Photovoltaik erreicht 16 Prozent der deutschen Stromproduktion

Destatis, Statistisches Bundesamt, Stromerzeugung 2025/2024, Anteile in Prozent

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Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat vorläufige Daten zu den 2025 in Deutschland erzeugten und ins Netz eingespeisten Strommengen vorgelegt. Demnach belief sich die Gesamteinspeisung auf 438,2 Terawattstunden und stieg damit gegenüber dem Vorjahr (432,1 Terawattstunden) um 1,4 Prozent. Die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien summierte sich 2025 auf 256,9 Terawattstunden, 0,1 Prozent weniger als 2024 (257,1 Terawattstunden). Der Erneuerbaren-Anteil sank damit von 59,5 auf 58,6 Prozent.

Die Statistik umfasst allerdings nicht den gesamten Stromverbrauch, sondern nur den in das allgemeine Versorgungsnetz eingespeisten Strom. Damit fehlen beträchtliche Anteile, vor allem der in Industriekraftwerken erzeugte und direkt in den Betrieben verbrauchte Strom, der mit privaten Photovoltaik-Anlagen erzeugte und im Haushalt verbrauchte Strom sowie die Netzverluste und der Saldo aus Stromimporten und -exporten. Deshalb ist die ermittelte Gesamtmenge auch deutlich niedriger als die Brutto-Stromerzeugung, die von der AG Energiebilanzen mit 500,9 Terawattstunden angegeben wird (Vorjahr: 494,4 Terawattstunden). Der Brutto-Stromverbrauch wiederum wird vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) auf 517,2 Terawattstunden taxiert, der Erneuerbaren-Anteil ist hier allerdings mit 55,8 Prozent etwas niedriger.

Kohle leicht rückläufig, Erdgas deutlich zunehmend

Bei der von Destatis erfassten erzeugten und ins Netz eingespeisten Strommenge legten fossile Energieträger – überwiegend Kohle und Erdgas – im vergangenen Jahr zu, die Erzeugung stieg von 175,0 Terawattstunden 2024 um 3,6 Prozent auf 181,3 Terawattstunden 2025. Der Anteil an der Gesamterzeugung erhöhte sich von 40,5 auf 41,4 Prozent. Diese Entwicklung geht auf eine deutlich verstärkte Stromproduktion aus Gaskraftwerken zurück, sie stieg um 10,2 Prozent von 64,1 auf 70,6 Terawattstunden, der Anteil an der Gesamtproduktion erhöhte sich damit von 14,8 auf 16,1 Prozent.

Kohlestrom hat hingegen eine leicht rückläufige Bilanz, die Erzeugung sank um 0,5 Prozent von 97,3 auf 96,8 Terawattstunden, das entspricht 22,5 beziehungsweise 22,1 Prozent der Gesamterzeugung.

Photovoltaik gleicht Erneuerbaren-Bilanz aus

Unter den erneuerbaren Energien konnte nur Photovoltaik sowohl die erzeugte Strommenge als auch den relativen Anteil deutlich steigern. Windkraft war 2025 mit 131,3 Terawattstunden trotzdem der bei weitem wichtigste Energieträger der Stromwirtschaft. 2024 waren es hier allerdings 136,3 Terawattstunden, somit sank die Erzeugung um 3,6 Prozent und der relative Anteil von 31,5 auf 30,0 Prozent.

Den deutlichsten Rückgang verzeichnete Wasserkraft: Die Stromerzeugung sank um 22,5 Prozent von 20,4 auf 15,8 Terawattstunden, der relative Anteil von 4,7 auf 3,6 Prozent. Bei Biogas sank die Erzeugung um 3,0 Prozent von 28,2 auf 27,4 Terawattstunden und der relative Anteil von 6,5 auf 6,2 Prozent.

Diese Rückgänge konnte die Photovoltaik indes nahezu ausgleichen. Mit 70,1 Terawattstunden erreichte die Solarstromproduktion einen neuen Rekordwert und stieg gegenüber 2024 (59,7 Terawattstunden) um 17,4 Prozent. Mit 16,1 Prozent Anteil an der Gesamterzeugung (nach 13,8 Prozent im Vorjahr) war Photovoltaik damit, wie schon 2024, hinter Windkraft, Kohle und Erdgas der viertwichtigste Energieträger, der Abstand zum Erdgas verringerte sich trotz dessen gestiegener Bedeutung aber auf nur noch 0,1 Prozentpunkte. Im Vorjahr lag noch ein ganzer Prozentpunkt zwischen Gas und Solarstrom.

Die Bedeutung von Stromimporten ist ausweislich der Destatis-Bilanz erheblich gesunken. 2025 wurden 79,6 Terawattstunden importiert, 2,7 Prozent weniger als 2024 (81,7 Terawattstunden). Gleichzeitig erhöhte sich die Menge der Stromexporte um 8,7 Prozent von 55,4 auf 60,2 Terawattstunden. Somit sank der Importüberschuss um 26,2 Prozent von 26,3 auf 19,4 Terawattstunden.

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