Noch deckt der Hannoveraner Versorger Enercity einen großen Teil des Fernwärmebedarfs seiner Kunden mit Wärme aus dem örtlichen Kohlekraftwerk Stöcken. Vor wenigen Wochen hat Enercity den ersten Kraftwerksblock vom Netz genommen, der zweite soll im Frühling 2028 folgen. Ersetzt werden sie durch Biomasse- und Power-to-Heat-Anlagen, die Erweiterung der Wärmeauskopplung aus einer Müllverbrennungsanlage – sowie durch mehrere Großwärmepumpen.
Enercity hat nun mit dem Bau einer Kernkomponente seiner Wärmewende begonnen: An Hannovers zentralem Klärwerk im Stadtteil Herrenhausen entsteht derzeit eine Großwärmepumpe bis 30 Megawatt Leistung, die Fernwärme für rechnerisch 13.000 Haushalte mit einer Vorlauftemperatur von 95 Grad liefern soll. Um die Anlage mit dem Wärmenetz zu verbinden, muss der örtliche Fluss Leine per Spülbohrverfahren unterquert werden.
Als Wärmequelle dient gereinigtes Klarwasser, dass selbst im tiefsten Winter stabile Temperaturen von 12 bis 16 Grad liefert. Motoren, Kompressoren, die beiden zentralen Wärmetauscher-Pakete und andere zentrale Anlagenkomponenten kommen vom Schweizer Hersteller Friotherm.
„Innerhalb weniger Tage hat das Montageteam die bis zu 50 Tonnen schweren Einzelkomponenten vor der Halle zusammengefügt und sie über Schienen millimetergenau ins Gebäude eingezogen“, sagt Michael Hartung, Geschäftsführer der Enercity Contracting GmbH, die das Projekt verantwortet. „In den kommenden Wochen verbinden wir die Komponenten über mehrere hundert Meter Rohrleitungen – für Verdampfer‑, Kondensator‑ und Klarwasserkreisläufe.“
Anlage soll Ende 2026 in Betrieb gehen
Die neue Großwärmepumpe soll jährlich rund 130 Gigawattstunden Fernwärme erzeugen. Damit kann sie sieben bis acht Prozent des Bedarfs in Hannover decken. Enercity will sie Ende dieses Jahres in Betrieb nehmen. Der Versorger investiert hier rund 56 Millionen Euro. Der Bund fördert das Projekt durch einen Zuschuss in Höhe von 22,5 Millionen Euro aus dem Programm ,,Bundesförderung für effiziente Wärmenetze” (BEW).
Enercity will das Hannoveraner Fernwärmenetz von heute 360 Kilometer auf perspektivisch etwa 550 Kilometer ausbauen. Bis 2040 will das Unternehmen rund 18.000 Gebäude in Hannover mit klimaneutraler Fernwärme versorgen. Das sind etwa viermal so viele wie heute.
Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.







Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.
Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.
Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.
Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.