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Indielux: Gerichte bestätigen Vertriebsverbot für bestimmte Plug-in-Speicher ohne Leitungsüberlastungsschutz

Nach Angaben des Berliner Unternehmens sind die Einsprüche der betroffenen Händler gegen die zwei Urteile an Landgerichten gescheitert. Bei Zuwiderhandlung droht bis zu 250.000 Euro Ordnungsgeld.
ready2plugin Stromwächter
Foto: ready2plugin

Im Sommer untersagten die Landgerichte Bochum und Osnabrück den Vertrieb bestimmter Stecker-Solar-Speicher, die nach Auffassung der Richter die Anforderungen der einschlägigen VDE-Normen nicht erfüllten und somit nicht als „Plug & Play“-Lösung oder „ohne Elektriker“ beworben werden dürfen. Gegen diese Entscheidung legten die Händler Berufung ein. Doch die Gegenwehr der Händler sei gescheitert, hieß es am Freitag von Indielux. Die Berliner Firma hatte die Klagen eingereicht.

Eines der Vertriebsverbote sei bereits rechtskräftig und bei Zuwiderhandlung drohe ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro, so Indielux weiter. „Das Osnabrücker Verbot wurde nach mündlicher Verhandlung in vollem Umfang aufrechterhalten und umfassend begründet, das Bochumer wurde überwiegend bestätigt und ist rechtskräftig“, teilte Indielux mit. Bei Verstößen gegen VDE-Normen müssen die Anbieter die Sicherheit ihrer Produkte eigenständig nachweisen, so die Begründung der Richter. Bislang hat Indielux zufolge aber nur ein Hersteller nachgewiesen, dass sein Balkonkraftwerk-Speicher einen Leitungsüberlastschutz nach den Vorgaben der im Urteil erwähnten VDE-Norm umsetzt.

Hintergrund ist, dass mit der Steckdoseneinspeisung die Absicherung des Stromkreises heraufgesetzt wird. Die Sicherung könne dann ihre Schutzfunktion, die Leitung vor Überhitzung zu bewahren, unter Umständen nicht mehr erfüllen. Daher sei beim Anschluss von mehr als 960 Watt Modulleistung eine technische Schutzmaßnahme für den Leitungsüberlastschutz erforderlich. Das in den Gerichtsverfahren betroffene Gerät verfügte über keine Schutzmaßnahmen. Die Einspeiseleistung ließ sich Indielux zufolge zudem auf das 1,5-Fache der Normvorgabe einstellen.

Das Berliner Unternehmen geht davon aus, dass die Urteile viele Geräte in Haushalte betreffen. So seien im Marktstammdatenregister allein in den vergangenen 12 Monaten knapp 250.000 neue Stecker-Solar-Geräte mit mehr als 960 Watt Photovoltaik-Leistung neu registriert worden. Unter Einbeziehung nicht gemeldeter Anlagen geht Indielux von einem betroffenen Marktvolumen von rund 500 Millionen Euro aus.

Zudem befassten sich auch die Marktaufsichtsbehörden bereits mit dem Thema. Eine Sicherheitsanalyse von Indielux habe ergeben, dass Balkonsolar-Speicher ohne Leitungsüberlastschutz bei einer Einspeisung mit 2500 Watt die Elektroinstallation auf bis zu 217 Grad Celsius erhitzen können. Ab 200 Grad Celsius bestehe Brandgefahr. „Auch eine dauerhafte Einspeisung mit den normativ zulässigen 800 Watt (3,5 Ampere) kann die Lebenserwartung der Elektroinstallation im ungünstigsten Fall von rund 25 Jahren auf unter ein Jahr verkürzen“, wie Indielux erklärt.

„Betroffene Käufer können sich unter Umständen auf die gesetzliche Gewährleistung berufen und ihr Risiko sofort senken, indem sie die Einspeiseleistung ihres Speichers herunterregeln“, so die Empfehlung von Indielux. Zudem könnten sich Käufer gegenüber ihren Händlern auf die gesetzliche Gewährleistung berufen und Nachbesserung verlangen. „Ein Produkt, das gegen das Produktsicherheitsgesetz verstößt und nicht verkauft werden darf, kann einen Sachmangel im Sinne des Kaufrechts aufweisen“, so die Argumentation.

Das Herunterregeln der Einspeiseleistung ist allerdings keine Schutzmaßnahme im Sinne der Norm. Dies wäre aber der Fall, wenn eine Elektrofachkraft eine spezielle Wieland-Einspeisesteckdose einbaut, die mit dem maximal zulässigen Einspeisestrom gekennzeichnet sein muss. Dies sei der klassische, aber aufwändige Weg, wie es von Indielux heißt. Das Berliner Unternehmen verweist als Alternative auf seine eigene Einspeisesteckdose. Sie könne bis 2070 Watt (9 Ampere) absichern. Der „ready2plugin-Stromwächter“ lässt sich dabei auch nachrüsten. Dafür müsse derzeit noch Messtechnik im Sicherungskasten installiert werden. Allerdings sei bei einer Vielzahl der Balkonkraftwerk-Speicher ein Shelly „Pro 3EM“ bereits vorhanden, wofür indielux ein Nachrüst-Set anbiete.

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Kommentare

maxibelinda
Sep 24, 2026

So richtig beeindruckt scheint der Händler vom Urteil nicht zu sein, heute am 24.09.26 ist das Angebot noch vorhanden und wird weiterhin mit Plug & Play und sofortige Nutzung ohne teure Installateurkosten dort beworben.

solarblitz
Sep 21, 2026

Ihr solltet zwischen VDE-Blödsinn (über 960Wp Modulleistung) und AC (800W) Einspeisung deutlich unterscheiden. Technisch haben die Module genau 0.0 nix mit AC zu tun.

Weiter halte ich Indilux für unnützes Zeug! Kaum jemand hat einen Dauerverbrauch über einige hundert W. Die kurzen Zeiten wo man mehr verbraucht, sind aus 2 Gründen wenig wichtig: 1. Es ist nur ein kleiner Teil des ganzen Verbrauchs. 2. Wir man mit Plug&Play und Akku meist nicht übrig haben um Verbrauch über 800W zu versorgen, mit Smart Meter erst recht. Da Indilux eine Smartmeter benötigt, was nochmal Kosten verursacht macht die Sache für Indilux schlimmer. Denn mit Smartmeter kann man die Netzeinspeisung ohne Indilux gegen 0 reduzieren und den Selbstverbrauch maximal erhöhen. Die Plug&Play Akkus verwenden schon die volle Leistung der Module und strecken die erzeugten kWh auf bis zu 24 Std. Indilux hilft da nicht mehr viel, zumal es nur eine einzige Leitung mit einer Sicherung abdeckt. Dort wo Indilux hilft, sind wie in Grössenordnungen einer richtigen Anlage, was dann mehr Sinn macht.

Paul Wieland
Sep 21, 2026

Es ist schlimm, wie Marcus Vietzke von Indielux, der jahrelang verlauten ließ, dass eine Balkonkraft-Einspeisung über die Schuko-Steckdose völlig ungefährlich und spezielle Einspeisesteckdosen überflüssig wären, nun mit kleinlicher Juristerei versucht, Wettbewerber zu verhindern und sich dadurch einen wirtschaftlichen Vorteil zu verschaffen!
Wirklich interessant wäre doch, ob diese 960 W-Grenze, die er selbst dann initiiert hat, wirklich relevant ist. Wieviele Installationen in DE sind denn von der angeblichen Gefährdung bei Schuko-Einspeisung eines BKW mit > 960 Wp betroffen?? Und wie hoch ist denn die Gefährdung? … aber wenn halt das Produkt selbst nicht genügend Käufer überzeugt, dann müssen die lästigen Wettbewerber halt behindert werden…

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maxibelinda
Sep 24, 2026

Nun ja, hat natürlich schon etwas Geschmäckle das ganze dort. Das mit den 960Wp und 800VA wurde bei einem reinen BKW auch noch schön gerechnet um es überhaut durch zu bekommen. Da hier anscheinend jeder verkauft was er will, ohne sich an gültige Normen für den Anschluß in DE zu orientieren, sollte man schon mal etwas dagegen unternehmen, eigentlich ist so etwas auch eine Aufgabe des Verbraucherschutz, nur dort scheint man an dem Thema nicht sehr interessiert zu sein. Kommt es zu einem Schaden und du hast einen kack Gutachter, zahlt dann eventuell deine Versicherung nicht. Irgendwas muss aber mal passieren zu diesem Thema, denn der chinesische Speicherhersteller zahlt garantiert nicht deinen Versicherungsschaden.

gernot
Sep 19, 2026

«Auch eine dauerhafte Einspeisung mit den normativ zulässigen 800 Watt (3,5 Ampere) kann die Lebenserwartung der Elektroinstallation im ungünstigsten Fall von rund 25 Jahren auf unter ein Jahr verkürzen»

Was für ein Unfug. Ich hatte ready2plugin auch erwogen. Da die Vermarktungsstrategie von Indielux nun darin besteht, nicht mehr die Vorteile des eigenen Produkte herauszustellen, sondern nur noch FUD zu verbreiten und alle anderen kaputt zu klagen, kommt Indielux für nichts mehr in Frage. Schrecklicher Laden, der hoffentlich bald stirbt.

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solarblitz
Sep 22, 2026

So ist es, danke!
Die Aussage „Lebenserwartung von 25 Jahren auf unter 1 Jahr verkürzt“ ist ein rein theoretisches Laborkonstrukt: Man hat eine Formel genommen, 19,5 A ununterbrochene Dauerlast über ein ganzes Jahr in einer thermisch isolierten Kiste unterstellt und das Ergebnis als drohende Gefahr für den Endkunden dargestellt.
Für jeden, der ein Minimum an elektrotechnischem Verständnis mitbringt, ist das schlicht unseriöse Panikmache, um ein Produkt zu verkaufen, denn im Normalfall werden Verbraucher getaktet und Menschen arbeiten und schlafen und verbrauchen einen grossen Teil des Tages wenig.