Solarmodule von Aiko, Trina Solar, JA Solar und anderen, Wechselrichter unter anderem von Fronius, Goodwe, SMA, Huawei oder Sungrow, Batteriespeicher von den gleichen und noch einigen weiteren Herstellern, dazu Montagesysteme vor allem von K2 Systems und außerdem Komplettsets für Anlagen bis 25 Kilowatt: Das Sortiment von Solarhandel24 ist reichhaltiger bestückt als bei manchen Photovoltaik-Großhändlern. Nur dass bei dem Händler, der in Düsseldorf-Reisholz ein zentrales Lager mit 22.000 Quadratmetern Fläche und noch weitere Logistikstandorte im Umland betreibt, nicht nur gewerbliche Kunden bestellen können, sondern jeder.
Mit diesem Konzept des Online-Direktvertriebs ist Solarhandel24 nach eigenen Angaben Marktführer in Deutschland. Dazu gehört unter dem Namen der Mutterfirma Solago auch ein allein auf Balkon-Photovoltaik spezialisierter Online-Handel. Dieser Bereich, der auch den Ursprung des erst 2022 gegründeten Unternehmens darstellt, erzielte im letzten Jahr rund 50 bis 60 Millionen Euro Umsatz, so Geschäftsführer und Mitgründer Janik Nolden im Gespräch mit pv magazine. Das Gesamtunternehmen brachte es auf 250 Millionen Euro.
Im ersten Quartal dieses Jahres zog der Absatz, vor allem unter dem Eindruck des Iran-Kriegs und der rasant gestiegenen Energiepreise, noch einmal gewaltig an. Allein der März brachte rund 70 Millionen Euro Umsatz. Wieviel das in Anlagenleistung bedeutet, ist wegen der Struktur des Sortiments schwer abzuschätzen. Es wurden aber, das lässt sich immerhin sagen, rund 250.000 Module mit circa 120 Megawatt Gesamtleistung verkauft. Nicht jeder Monat, so Nolden, wir derartige Zahlen sehen, doch insgesamt rechnet das Unternehmen für 2026 mit 400 Millionen Euro Jahresumsatz.
Ein Teil davon soll in den Niederlanden und Belgien erzielt werden. Dort wird ab sofort das gesamte Sortiment unter dem Namen Solago (solago.nl beziehungsweise solago.be) vertrieben, die in Deutschland und Österreich bestehende Aufteilung in die Marken Solago und Solarhandel24 gibt es dort nicht.
Vom deutschen Markt überzeugt
Nolden erwartet allerdings zumindest kurzfristig noch keinen allzu hohen Anteil der beiden neuen Märkte am künftigen Gesamtumsatz. Es gehe „natürlich darum, dass wir wachsen“, ebenso aber darum, dort jetzt Präsenz zu zeigen. So sei zum Beispiel in den Niederlanden wegen des ab 2027 auslaufenden Net-metering-Systems mit einem hohen Bedarf an Batteriespeicher-Nachrüstungen zu rechnen. Außerdem seien beide Länder von Düsseldorf aus günstig zu beliefern.
Auf jeden Fall liege der Grund für die Expansion nicht etwa im eher rückläufigen Heimatmarkt – und dass nicht nur, weil die Zahlen bei Solarhandel24/Solago hier bislang ganz und gar nicht abwärts zeigen: „Ich glaube an den deutschen Markt, auch für die nächsten Jahre“, sagt Nolden.
Auch vom Geschäftskonzept des Direktvertriebs ist der Solago-Geschäftsführer überzeugt. Er berichtet von vielen Varianten der Umsetzung: Es gebe Privatkunden, die „alles, was sie selber machen dürfen“ auch tatsächlich in Eigenregie erledigen und dann nur noch den Netzanschluss von einem Elektriker durchführen lassen. Andere wiederum ließen sich schon bei der Planung der Anlage von einem Fachbetrieb beraten, der dann auch einen mehr oder minder großen Teil der Installation durchführe – was im übrigen auch bei größeren oder sonstwie schwer installierbaren steckerfertigen Systemen der Fall sei.
„Es gibt sicherlich auch Installateure, die dagegen sind“, räumt er mit Blick auf die Kritik an dem Konzept ein, aber ebenso gebe es Betriebe, für die sich der Aufbau eines kompletten Photovoltaik-Bereichs samt Lagerhaltung und Auftragsakquise nicht lohnt, ein gelegentlicher Auftrag hingegen schon, Solche lokalen Akteure „kommen damit wieder ins Rennen.“ Eine komplette Ablehnung des Konzepts durch das Solarhandwerk kann Nolden jedenfalls schon mit Verweis auf die Bestellungen bei Solarhandel24 ausschließen: „30 Prozent unserer Kundschaft sind Installateure.“
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