Ausschreibung für Photovoltaik-Dachanlagen deutlich unterzeichnet – Zuschlagswert stabil

Dachanlage, Gewerbe, Segen

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Die Bundesnetzagentur hat in der jüngsten Ausschreibung für Photovoltaik-Anlagen auf Gebäuden und an Lärmschutzwänden mit Stichtag 1. Februar insgesamt 85 Gebote mit insgesamt 155 Megawatt bezuschlagt. Für die ausgeschriebene Menge von 283 Megawatt habe sie 98 Gebote mit 177 Megawatt erhalten, teilte die Behörde am Dienstag mit. 13 Gebote mussten jedoch wegen Formfehlern aus dem Verfahren ausgeschlossen werden; alle übrigen Gebote erhielten einen Zuschlag.

Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert lag der Bundesnetzagentur zufolge trotz der deutlichen Unterzeichnung mit 9,56 Cent pro Kilowattstunde leicht unterhalb des Wertes der Vorrunde. In der Oktober-Runde 2025 lag die eingereichte Gebotsmenge noch bei 310 Megawatt. Der durchschnittliche Zuschlagswert betrug 9,66 Cent pro Kilowattstunde. Der aktuelle Höchstwert liegt bei den Ausschreibungen für Photovoltaik-Dachanlagen bei 10,00 Cent pro Kilowattstunde.

Die meisten Zuschläge in der ersten Ausschreibung 2026 gingen nach Nordrhein-Westfalen. Es waren 24 für Photovoltaik-Projekte mit 50 Megawatt. Dahinter folgen Niedersachsen mit 12 Zuschlägen für 17 Megawatt und Brandenburg mit 9 Zuschlägen für ebenfalls 17 Megawatt, wie die Bundesnetzagentur weiter veröffentlichte.

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) forderte von der Bundesregierung, schnell wieder für Investitionssicherheit zu sorgen. „Die angespannte Konjunkturlage, in hohem Maße aber auch eine zunehmende politisch bedingten Planungsunsicherheit sind die wesentlichen Ursachen für die schwache Auktionsteilnahme“, sagte Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Gemeint sind damit die Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), Entschädigungszahlungen für Anlagenbetreiber im Redispatchfall zu streichen. Körnig forderte dagegen, dass die Barrieren für Batteriespeicher beim Netzzugang endlich abgebaut werden sollten. Unhaltbar sei  zudem die aktuelle Netzbetreiber-Praxis, dass im Falle temporärer Netzengpässe Photovoltaik-Anlagen und Speicher abgeregelt werden und nicht nur die Einspeisung ins Stromnetz vorübergehend unterbunden werde. Der BSW-Solar sei überzeugt, dass im Falle einer Wiederherstellung von Planungssicherheit und dem Abbau weiterer Marktbarrieren die Mehrzahl der Unternehmen ihre Firmendächer mit Hilfe der Photovoltaik in den nächsten Jahren elektrifizieren würden.

Mehr als doppelte Überzeichnung bei der Windkraft

Bei der Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land erhielt die Behörde nach eigenen Angaben 924 Gebote mit 7858 Megawatt. Das Ausschreibungsvolumen von 3445 Megawatt war damit mehr als doppelt überzeichnet. Die Bundesnetzagentur verteilte 439 Zuschläge für 3345 Megawatt mit Zuschlagswerten zwischen 5,19 und 5,64 Cent pro Kilowattstunde. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert sank damit im Vergleich zur Vorrunde von 6,06 auf 5,54 Cent pro Kilowattstunde. Dies sei der geringste Wert seit der Ausschreibung im Februar 2018, so die Bundesnetzagentur. Fast ein Gigawatt der bezuschlagten Windkraft-Projekte soll in Niedersachsen entstehen. Auf Bayern und Baden-Württemberg entfielen dagegen nur zwei Prozent des Zuschlagsvolumen.

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