Nach der Bekanntgabe von Eckpunkten für ein Gebäudemodernisierungsgesetz als Nachfolge des bislang geltenden Gebäudeenergiegesetzes haben am Donnerstag zwei Verbände der unmittelbar betroffenen Branchen Stellung bezogen. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) präzisierte nach seiner ersten Stellungnahme seine Position nochmals, und auch der der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) veröffentlichte seine Position zu dem Gesetzesvorhaben.
Der BWP konstatiert „Licht und Schatten“. Licht spendet demnach die angekündigte Beibehaltung der bestehenden Heizungsförderung bis mindestens 2029. Die angekündigten, tiefgreifenden Gesetzesänderungen „gehen leider zu Lasten einer klaren Orientierung“, sagte BWP-Geschäftsführer Martin Sabel, und deshalb sei es „umso wichtiger, dass die bewährte Förderung von Wärmepumpen weitergeht“. Diese müsse nämlich – und hier kommt wohl der aus Sicht des Verbands schattige Teil – „die schwerwiegenden Rückschritte kompensieren, die durch den Wegfall der 65 Prozent-Vorgabe für neue Heizungen entstehen“. Die von CDU/CSU und SPD skizzierten Pläne einer Biomasse-Treppe für neue Gas- und Ölheizungen werde die Wirkung der bestehenden Regelung nicht ersetzen können, „wenn sie erst ab 2029 einsetzt und nur einen Erneuerbaren-Anteil von 10 Prozent vorsieht. Hier sollte die Koalition erwägen, nachzusteuern.“
Der BWP bekundet auch deshalb Unverständnis für die Koalitionspläne, weil die aktuellen Zahlen eine hohe Zustimmung zum Wärmepumpenausbau belegen. Im Januar 2026 seien 24.000 Geräte verkauft worden, 33 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres.
Verantwortung für Industrie, Handwerk, Wohnungs- und Energiewirtschaft
Kai Schiefelbein, Geschäftsführer des Wärmepumpenherstellers Stiebel Eltron und stellvertretender BWP-Vorstandsvorsitzender des BWP, weist auf die Wettbewerbssituation der europäischen Wärmepumpenindustrie hin. Die Unternehmen brächten gute Voraussetzungen mit, „um die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben: Technologische Kompetenz, hohe Qualitätsstandards in der Installation und eine hohe Kundenzufriedenheit.“ Dies trage zu Beschäftigung und Wertschöpfung in Deutschland und Europa bei, es seien aber klare Richtungsentscheidungen und die gezielte Förderung europäischer Wertschöpfung erforderlich, um weiterhin erfolgreich zu sein: „Wir fordern die Koalition auf, sowohl bei der Förderung als auch im Gebäudeenergiegesetz einen rechtssicheren und planbaren Rahmen zu schaffen und ihrer industriepolitischen Verantwortung gerecht zu werden.“ Dies sei nicht nur für die Industrie wichtig, sondern auch für Handwerk, Wohnungs- und Energiewirtschaft.
Der BWP warnt ausdrücklich vor erheblicher Rechtsunsicherheit und verweist auf ein bereits im Sommer 2025 erstelltes Gutachten, dem zufolge es unzulässig sei, Rückschritte beim Klimaschutz wissentlich herbeizuführen. Zudem müsse die Bundesregierung bis zum 25. März „ein belastbares Klimaschutzprogramm vorlegen, einschließlich eines belastbaren Plans, wie die Klimazielen für 2030 und erstmals auch 2040 eingehalten werden sollen.“ Auf diese Zusammenhänge haben auch andere Verbände und Organisationen bereits hingewiesen. So hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine Klage angekündigt für den Fall, dass die Bundesregierung die Frist versäumt. Der Gebäudesektor hat die Klimaschutzvorgaben regelmäßig verfehlt. Zudem soll das angekündigte Gebäudemodernisierungsgesetz erst im April überhaupt in den Bundestag, das Inkrafttreten ist für den 1. Juli geplant.
Grüngas-Quote kein sinnvolles Instrument
Rechts- und damit Planungsunsicherheit fürchtet auch der ZVEH. Ähnlich wie der BWP begrüßt das Elektrohandwerk das geplante Festhalten an der Förderung und vertritt ebenfalls die Position, solche finanziellen Anreize würden mit Abschaffung der 65 Prozent-Regel „umso bedeutsamer und dürfen daher keinesfalls abgesenkt werden“, wie es in einer ZVEH-Mitteilung heißt. Indem die Bundesregierung aber die 65 Prozent-Regel aufgebe und ab 2029 auf eine Grüngas-Quote setzen wolle, „sorgt sie einmal mehr für Verunsicherung bei Gebäudeeigentümern, Handwerkern, Herstellern, Energieversorgern und Kommunen“, so ZVEH-Hauptgeschäftsführer Alexander Neuhäuser.
Der Verband weist darauf hin, dass Forschungsinstitute eine Grüngas-Quote mehrheitlich als wenig sinnvolles Instrument zur Dekarbonisierung im Gebäudesektor ansehen. Es würden zudem Investitionen in die Energiewende und Zukunftstechnologien gebremst, so Neuhäuser: „Welche Folgen es hat, wenn Investitionen immer wieder in die Zukunft verschoben werden, zeigt sich am Zustand unserer Schulen und unserer Straßen.“
„SPD hielt Abschaffung von Beginn an für falsch“
Bereits am Mittwoch meldete sich auch die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Nina Scheer zu Wort – mit einem Dank an die an den Verhandlungen beteiligten Kollegen „für ihren intensiven Einsatz zur Sicherung der Wärmewende“, dem sie aber ungewohnt deutliche Kritik am Resultat voranstellte.
Mit den Eckpunkten, so Scheer, werde „ein koalitionäres Kernvorhaben von CDU/CSU auf den Weg gebracht, das sogenannte Heizungsgesetz abzuschaffen. Von Seiten der SPD wurde dieses Vorhaben von Beginn an für falsch gehalten.“ Mit der jetzt „entgegen der klaren Positionierung der SPD“ vorgesehenen Streichung der 65 Prozent-Quote sei einem Wunsch der Union entsprochen worden. Die in den Eckpunkten dargelegte „Bio-Treppe“ von 10 Prozent Bioenergie-Anteil ab 2029 für neue Heizungen und einer Grüngasquote von 1 Prozent ab 2028 im Bestand seien „zu niedrig, um beschleunigt fossile Ressourcenabhängigkeit zu überwinden sowie saubere, sichere und bezahlbare Wärme entlang der Klimaschutzziele zu erreichen“.
Ihre Erklärung für dieses Resultat dürfte Kritiker der Gesetzespläne mutmaßlich nicht wirklich besänftigen: Es liege „in der Natur von Koalitionen, Entscheidungen auch für Themenfelder zu treffen, in denen sich die Sichtweisen stark voneinander unterscheiden oder gar widersprechen. Die Abschaffung des Heizungsgesetzes ist ein solches Themenfeld.“
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Die Hoffnung besteht, dass die Wärmepumpe endlich billiger wird. Die Branche sahnt bisher unverschämt ab. Das dürfte der Wärmpumpe viel mehr helfen, denn die Bürger können selbt rechnen was sich am ehesten lohnt.
Ja, die Heizungsbauer nehmen ihren Anteil an der Förderung mit Handkuss an und mit.
Aber in der Kommunikation sollte klarer sein, das die REALEN Kosten für den Endkunden im Rahmen bleiben.
Beispiel – Rechnung des Heizungsbauer: 30 k€, nach Abzug der Förderung (z.B. 70%) bleiben davon ca. 10 k€ übrig.
Die 10 k€ sind zu kommunizieren. Wer beständig die 30 k€ kommuniziert betreibt das Geschäft der fossilen Erzeuger: Denn DIE haben ein Interesse, daß sich hohe Kosten im Kopf festsetzen !!
@E Wolf: Die Förderung fällt doch aber auch nicht vom Baum – letztlich sind das Steuergelder, die umverteilt werden. Man sollte nicht so tun, als sei das völlig egal. Die Preise müssen runter, ganz klar. Andernfalls hat die WP stets den Makel des „überteuerten Ökozeug“. Wenn beim Hausbesitzer erstmal die Koordinaten „Gastherme 10k; WP 30K“ gefestigt ist – die er dann auch für einen späteren Austausch bei Defekt unterstellt – ist eben die WP nicht wirklich attraktiv. Erst recht nicht, wenn sich bei den Betriebskosten kaum was einsparen lässt.
2025 hat Deutschland 3,5 Mrd € Förderung für Wärmepumpen ausgezahlt, verglichen mit 70 Mrd für die Bundeswehr oder 55 Mrd für Bürgergeld etc. pp. sind das doch Peanuts.
Und das Geld verpufft ja nicht, im Gegenteil. 1. Wird damit ein sehr sehr wichtiger Teil zum Klimaschutz gemacht und 2. fließt das Geld an deutsche Heizungstechniker und deutsche Wärmepumpenhersteller wo das meiste davon als Steuern wieder an den Staat zurück geht.
Eine Win-Win Situation, alles was an Ausgaben in Deutschland ausgegeben wird stärkt gleichzeitig auch immer die Wirtschaft und erhöht die Steuereinnahmen.
Weshalb eigentlich Grüngas? Da wird doch jetzt schon die Abwälzung der Schuld für das Verfehlen der Sektorziele im Gebäudesektor vorbereitet: die Grünen sind schuld, die waren’s!
Benennt das korrekt: CDU-Gas. Oder Lobbygas.
@ E.Wolf
ja 30 k€ ist eine Größe, die 70 % bekommen wohl nicht soviele, wir sollten eher bei den
50 % bleiben;
meine drei Angebot die 2 Wochen alt sind
belaufen sich für ein EFH zwischen 40 k€
und 53 k€……ich denke grenzwertig;
ich mag Gas- Kati auch nicht…sarkastisch…
aber bei den Preisen kann ich mir das Gas
vom Apotheker (nicht’s gegen den Berufsstan)
täglich mit dem Taxi liefern lassen….
Ich kenne nicht Ihr Gebäude, ihren Gasverbrauch oder den Zustand der Heizungsanlage.
Aber bei den genannten Kosten, ist durchaus zu vermuten, das sich hier jemand gerne Leistungen bezahlen läßt, die so nicht an der Tagesordnung sind.
Als da z.B. wären:
– Umbau / Erweiterung des Elektrozählerschrank (wäre auch bei PV &/oder eAuto vermutlich fällig).
– Betonsockel für die WP, die einen Panzer tragen könnte.
– Austausch von guseisernen Heizkörpern.
– „Sonderlocken“ wie Einzelraumheizung mit Thermostaten, die eigentlich entsorgt werden (mit wenigen Ausnahmen) könnten.
– Abstände – aus welchen Gründen auch immer – die kostentreibend wirken.
– Überdimensionierung, da komplexes hydraulisches Konzept und kein Interesse es zu vereinfachen
Falls Einzelpreise genannt wurden, die (LW)WP-Type einfach einmal googlen – da fallen einem dann die Schuppen von den Augen.
Kann sein, muß nicht sein, immer alles individuell.
Fakt ist, die Kosten in DE sind zu hoch, daran hat die Förderung ihren Anteil.
Und klar, die Förderung kommt aus Steuergeldern, nur: Nichts tun wird noch deutlich teuerer – das Ahrtal läßt grüßen !
Unser Angebot für eine WW-WP im DHH (150m²) belief sich auch auf 47k€.
Die neue Gasheizung hat 6k€ gekostet da sie Anschlusskompatibel mit der Alten war (Nachfolgemodell).
Selbst bei 21K€ Förderung kann ich für den Differenzbetrag sehr lange die Bude warm halten.
Wenn man sich die Preise der WP Geräte ansieht, war das Angebot sehr stark überhöht … desalb müssen und werden die Preise sinken.
Durch die neue Gasheizung habe ich jetzt aber noch ewige Jahre Zeit bis zum Austausch.
„neue Gasheizung hat 6k€ gekostet da sie Anschlusskompatibel mit der Alten war“
… theoretisch könnte es dann auch immer noch eine H2-ready Version als Nachfolgemodell werden oder eine (vielleicht dann schon günstigere) Brennstoffzelle (H2-ready)?
Während man beim Strompreis eine Entlastung der Mieter möchte, welche keine eigene PV-Anlage nutzen könnten aber das Netzentgelt für diejenigen, anteilig, mitbezahlen, welche mit Eigenversorgung, das Stromnetz nur zeitenweise, bei sinnvoller Anforderung, nutzen, ist dann deren Steuergeld für die Förderungen (staatliche Preissenkung?) der eAutos und Wärmepumpen weniger ‚entlastungswürdig‘?
Der ‚Unsinn‘ wird immer grösser?
Alles schön und gut, Förderung hin oder her…
Aber, welcher rentner mit 2000€ Rente brutto und seinem kleinen Häuschen, mit Mühe abbezahlt bekommt denn die Förderung tatsächlich?
So lange das über Kredite läuft – Fehlanzeige! kein Rentner bekommt einen Kredit in der Höhe!
Ja, ja, der arme Rentner – ich glaube es gerne. Aber er qualifiziert mit diesen Randbedingungen auch für die 70% Förderung. Und für das kleine Häuschen, mit dem sparsamen Verbrauch dürfte es günstig sein. Die Oma’s und Opa’s sind viel weiter als manche glauben machen wollen.
Vielleicht sind es eher die potentiellen Erben, die eigene Interessen haben, who knows ?
Unabhängig davon ist „der“ Rentner nicht das Problem. Er wird nur gerne gezogen, damit man sich selbst nicht outen muß.
Das Problem sind die Personengruppen / Kohorten, die gerne monatlich Städtetouren mit dem Verpenner unternehmen, gerne regelmäßig die „AIDA“ buchen &/oder in die Ferne jetten. UND GLEICHZEITIG sagen, PV ist „häßlich“, die Gas-/Ölheizung läuft noch und außerdem … .
Hier werden Gründe gesucht und keine Lösungen.
Klar alles etwas pauschal, aber es sollen sich ja auch nur die Getroffenen angesprochen fühlen.