Der Absatz von Wärmepumpen in Deutschland ist in drei der vergangenen vier Jahre 2022, 2023 und 2025, um mehr als 50 Prozent gestiegen. Und der Rückgang um 46 Prozent im Jahr 2024 ist erstens dem Rekordvolumen des Vorjahres und zweitens einem eher singulären Ereignis geschuldet: der überhitzten Debatte um das Gebäudeenergiegesetz und vor allem der Umstellung der Fördersystematik. Danach aber ging es auch steil wieder bergauf, und vor allem avancierte die Wärmepumpe mit 48 Prozent Marktanteil zur meistverkauften Heizungsart.
Beim Bundesverband Wärmepumpe (BWP) könnte man also recht zufrieden sein mit den Resultaten der aktuellen Branchenstudie, die der Verband am Montag vorlegte. Doch dem ist nicht so. Grund der Besorgnis ist natürlich das von der Regierungskoalition aus Union und SPD angekündigte Gebäudemodernisierungsgesetz, das nach Einschätzung von BWP-Geschäftsführer Martin Sabel neue Verunsicherung bringt „und nicht etwa den Markt entfesselt“. Das liegt nicht nur an den Inhalten, sondern eben auch daran, dass es bislang nur Ankündigungen gibt. Derzeit ist der Markt zwischen dem noch nicht formulierten, geschweige denn verabschiedeten Gesetz, der unklaren Entwicklung beim CO2-Preis und dem Energiepreisschock infolge des Iran-Kriegs in einer „Schwebestellung“, erklärte bei der Studienpräsentation Norbert Ruths, BWP-Vorstandsmitglied, Handwerksmeister und Geschäftsführer eines Haustechnik-Unternehmens in Langenlonsheim.
10 Prozent Wachstum sind eine vertane Chance
Wichtigste Bedingung für künftiges Wachstum ist, dass die von der Regierungskoalition angekündigte Beibehaltung der bestehenden Förderung bis mindestens 2029 auch Bestand hat. Dann könnte, so ein Ergebnis der Studie, bei sonstiger „Business as usual“-Entwicklung mit einem Anstieg der Verkaufszahlen zwischen 10 und 13 Prozent für dieses und die folgenden drei Jahre gerechnet werden. Allerdings, so Sabel, ist das „natürlich eine verpasste Chance“. Denn in einem „Ziel“-Szenario, das Entlastungen beim Strompreis, einen ambitionierten Start in den EU-Emissionshandel (ETS 2) und eindeutige Aussagen zu Gas- und Fernwärmenetzten beinhaltet, ließen sich für 2026 bis 2028 Wachstumsraten von 35, 39 beziehungsweise 31 Prozent erwarten, bevor es dann 2029 auf 15 Prozent heruntergeht – bei einem danach weiterhin stabilen Gesamtvolumen des Heizungsmarktes, an dem Wärmepumpen einen Anteil um die 90 Prozent hätten.
Auf ein ambitioniertes Ausbauziel hätten Industrie und Handwerk sich auch vorbereitet und deshalb Milliarden investiert, betonte der BWP-Geschäftsführer. Gleichzeitig machte er klar, dass die für das Gebäudemodernisierungsgesetz proklamierte Idee der „grünen Treppe“ mit einem allmählich steigenden Anteil von Biobrennstoffen für Gas- und Ölheizungen ohnehin nur funktionieren kann, wenn es von diesen Heizungen künftig nicht mehr viele gibt – wenn also viele Heizungen auf Wärmepumpen umgerüstet werden. Denn es seien nun einmal viel zu wenig CO2-neutrale Brennstoffe verfügbar, um alle heutigen Gas- und Ölheizungen zu versorgen, und deshalb sei eine Preisexplosion zu erwarten: „Das würde nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage in einer Katastrophe enden.“
Angebot und Nachfrage könnten auch bei der Verbindung von Wärmepumpen mit Photovoltaik-Anlagen eine, allerdings nur schwer vorhersehbare, Wechselwirkung entfalten. Wenn nämlich, wie von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche beabsichtigt, die Einspeisevergütung für kleinere Photovoltaik-Anlagen entfällt, wäre für Anlagenbetreiber der Solarstrom-Eigenverbrauch noch interessanter als ohnehin schon – das könnte die eine oder andere Entscheidung zur Anschaffung einer Wärmepumpe fördern. Gleichzeitig aber stellt Sabel klar: „Wir brauchen den Strom aus Erneuerbaren“, und der Ausbau der Photovoltaik dürfe nicht gebremst werden. Wichtig sei an dieser Stelle auch, dass der Netzausbau schneller vorankommt.
Die Branchenstudie steht auf der BWP-Homepage zum Download bereit.
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Ursächlich für das ganze Chaos sind die fortwährenden Interventionen des Staates (fragen sie mal die Installateure!). Dabei verfügt keine zentrale Planungsstelle der Welt über das erforderliche Wissen, um eine effiziente Allokation von Gütern zu gewährleisten (Hayek spricht in diesem Zusammenhang von einer „Anmaßung von Wissen“). Das kann eben nur der freie Markt, der eine optimale Allokation der Ressourcen über das Preissystem regelt. Wir brauchen nichts weniger als eine Radikalkur:
– Gebäudeenergiegesetz abschaffen!
– Subventionen streichen!
Anders gefragt: Glaubt irgendjemand ernstlich, dass wir ohne die ausufernden und ständig wechselnden gesetzlichen Vorgaben weniger Wärmpumpen verkaufen würden?
„Anders gefragt: Glaubt irgendjemand ernstlich, dass wir ohne die ausufernden und ständig wechselnden gesetzlichen Vorgaben weniger Wärmpumpen verkaufen würden?“
ersnt gemeint: ja, ich glaube, dass die Anzahl an Wärmepumpe stark abnehmen würde, wenn der freie Markt zugelassen werden würde.
1. Die Wärmepumpe ist politisch extrem aufgeladen. Sie ist ein vernünftiges Werkzeug um das Haus warm zu bekommen und das in aller Regel auf Dauer günstiger und klimaschonender im Unterhalt ist, als Verbrenner-Heizungen.
2. Die Investionskosten sind faktisch höher als beim Tausch einer vorhandenen Gas/Ölheizung. Viele können und wahrscheinlich noch mehr wollen jetzt nicht mehr investieren, dafür aber später aber höhere Kosten zahlen.
3. Einen Großteil der Bevölkerung ist nicht bewusst, dass die Preise für Gas und Öl viel stärker steigen werden als der Strompreis.
4. Ein Großteil der Bevölkerung ist >60 Jahre und denkt sich insgeheim, dass der letzte Lebensabschnitt genauso gut auch mit einer Gas/Ölheizung gelebt werden kann.
Ich nennen das „Kontroll- und Regelungsillusion“.
Dazu passt: Eine einmal geschaffte Bürokratie kann man (i.d.R.) nicht mehr abschaffen – selbst wenn der Grund der Schaffung entfällt. Sie erhält sich selbst um ihrer selbst wegen.
Bei EE ist nun der Grund der Eingriffe imho weitestgehend entfallen. Sie sind nicht nur ohne Subventionen konkurrenzfähig – sie sind auch ihne Subventionen konkurrenzlos günstiger + wirtschaftlicher.
Man kann schön beobachten, wie der Sinn der EEGs sich langsam wandelt in eine neue Geschichte. Das EEG + dazugehörige Bürokratie erhält sich selbst am Leben, verändert den Sinn. Ähnliches hatte man lange beim Solidaritätszuschlag etc.
Man kann die dazugehörigen Strukturen, Behörden, Beamte etc. nicht einfach „abschaffen“. Sie MÜSSEN zwingend weiter existieren, also schaffen sie sich selbst neue Arbeit (Gesetze etc.).
Ein freier Markt mit gleichen Bedingungen für alle Akteure gab es nicht und gibt es auch nicht .
Was der Markt macht, haben wir gesehen. Da ist der der „Dumme“, der sich um das Gemeinwohl sorgt, und so handelt, wie alle handeln müssten, es aber nicht tun, weil sie nur in Eigennutz denken.
Davon unabhängig kann man natürlich gerne gegen Subventionen sein. Bin ich auch. Besser ist es, die Rahmenbedingungen klar zu setzen (also CO2-Emittenten für die Schäden, die sie der Allgemeinheit zufügen, zur Kasse bitten) und im Übrigen alles dem Markt überlassen. Das geht dann zwar etwas langsamer, weil manche Leute erst merken, wo der Hase hinläuft, wenn er schon an ihnen vorbei ist, aber Subventionszahlungen haben immer das unangenehme Geschmäckle von „eigentlich ist das unwirtschaftlich“.
Subventionen können gerechtfertigt sein, um eine neue Technik marktfähig zu machen, und da muss man auch damit rechnen, dass dadurch die ein oder andere Technik gefördert wird, die dann auf die Dauer doch nicht gebraucht wird, weil in der Zwischenzeit noch etwas besseres kam. Aber so etwas ist nicht vorhersehbar, und deshalb halten sich private Investoren gerne zurück, Geld in Dinge zu investieren, von denen nicht sicher ist, ob sie die Zukunft oder doch eher eine Sackgasse sind. Die Gemeinschaft muss (und kann) auch mal eine Fehlinvestition verkraften, so wie das auch jedem Privatmann mit seinem „Spielgeld“ geht.
Ok, freier Markt würde heißen: Steuerung ausschließlich über den Preis (inkl. CO2-Kosten). Die Schweiz hat da eine passende Regelung: einen doppelt so hohen CO2-Preis von 120 SF pro Tonne CO2 und einen Rückerstattungsmechanismus (aktuell 2/3 der Einnahmen). Ein weiteres Drittel ist für Fördermaßnahmen (Gebäudesanierung) reserviert. Der CO2-Preis wird gesenkt (erhöht), wenn CO2-Minderungsziele erreicht bzw. nicht erreicht werden. Ganz einfach und marktwirtschaftlich. Und genau deshalb wird es gerade diese Regierung auch NICHT umsetzen.
@sim00: Sie sagen es. Die Wärmepumpe ist zu einem Politikum geworden. Und damit zu einem Spielball von Lobbyinteressen. Wenn dann auch noch der Wettbewerb ausgehebelt wird (durch ausufernde staatliche Subventionen von bis zu 70 %!) badet das am Ende der Kunde durch überhöhte Preise aus.
Warum lassen wir nicht einfach die Endkunden entscheiden, welche Art von Heizung sie haben wollen, und die Unternehmer, welche Art von Heizung sie auf dem Markt anbieten? Ich möchte an dieser Stelle aus „Wohlstand für alle“ von Ludwig Erhard zitieren:
„Die wirtschaftlichen Grundrechte
Hierbei ist zuvorderst an die Freiheit jedes Staatsbürgers gedacht, das zu konsumieren, sein Leben so zu gestalten, wie dies im Rahmen der finanziellen Verfügbarkeiten den persönlichen Wünschen und Vorstellungen des einzelnen entspricht. Dieses demokratische Grundrecht der Konsumfreiheit muß seine logische Ergänzung in der Freiheit des Unternehmers finden, das zu produzieren oder zu vertreiben, was er aus den Gegebenheiten des Marktes, d.h. aus den Äußerungen der Bedürfnisse aller Individuen, als notwendig und erfolgversprechend erachtet. Konsumfreiheit und die Freiheit der wirtschaftlichen Betätigung müssen in dem Bewußtsein jedes Staatsbürgers als unantastbare Grundrechte empfunden werden. Gegen sie zu verstoßen sollte als ein Attentat auf unsere Gesellschaftsordnung geahndet werden. Demokratie und freie Wirtschaft gehören logisch ebenso zusammen wie Diktatur und Staatswirtschaft.“
@Stefan Martin und sim00: Ihr habt beide nicht kapiert, wo der eigentliche Kampf stattfindet. Der Privatmann kann in seinem Eigenheim Fehlentscheidungen treffen, wie er will. Das kostet ihn dann halt Geld, das er nicht mehr auf andere Weise (im Zweifelsfall für umweltschädliche Freizeitgestaltung) ausgeben würde. Auch ein über 60-jähriger wird sich überlegen müssen, wie er sein Eigenheim gegebenenfalls zu Geld machen will, wenn er das mit >90 machen muss. Mit einer Steinzeitheizung wird das wesentlich weniger ergiebig sein, als mit einem modernen Energiekonzept.
Der eigentliche Kampf findet aber auf dem Gebiet der Mietwohnungen statt. Vermietern ist es weitgehend wurscht, wie viel Mieter für überteuerte „grüne“ Brennstoffe zahlen müssen. Da investieren sie lieber wenig in die Heizanlage, und lassen dann die Mieter die überhöhten Heizkosten bezahlen.
Am CO2-Preis würden die Vermieter eigentlich beteiligt. Ich habe es aber auch schon erlebt, dass bei einer Erdgas-befeuerten Fernwärmeheizung kein CO2-Preis anfällt, weil der Fernwärmelieferant Zertifikate erwirbt, die die Wärme auf dem Papier CO2-frei machen. Die Kosten für die Zertifikate werden nicht ausgewiesen, so dass der Vermieter auch nichts zahlen muss. Ein weiteres Beispiel, für den Irrsinn, der mit einem Zertifikatehandel verbunden ist. Im Effekt bedeutet die Ausgabe von Zertifikaten immer, dass, je mehr erneuerbare Energie genutzt wird, desto mehr CO2 darf auch emittiert werden. Also das Gegenteil von dem, was man eigentlich zu erreichen wollen vorgibt.
Noch zu dem schönen Erhardt-Zitat: Soweit es um den Konsum von Gummibärchen geht, hat er recht. Nicht recht hat er mit Konsum, der zu Lasten unbeteiligter Dritter geht. Deshalb gibt es innerorts ein Tempolimit, wird das Baurecht begrenzt, und auch die Ausbeutung von Bodenschätzen wird reguliert, manchmal (Umsiedelungen über Braunkohlevorkommen) nicht zum Vorteil der unbeteiligten Dritten. Außerdem haben wir keine freie Marktwirtschaft, sondern eine soziale, und das hat seinen Grund. In der freien Marktwirtschaft bilden sich ganz schnell Kartelle zum Nachteil der Verbraucher. Güter werden knapp gehalten um mit minimalem Aufwand maximalen Gewinn zu erzielen. Menschen gehen jämmerlich zugrunde, weil sie sich keine Krankenversicherung leisten können, bzw. nicht rechtzeitig dazu gezwungen wurden, sich krankenzuversichern. Man könnte die Liste der Unzulänglichkeiten einer freien Marktwirtschaft lange fortsetzen. Das kann keiner wollen.
Grundsätzlich könnte und sollte man zuerst Wohnraum schaffen, gerne auch mit WP
Man darf sich nicht wundern wenn dann die AFD gewählt wird, wenn die Reihenfolge falsch ist.
Und man hätte auch mit dem Geld, den Strom günstiger machen können bzw. in PV Freiflächen investieren sollen.
Einfach warten bis die Chinesen billigen Wärmpumpen uns verkaufen.
Die Doomsday-Lyrik des Verbandes ist völlig unangebracht. Solange das neue Gesetz nicht verabschiedet ist, gilt das alte. Bevor dessen Gültigkeit endgültig endet, kann es je nach Ausgestaltung des neuen sogar zu einer außerordentlichen Steigerung kommen, um noch von den alten Bedingungen zu profitieren.
Das neue Gesetz wird aber nicht schlechter sein dürfen, als das alte, weil es sonst aufgrund der Klagen von verschiedenen Umweltverbänden spätestens vom Verfassungsgericht einkassiert werden wird. Jede mögliche Verschlechterung des Klimaschutzes müsste von einer sicheren Verbesserung an anderer Stelle kompensiert werden, und das wird nicht klappen. Also wird das neue Gesetz besser, und das wird der Wärmepumpenbranche auf jeden Fall nicht schaden.
Die Doomsday-Lyrik ist zum Standard-Sprech deutscher Unternehmer und Verbände geworden, gern garniert mit dem schamlosen Ruf nach (noch mehr) Steuergeld.
Sie ahnen nicht, dass sie damit eine kollektive sich selbst erfüllende Prophezeiiung herbeirufen.
Schade, dass man nicht Innovationen und Produktivität als oberste Prioritäten sieht. Wenn ich deutsche Unternehmer und Top Manager nach ihrer IT- oder Digitalisierungsstrategie frage, dann versteht man anhand der Antwort, warum es auch im Bund mit dem Thema nicht vorankommt:
„Wir haben doch SAP (oder ein Produkt auf dem das auf der Rechnung steht)“, ist noch eine der „sinnvollsten“ Antworten 😀
Wenn es nicht so traurig wäre. Anstatt die Menschen produktiver arbeiten zu lassen… ach komm, vergessen wir es einfach. Sie checken es einfach nicht…. Dann muss man eben 1x weniger im Jahr Urlaub auf Malediven machen, liebe Vorstandsmitglieder. Das Leben ist so gemein, vor allem zu den Ahnungslosen.
Ich habe eine WP seit Sept. 2025, lt. Warentest 2024 eine sehr gute, in einem Reihenhaus aus Anfang 80er-Jahre. Bis heute hat sie 4900 kWh Strom zu 28 Ct benötigt, um daraus zusätzlich 12100 kWh Wärme aus der Luft zu gewinnen. Die Gesamtkosten betrugen incl. zusätzlicher E-Installation (Zählerschrankanpassungen etc.) 38 000 Euro. Ein Drittel hat der Staat erstattet., also war mein Anteil 25 000€.
Wenn ich eine funktionierende Gasheizung weiterbetrieben hätte zu einem Gaspreis von 8,5 Cent/kWh (Angebot für 2 Jahre lag vor) hätte ich für 17 000kWh also 1445€ Gas bezahlt. So bezahle ich jetzt 1372€ Strom. Und dafür zur Aufrechterhaltung der WP-Garantie 250€/a mehr an Wartungskosten für die WP gegenüber Gas. Ich habe keine Firma gefunden , die eine „fremdinstallierte“ WP preiswerter warten wollte.
Jeder kann sich ausrechnen, wann er in die „Gewinnzone“ kommt. Und „armotisieren“ heißt, man ist er bei Null. Man sollte auch an den Zinsverlust denken (besonders als „Alter“), den man bei solcher Geldausgabe hat.
Und warum eine WP in Deutschland doppelt so teuer wie im Ausland ist???
An der Physik liegt es wohl kaum.