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Kommentare

gernot
May 29, 2026

« Für die neuen Vorhaben müssen die Übertragungsnetzbetreiber der Bundesregierung zufolge einmalige Investitionskosten von etwa 44,65 Milliarden Euro aufbringen. Als Folge werde für typische Haushaltskunden ein durchschnittlicher Anstieg der Netzentgelte um rund 30 bis 35 Euro pro Jahr erwartet»

Wie rechnen die? Wir haben heute 500 TWh Jahresverbrauch in Deutschland, was in den nächsten 20 Jahren auf mindestens 1000 TWh steigen wird (durch Elektromobilität, Wärmepumpen und Elektrifizierung von Teilen der Wirtschaft).

Wenn ich Finanzierung/Abschreibung über nur 20 Jahre unterstelle (obwohl die Leitungen länger genutzt werden) und 4 % Zinsen ansetze (Monopolisten ohne Ausfallrisiko), dann müssen pro Jahr inkl. Zinsen 3,25 Mrd. Euro auf durchschnittlich 750 TWh umgelegt werden. Das ergibt 0,43 Cent/kWh, die einzupreisen wären. Der Durchschnittshaushalt in D verbraucht 3.500 kWh im Jahr = 15 Euro pro Haushalt und Jahr.

Plus 100% Gewinnaufschlag für die Übertragungsnetzbetreiber oder mit welchen Annahmen rechnet die Bundesregierung?

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Jan
May 31, 2026

„Wir haben heute 500 TWh Jahresverbrauch in Deutschland, was in den nächsten 20 Jahren auf mindestens 1000 TWh steigen wird (durch Elektromobilität, Wärmepumpen und Elektrifizierung von Teilen der Wirtschaft)“

Lieber Gernot,
Die Erzählung, dass der Stromverbrauch in Deutschland in den nächsten X Jahren stark steigen wird, ist so alt wie falsch. Nach Daten von Energy-Charts ist der Stromverbrauch in D seit nunmehr 10 Jahren rückläufig, in den letzten 3 Jahren annähernd konstant. Das lag zu guten Teilen an Effizienzsteigerungen, die so langsam an ihre physikalischen Grenzen stoßen. Doch durch die voranschreitende Deindustriealisierung Deutschlands gibt es auch keinen Grund zur Annahme, dass der Verbrauch wieder nennenswert steigt. Der Verkehrssektor wird zunehmend Strom einsetzten, doch dies wird durch den Nachfragerückgang der Industrie überkompensiert.

ajhahn
May 29, 2026

Nichts gegen Milchmädchenrechnungen, wenn sie wenigstens stimmen. 5% (20 Jahre Abschreibung) + 4% Zinsen sind schon 9% und das auf 44,65 Mrd EUR angewendet sind über 4 Mrd. EUR pro Jahr. Da haben wir aber noch keine Aufzinsung drin. So viel Lärm um so wenig Kunst ist schon tapfer.