Kommunale Beteiligung an Photovoltaik und Windkraft: Node Energy ermittelt Durchschnitt von jährlich 7.170 Euro je Anlage

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Für rund 14.000 Photovoltaik- und Windkraftanlagen wurde nach Angaben des Softwareanbieters Node Energy im Jahr 2025 dessen digitales Betriebsführungs-Cockpit genutzt. Bei gut 21 Prozent dieser Projekte kommt ein Modul zur automatisierten Abwicklung von Zahlungen an die jeweiligen Standortkommunen zum Einsatz. Eine jetzt vorgelegte Auswertung belegt Node Energy zufolge zweierlei: Die finanzielle Beteiligung der Kommunen gewinnt an Bedeutung, und die Rückerstattungsmöglichkeit für einen Großteil der Zahlungen ist hierbei ein zentraler Faktor. Darüber hinaus werde deutlich, dass der Bearbeitungsaufwand bei Kommunen und Anlagenbetreiber ohne automatisierte Abrechnung ganz erheblich wäre.

Die Beteiligung der Kommunen ist gemäß Paragraf 6 EEG freiwillig, in vielen Bundesländern gibt es aber zusätzliche, verpflichtende Regelungen. Einen Großteil der Zahlungen können sich die Anlagenbetreiber von den Netzbetreibern zurückerstatten lassen, und dies ist Node Energy zufolge auch der zentrale Grund dafür, dass die Kommunen überhaupt beteiligt werden. Von den in der Auswertung ermittelten Zahlungen bestehen demnach nur 20 Prozent aus nicht erstattungsfähigen Mengen, woraus sich folgern lassen, dass die verbleibenden 80 Prozent wahrscheinlich nur wegen der Rückerstattungsmöglichkeit fließen.

Die Beträge sind dabei nicht allzu gewaltig. Für das Jahr 2025 nennt Node Energy 152 seiner Kunden, die insgesamt 1.200 Kommunen an 3.000 Anlagen finanziell beteiligt haben. Dabei seien rund 21,5 Millionen Euro abgegeben worden, also knapp 7.170 Euro je Anlage.

Eine Stunde Bearbeitung pro Vorgang

Der administrative Aufwand hierfür ist erheblich – aus Sicht von Node Energy naheliegenderweise ein gutes Argument für eine automatisierte Abrechnung. An einer Anlage seien im Durchschnitt vier Gemeinden beteiligt, gleichzeitig erhalte eine Kommune im Schnitt Zahlungen von drei unterschiedlichen Anlagenbetreibern. Nicht nur die Erstellung der kommunalen Gutschriften, sondern auch der anschließende Erstattungsprozess gegenüber dem Netzbetreiber verursache hierbei Bearbeitungsaufwand, weil die Zahlungen dokumentiert, zusammengeführt und als Erstattungsantrag eingereicht werden müssten. 2025 wurden für das von Node Energy betreute Portfolio den Angaben zufolge 2.844 Gutschriften erstellt. Dies hätte bei manueller Bearbeitung pro Vorgang rund eine Stunde Arbeitsaufwand verursacht. Dem gegenüber hätten digitale Prozesse zur Abwicklung von Gutschriften und Erstattungsanträgen den Betreibern insgesamt rund 350 Arbeitstage erspart.

Der regulatorische Rahmen entwickelt sich Node Energy zufolge insbesondere durch die in den Bundesländern geschaffenen Regelungen weiter. Diese machten „entsprechende Zahlungen faktisch zum Standard“. So sei in Bayern zum 1. Januar 2026 eine neue Regelung in Kraft getreten, und auch Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein „passen ihre Beteiligungsgesetze zunehmend an den Mechanismus des Paragrafen 6 EEG an“.

Insgesamt zieht das Unternehmen ein positives Fazit zu den Regelungen: „Die Energiewende funktioniert nur, wenn sie wirtschaftlich für Betreiber und gleichzeitig sichtbar für Kommunen ist“, erklärt Falco Meyer-Hübner, Experte für die kaufmännische Betriebsführung bei Node Energy. Genau dies schaffe die Beteiligung nach Paragraf 6 EEG. Die Daten zeigten aber auch die Bedeutung digitaler Prozesse – nicht nur wegen der Arbeitszeitersparnis: „Es geht um zu viel Geld, um den Prozess in einem fehleranfälligen, manuellen, Excel-basierten Verfahren abzuwickeln, das im nächsten Jahr wieder die gleiche Unsicherheit mit sich bringt.“

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