Sun-X muss Insolvenz anmelden

Der überraschende Rückzug von Geldgebern hat für einen Liquiditätsengpass bei dem oberbayerischen Photovoltaik-Reinigungsunternehmen gesorgt. Der vorläufige Insolvenzverwalter prüft nun die Fortführungsperspektive und will einen strukturierten Investorenprozess aufsetzen.
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Der Verschmutzungssensor erfasst den Grad der Ablagerungen auf Moduloberflächen präzise und wertet die Daten über eine Cloud-Plattform aus. | Foto: Sun-X

Die Sun-X GmbH aus Fraunberg hat beim Amtsgericht Landshut eine Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Der Rechtsanwalt Marc-Andre Kuhne von der Kanzlei drk kuhne dr. raith ist zum vorläufigen Insolvenzverwalter des auf Photovoltaik-Reinigungssysteme spezialisierten Unternehmens bestellt worden. Er analysiere bereits die wirtschaftliche Lage und will Gespräche mit allen wesentlichen Beteiligten führen, teilte seine Kanzlei am Montag mit.

Die Insolvenzanmeldung erfolgte, nachdem sich zu Jahresanfang ein Hauptdarlehensgeber sowie ein weiterer Investor, der bereits Finanzmittel zugesagt hatte, überraschend zurückzogen. Dies sorgte bei dem Unternehmen, das sich primär noch in der kostenintensiven Forschungs- und Entwicklungsphase befindet und aktuell noch keine ausreichenden Eigenerlöse erwirtschaftet, für einen bedrohlichen Liquiditätsengpass. „Die wirtschaftliche Krise wurde durch externe Faktoren ausgelöst, die das Unternehmen trotz einer soliden technologischen Basis unvorbereitet getroffen haben“, sagte Kuhne. „Mein Ziel ist es nun, den Geschäftsbetrieb stabil zu halten und eine langfristige Lösung für die sieben betroffenen Mitarbeiter und den Standort zu finden.“ Dabei werde er auch eine Investorenlösung prüfen.

Der Geschäftsbetrieb von Sun-X laufe zunächst unverändert weiter. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind für die nächsten drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert. In den nächsten Wochen will Kuhne einen strukturierten Investorenprozess einleiten, um strategische Partner zu finden, die Sun-X die Finalisierung seiner Produktentwicklung und den geplanten Markteintritt ermöglichen. „Wir sehen durchaus reale Chancen für eine übertragende Sanierung. Die vorhandenen Patente, das Know-how der Belegschaft und die internationale Ausrichtung durch bestehende Kooperationen machen Sun-X zu einem attraktiven Ziel für Investoren aus dem Cleantech-Sektor“, so der vorläufige Insolvenzverwalter weiter.

Die Gründung von Sun-X erfolgte 2020. Es folgte die Entwicklung des Produkts „sunrail“. Es handelt sich um ein patentiertes Schienensystem, das einfach an nahezu jede Photovoltaik-Anlagen montiert werden kann. Der Roboter kann bei Servicebedarf auf die Schiene gesetzt werden und erkennt per Sensoren die Verschmutzung der Solarmodule. Der Verschmutzungssensor, der den Grad der Ablagerungen auf Moduloberflächen präzise erfasst und die Daten über eine Cloud-Plattform auswertet, sei Kern des Portfolios von Sun-X. Das System bestimmt auf der Messung beruhend den Ertragsverlust und den optimalen Reinigungszeitpunkt, um die Erträge der Photovoltaik-Anlagen zu steigern. Ursprünglich war der Markteintritt der neuen Sensorgeneration für dieses Jahr geplant.

Erst vor rund einem Jahr gründete Sun-X gemeinsam mit dem Reinigungsspezialisten Sunbrush das Joint Venture Suntex, um den selbst entwickelten Reinigungsroboter Sunbotics auf die Märkte weltweit zu bringen.

Kommentare

Ralf Fichtner
Mar 03, 2026

Das System mag technologisch gut gedacht sein, aber brauchen tut es eigentlich niemand so richtig. Bereits der Sensor scheint eher ein Ladenhüter zu sein. Sun-X hätte ihren Roboter weiter entwickeln sollen, aber das beste Pferd im Stall hat man verkauft. Ich wünsche den Team weiterhin viel Erfolg.