Photovoltaik-Mieterstrom würde wohl vielerorts ausgebremst, wenn die Einspeisevergütung aus dem EEG gestrichen wird, wie es ein geleakter Entwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium vorsieht. Zu diesem Schluss kommt eine am Montag veröffentlichte Studie des deutschen Instituts für Wirtschaft (IW) im Auftrag von Green Planet Energy. Die Modellrechnungen zeigten deutlich, dass gerade kleine und mittlere Photovoltaik-Projekte dann unwirtschaftlich werden würden. Bei größeren Projekten könnten hingegen Skaleneffekte genutzt werden.
Das IW hat für kleine Mieterstromprojekte mit 8 Einheiten eine Rendite von rund 1,1 Prozent unter den aktuellen Bedingungen berechnet. Bei mittleren Mehrfamilienhäusern mit 30 Wohneinheiten liegt sie demnach bei 2,8 Prozent und bei großen Projekten mit 150 Wohneinheiten bei 6,0 Prozent. Ohne Einspeisevergütungen wird diese nahezu auf 3,1 Prozent halbiert. Bei mittleren Projekten läge sie nach den Berechnungen von IW dann bei 0,1 Prozent und bei kleinen Vorhaben bei -2,5 Prozent.
„Unsere Berechnungen zeigen, dass die Einspeisevergütung für viele Mieterstromprojekte ein zentraler Bestandteil der Wirtschaftlichkeit ist“, sagt Studienautor Ralph Henger vom IW. „Fällt sie ersatzlos weg, werden viele kleine und mittlere Projekte in Mehrfamilienhäusern wirtschaftlich nicht mehr tragfähig.“ Alternative Einnahmequellen wie die Direktvermarktung könnten den Wegfall der Vergütung nur begrenzt kompensieren. Wichtig neben der Einspeisevergütung ist für Photovoltaik-Mieterstrom auch die Beteiligungsquote der Haushalte. Dies lasse sich gerade bei Bestandsgebäuden nur schwer steuern. Die Haushalte sind nicht verpflichtet, das Angebot wahrzunehmen.

Foto: Green Planet Energy
„Wenn die Einspeisevergütung für kleine PV‑Anlagen gestrichen wird, bricht ausgerechnet dort der Zugang zu günstigem Solarstrom weg, wo er dringend gebraucht wird – in ganz normalen Mehrfamilienhäusern. Millionen Mieterinnen und Mieter würden von der Energiewende faktisch ausgeschlossen“, sagt Sönke Tangermann, Vorstand von Green Planet Energy, zu den Studienergebnissen. Nach Angaben der Energiegenossenschaft wohnt fast jeder Zweite in Deutschland zur Miete. Es gibt rund drei Millionen Mehrfamilienhäuser, von denen bisher nur wenige mit einer Photovoltaik-Anlage für Mieterstrom ausgestattet sind. Technisch könnten 20 Millionen Wohnungen mit Photovoltaik-Mieterstrom versorgt werden.
Dafür braucht es nach Ansicht von Green Planet Energy klare Rahmenbedingungen. „Kurzfristig bedeutet das: Entweder bleibt die Einspeisevergütung für kleine Dach‑Photovoltaik‑Anlagen erhalten – oder sie wird durch einen erhöhten, praxistauglichen Mieterstromzuschlag aufgefangen“, sagt Tangermann. „Mittel- und langfristig kann Mieterstrom auch ohne Förderung auskommen. Dafür müssen allerdings bürokratische Hürden abgebaut, Prozesse vereinfacht und Regulierung verschlankt werden – von Messkonzepten über die Abrechnung bis hin zu schnelleren und standardisierten Genehmigungen durch Netzbetreiber.“
Darüber hinaus würden Batteriespeicher eine immer wichtigere Rolle für die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik-Mieterstrom spielen. Sie erhöhen den Eigenverbrauch, was zusätzlich zur Stabilisierung der Rendite beitragen könne. Doch an dieser Stelle werde der Einsatz von Speichern durch fehlende bundesweit einheitliche Vorgaben erschwert.
Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.







Ich wage eine zugespitzte Zusammenfassung:
1) Die Anlagengröße hat großen Einfluss auf die Rentabilität.
2) Verbreitung von u.a. Smart-Metern oder ähnlichen Instrumenten plus deren Einbindung in entsprechende Abrechnungssysteme (Direktvermarktung und Einspeisevergütunt) sind notwendig, um die ganze Sache rentabler zu machen.
Potzblitz, mich trifft der Schlag. Auf nach Oslo damit!