Seit dem ersten Quartal 2025 veröffentlichen wir bei Enervis monatlich einen Batteriespeicher-Index, der auf historischen Marktdaten basiert und Erlösmöglichkeiten für Batteriespeicher abbildet. Der Index basiert auf historischen Marktdaten und bildet die Erlösmöglichkeiten für Batteriespeicher sowohl aus der Teilnahme am Intraday-Markt als auch an den Regelleistungsmärkten ab. Für jeden Monat der vergangenen 13 Monate werden die jeweils erzielbaren Erlöse ausgewiesen.

Grafik: Enervis
Neue Erlöszahlen für Februar 2026
Nach der moderaten Erholung im Januar gingen die erzielbaren Batteriespeicher-Erlöse im Februar erneut zurück und lagen im Durchschnitt bei rund 5.500 Euro pro Megawatt in dem Monat. Dies entspricht einem Rückgang von 21 Prozent gegenüber Januar und liegt weiterhin 19 Prozent unter dem Niveau von Februar 2025. Die Spreads an den Spotmärkten blieben vergleichsweise schwach und bewegten sich auf einem ähnlichen Niveau wie in Dezember und Januar. Eine Day-ahead-Preisspitze von über 240 Euro pro Megawattstunde am 9. Februar sowie sonnige Bedingungen am letzten Wochenende des Monats, die zu negativen Preisen führten, weiteten die Spreads temporär aus und verbesserten kurzfristig die Arbitragemöglichkeiten für Batteriespeicher. Parallel dazu verharrten die Regelleistungspreise auf stabil niedrigem Niveau und begrenzten das Erlöspotenzial weiterhin.
Allgemeine Trends
Die monatlich erzielbaren Erlöse schwankten in den letzten 13 Monaten erheblich. Das Maximum wurde im Mai 2025 mit 19.100 Euro pro Megawatt pro Monat erreicht, während das Minimum im Dezember 2025 bei 5.000 Euro pro Megawatt pro Monat lag. Tendenziell sind die Batterieerlöse in den Sommermonaten höher, dies ist auf die in den Monaten sehr starke Photovoltaik-Erzeugung bei gleichzeitig geringer Gesamtstromnachfrage zurückzuführen. Flankierend ist die konventionelle Erzeugungskapazität saisonal bedingt in den Sommermonaten weniger am Netz, unter anderem aufgrund von Wartungsarbeiten und möglicherweise geringerer Effizienz bei Gaskraftwerken aufgrund hoher Temperaturen. Auch die Verfügbarkeit von Windenergie ist in den Sommermonaten tendenziell niedriger als in den Winter- oder Herbstmonaten. Infolgedessen führen kurzfristige Einspeiseschwankungen oder Prognoseabweichungen der Photovoltaik-Einspeisung in den Sommermonaten unmittelbar zu größerer Volatilität an den Märkten. Dies zeigt sich direkt in einem intensiveren Handel auf dem Intraday-Markt. In den vergangenen zwölf Monaten betrugen die Batteriespeichererlöse im Mittel knapp über 12.100 Euro pro Megawatt pro Monat (rund 145.600 Euro pro Megawatt für das Gesamtjahr).
Erwartete Erlöse 2026
Analog zur Vorgehensweise für die Historie, bieten wir mit dem Enervis Batteriespeicher- Index auch einen Blick nach vorne. Basierend auf unseren aktuellen Strompreisprognosen, wird der Einsatz eines typischen Stand-alone-Speichers im Jahr 2026 modelliert.
Für das Erlöspotenzial im Gesamtjahr liegt weiterhin unser Current Efforts Szenario Q1/2026 zugrunden Aktualisierung des Szenarios erfolgte in diesem Monat nicht. Die prognostizierten Erlöse liegen aktuell bei 145.900 Euro pro Megawatt. Es ist leicht über dem Durchschnitt der erzielbaren Erlöse der vergangenen zwölf Monate, bewegen sich jedoch weiterhin im selben Größenordnungsbereich, wie im Enervis Batteriespeicher-Index dargestellt. Die Speicherparameter wurden dabei unverändert beibehalten.
Über die Autoren:
Mirko Schlossarczyk ist Geschäftsführer der energiewirtschaftlichen Unternehmensberatung Enervis Energy Advisors und ein erfahrener Strommarktexperte. Sein Beratungsschwerpunkt liegt auf Strompreisprognosen, Strommarktszenarien und der Asset-Bewertung von Batteriespeichern.
Jonas Anthonioz ist Berater bei Enervis und für Batteriespeicher-relevante Themen zuständig. Neben der Erlösbewertung und Wirtschaftlichkeitsanalyse von Batteriespeicherprojekten entwickelte er den Enervis BESS-Index und den dazugehörigen BESS-Index-Report.
Wenn Sie an einer detaillierteren Analyse und dem vollständigen Report interessiert sind, können Sie diesen hier anfordern.
Die Blogbeiträge und Kommentare auf www.pv-magazine.de geben nicht zwangsläufig die Meinung und Haltung der Redaktion und der pv magazine group wieder. Unsere Webseite ist eine offene Plattform für den Austausch der Industrie und Politik. Wenn Sie auch in eigenen Beiträgen Kommentare einreichen wollen, schreiben Sie bitte an redaktion@pv-magazine.com.
Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.








Seltsame Einheit für den Erlös, Euro pro MW und Monat.
Mögen Sie mal erläutern was mit 5.500 €/MW/Monat gemeint ist?
Die Einheit in der Strom verkauft wird ist eine Energie, KWh oder MWh und keine Leistung KW oder MW.
Man könnte vielleicht annehmen, dass der Durchschnittspreis pro Monat und MWh gemeint ist.
Da eine MWh 1000 KWh sind, wäre der Preis 5.500 € / 1000 KWh = 5,5 Euro pro KWh.
Das mag ich nicht glauben, dass solche Preise bezahlt werden.
Was könnte es sonst sein? Die garantierte Bereitstellung von Regelleistung?
Ein MW Regelleistung kostet dann 5.500 Euro. Egal wie oft die angefordert wird?
Wer bei solchen Preisen immer noch glaubt, dass der Strom durch die EE irgendwann mal billiger wird, der glaubt an jedes Märchen.
MfG Martin E.
Es mag sein, dass die Einheit seltsam erscheint.
Allerdings ist damit kein konkreter Strompreis, sondern ein Handelsgewinn für eine bestimmte installierte Leistung gemeint:
„Methodische Erläuterung: Der Enervis Batteriespeicher-Index zeigt für einen 1 Megawatt Leistung und 2 Megawattstunden Arbeitsvolumen (2 Stunden) Batteriespeicher die jeweils historisch und zukünftig erzielbaren monatlichen netto Erlöse (Deckungsbeiträge) in Deutschland.“
Den Strompreis könnte man ggf. überschlägig ausrechnen (2h-Speicher; „Der Speicher wurde mit einer Einsatzeinschränkung von 1,5 Zyklen pro Tag, einer Entladetiefe von 90 Prozent, einer technischen Verfügbarkeit von 97 Prozent und einem Kreislaufwirkungsgrad von 87 Prozent modelliert.“).
“ Was könnte es sonst sein? Die garantierte Bereitstellung von Regelleistung?“
–> „Der Index berücksichtigt dabei die Teilnahme an folgenden Erlösmärkten: Intraday, Primärregelleistung und Sekundärregelleistung.“
“ Egal wie oft die angefordert wird?“
–> „Der Speicher wurde mit einer Einsatzeinschränkung von 1,5 Zyklen pro Tag…“
Tatsächlich gehandelte Strompreise sind hier zu finden:
https://www.energy-charts.info/charts/price_spot_market/chart.htm?l=de&c=DE
MfG, Hans
1,5 Zyklen pro Tag?
Na dann.
1,5*2*30,5*0,9 sind 82,35 MWh pro Monat
Dafür wurden 5.500 Euro erlöst! Das sind 6,67 Cent pro KWh. In einem Jahr 66.000 Euro
Was kostet derzeit eine KWh Batterie“groß“speicher mit allem Zubehör? 250 Euro, 300 Euro?
2 MWh dann 500.000 oder 600.000 Euro. Ich denke eher mehr. Egal nehmen wir 500.000 an
Dann hätte sich die Batterie nach 7 1/2 Jahren amortisiert.
Nun denn, weder glaube ich dass die 1,5 Zyklen pro Tag erreicht werden, noch dass eine KWh nur 250 Euro kostet. Schon mal gar nicht glauben ich, dass die 6,7 Cent pro KWh erlöst werden, wenn mal die ersten 5 bis 10 Prozent der angeblich 700 GW (oder GWh? So genau kann man das den Meldungen nicht entnehmen) beantragten Batterie“groß“speicher gebaut sind.
Mfg Martin E.