Der „Redispatch-Vorbehalt“ löste die heftigsten Diskussionen im Referentenentwurf für das „Netzpaket“ aus, der vor rund zwei Wochen wohl gegen den Willen des zuständigen Bundeswirtschaftsministeriums an die Öffentlichkeit gelangte. Dieser Vorbehalt besagt, dass Netzbetreiber die Möglichkeit bekommen sollen, einzelne Gebiete als kapazitätsbegrenzt auszuweisen. Möglich sein soll dies, wenn die Redispatchquote in dem Netzgebiet im Vorjahr über drei Prozent lag. In diesem Fall gilt dann der „Redispatch-Vorbehalt“ in diesen Gebieten für bis zu zehn Jahre. Zwar könnten dann noch Anschlüsse für neue Erneuerbaren-Anlagen erteilt werden, doch im Fall einer Abregelung erhielten die Anlagenbetreiber keine Entschädigung.
Neben dem niedrigen Schwellwert von drei Prozent sorgt auch die entfallende Entschädigung für Gesprächsstoff. Sie dürfte die Finanzierung von Anlagen erheblich erschweren, da sich zukünftige Einnahmen schwerer prognostizieren lassen. Die Analysten von Aurora Energy Research haben sich dies genauer angeschaut. Basierend auf den Vorgaben aus dem Gesetzentwurf und ihrem Netzmodell sowie einem Redispatch-Forecast für das Übertragungsnetz haben sie ermittelt, welche Netzgebiete als kapazitätsbegrenzt eingestuft werden könnten. Der Redispatch im Verteilnetz werde dabei oft durch Netzengpässe im Übertragungsnetz ausgelöst, wobei Regionen mit viel Windkraft im Norden und viel Photovoltaik im Süden besonders betroffen seien, so die Analysten. Ein weiterer Netzausbau könnte jedoch zu signifikanten Verschiebungen der regionalen Bedingungen führen. Daher halten die Analysten einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren auch für vergleichsweise lang angesetzt. Anhand der bestehenden Anlagen haben sie ermittelt, dass in diesen Gebieten 26 Gigawatt Photovoltaik sowie 21 Gigawatt Onshore-Windkraft und 10 Gigawatt Offshore-Windkraft installiert sind. Diese wären aber nicht direkt vom „Redispatch-Vorbehalt“ betroffen, da dieser nur für Neuanlagen gelten soll.
Weiterhin fanden die Analysten von Aurora Energy Research heraus, dass etwa ein gutes Drittel der Redispatch-Maßnahmen zu Zeiten mit positivem Börsenstrompreis stattfanden. Daher würde dies bedeuten, dass für nach EEG geförderte Photovoltaik- und Windkraftanlagen nicht nur die Redispatch-Entschädigung entfallen würde, sondern wegen der Abregelung auch die Marktprämie nicht gezahlt wird. Dies stelle natürlich nochmal eine weitere finanzielle Belastung für diese Anlagen dar und erschwere die Finanzierung neuer Anlagen zusätzlich, so die Analysten in ihrem Bericht.
Anmerkung der Redaktion: Wir haben den Artikel kurz nach Erscheinen angepasst, um eine Verwirrung bezüglich der Angaben zu potenziell betroffenen Anlagen zu vermeiden. Die von Aurora Energy Research ermittelten Zahlen zu Anlagen in den kapazitätsbegrenzten Netzgebieten beziehen sich auf Bestandsanlagen. Der „Redispatch-Vorbehalt“ bezieht sich aber nur auf Neuanlagen.
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In den rot gekennzeichneten Gebieten dürfte sich die Deindustrialisierung von Industrieunternehmen beschleunigen. Investieren nur noch mit angezogener Handbremse… echte Standortprofis. Vielleicht sollte man die Diäten verdoppeln, damit zukünftig fähigere Leute in die Politik gehen? 10 Jahre Vorhalt (!!!) durch künstliche Schaffung eines Monopols verschlägt mir echt den Atem.
Macht der Referenzenentwurf tatsächlich keine Unterscheidung zwischen den Technologien? Würde der Redispatch-Vorbehalt auch für Solarparks in Norddeutschland und Windparks in Bayern gelten?
Nein, macht er nicht. Die Aussage der Analysten ist, dass gerade da, wo viel Windkraft (Norden) oder Photovoltaik (Süden) installiert sind, der Redispatch besonders hoch ist und diese Gebiete daher als kapazitätsbegrenzt ausgewiesen werden dürften.
Theoretisch ist der physikalische Strom-Redispatch auch nicht ohne europäische Vernetzung, damit Stromim- und export zu organisieren (langfristig) und die fiskalische Strukturierung, in nationale Vermarktungsgebiete/Stromnetzkostenrechnungen wird dem Strommengenausgleich, je nach europäischer Wettersituation, nicht gerecht?
Wird ‚Interkonnektor‘ im Referentenentwurf erwähnt?
„Ein anderes Instrument ist die Schaffung eines „Einspeisenetzes“. Damit soll ein vorausschauender, bedarfsgerechter Netzausbau für einen koordinierten Anschluss neuer Photovoltaik- und Windkraftanlagen ermöglicht werden, wie es im Entwurf heißt.“
doppelter Aufwand und gesteuerte/regulierte NormalbürgerInnen, ohne transparente Datenlage? (EnWG §1 nicht gelesen?)
@Bernd: Ich kann Ihnen nur sagen, das die dieses schon ab März 2022 erfolgt ist.
Ich kann Ihnen persönlich sagen, das Zulieferer statt in Niedersachsen in Ungarn gebaut haben.
Uns sind zu dem Zeitpunkt Bauprojekte abgesagt worden und was sagen Sie nun?
Die Gründe sind Ihnen bekannt?
Guten Morgen.
Was wäre eigentlich die optimale Infrastruktur für erneuerbare Energien in der Bundesrepublik Deutschland ?
Aus Kostengründen scheint das Stromnetz zu Helmut Kohls Zeiten lokal und überregional auf Kante genäht worden zu sein . Jedenfalls habe ich dies in einem seriösen Bericht gelesen.
Mein begrenztes fachliches Wissen in Bezug auf physische Stromübertragung lässt aber doch einen Schluss zu : Mehr Materialien in der Netzstruktur , mehr lokale Leitungen und mehr Höchstspannungsleitungen,
würden die Verteilung von lokalen Stromüberschüssen
ohne Abregelung gewährleisten.
Anders gesagt : Wenn man wollte , könnte man nahezu unbegrenzt Photovoltaik aufbauen in Deutschland, und müsste diese niemals abregeln .
Die grossen Mengen Metall die für ein endgültig funktionales und unlimitiertes Stromnetz vergraben werden müssten , in Form von stromführenden Erdkabeln natürlich , könnten als Volkseigentum verbrieft werden.
Ich persönlich finde es grauenhaft, dass der Deutsche Staat physisches Gold als „Wert an sich “ in schnöden Barren hortet . Wie rückständig ist dass denn !?
Gold , welches die Spanier vor einigen Jahrhunderten den damaligen Zivilisationen im heutigen Südamerika
abgezogen haben , liegt, für den heutigen Alltag nutzlos, im betonummantelten Keller schnöde herum . In sehr , sehr hässlichen Gebäuden obendrein. Es liegt da einfach tonnenweise im Dunkeln , und hat keine moderne Aufgabe und Verwendung mehr.
Die Azteken haben das Gold wenigstens als Schmuck ausgearbeitet, und sind täglich damit feierlich umgegangen.
Wenn es denn den Fluch des Montezuma gibt , sprichwörtlich bekannt als Montezumas‘ Rache , dann bezieht er sich höchstwahrscheinlich auf das Gold und dessen schlechte Verwendung in der Gegenwart.
Der Goldschatz des Deutschen Staates ist als stromführendes Material brauchbar ,und müsste nur in Erdkabel eingearbeitet werden .Diese 1 Meter / 10 Meter / 100 Meter Abschnitte Erdkabel aus purem Gold, könnten in der gesamten Bundesrepublik Deutschland verteilt werden.
Ein Personenkreis aus 100 Menschen, die Goldloge der Einhundert , könnte die genauen Koordinaten des vergrabenen Goldes ausschließlich im Gedächtnis vorhalten , und bei turnusmässigen Treffen werden diese Koordinaten ausgesprochen, verifiziert und abgeglichen.Ohne digitale oder physische Aufzeichnungen wäre das Gold sicher vor „Datendieben“ . Wenn das Gold 24/365 stromführend wäre , wäre auch eine gute Alarmanlage, und eine Abschreckung vor Diebstahl inkludiert.
Ein endgültiges Stromnetz, welches sämtliche nur realistisch denkbare Überkapazitäten wegstecken und verteilen kann , hätte auch militärische Vorteile.
Die Kernfusionswaffe gilt landläufig als „die energetische Abschreckung“ schlechthin. Tatsächlich gibt es aber ein Antimaterial , welches um den Faktor 100 mächtiger ist als Kernspaltung und Kernfusion: Die Antimaterie!
Die Kernfusion setzt nur etwa 1 % der Materie in Energie um .Wenn hingegen Antimaterie mit Materie annhilliert, wird die gesamte Materie blitzartig in Energie umgewandelt.
Bisher kann man nur winzigste Mengen Antimaterie im CERN herstellen, und diese Antimaterie ist zudem sehr anspruchsvoll was die „Lagerung“ betrifft. Die Herstellung von Antimaterie und dessen Lagerung könnte jedenfalls gigantische Überschuss+ Strommengen aufsaugen.
Antimaterie könnte auch als friedlicher Energiespeicher in der fernen Zukunft fungieren. Im militärischen Anwendungsfall würden die betroffenen Gebiete immerhin nicht radioaktiv verstrahlt werden.
Wenn denn irgendwann einmal die Aliens die Erde besuchen , werden Sie von existierender Antimaterie sicher mehr beeindruckt sein , als von der primitiven Atombombe.
Vermutlich ist Antimaterie, zum Beispiel Anti-Wasserstoff, der heilige Gral aller intelligenten Wesen des Universums. Antimaterie ist die vollständige physikalische Umsetzung des Universalgesetzes
Energie = Masse x Lichtgeschwindigkeit im Quadrat.
Das liest doch keiner durch! Bitte konkreter zum Punkt kommen.
Theoretisch könnte man alles. Aber es sollte halt auch wirtschaftlich / ökonomisch sein. Die Netze wurden damals halt anders Designed mit Kraftwerken gleichmäßig verteilt und grundlastfähig…. Somit haben die damals schon alles richtig gemacht. Nur die mit der EnergieTransformation haben halt über die Kosten gelogen…. PV mag günstig sein, aber nur wenn man alles an Ort und Stelle verbraucht… ab dann wird es teuer…..
@Bernd, das ist ein Widerspruch in sich. Fähige Leute haben wir genug. Sie werden nicht in die Politik gehen. Die politisch besetzte Stellen sollten auf die Expertise der Wissenschaftler setzen und nicht ihr eigenes Süppchen kochen. Ich bin schon immer der Meinung das man mit Strom KEINEN Gewinn machen darf, nicht pokern, nicht spekulieren, keinen wahnsinnig großen Reibach, etc. Er ist für alle da. Kosten decken – ja, Instandhaltung – ja, Ausbau – ja, aber alles transparent.
Der Staat will EE, aber will dafür nicht bezahlen…. also versucht er halt die Investoren zu täuschen… oder halt rückwirkend ein paar Abgaben zu schaffen..
Tja wenn das für mehr Ausbau sorgt….
Der Redispatchvorbehalt ist eine sehr begrüßenswerte Maßnahme. Wer eine neue Anlage baut, soll die gefälligst dorthin bauen, wo noch freie Kapazitäten im Stromnetz sind. Alles andere lässt die Kosten der Energiewende hoch weiter ausufern und zerstört unsere Wettbewerbsfähigkeit.
man sollte schon noch unterscheiden, zwischen einer 3kW oder 135kVA-Einspeiseanlage(?)
Eine sehr interessante Auswertung. Können Sie detailliertere Aussagen zur Berechnungsgrundlage geben? Wurden die Redispatch Mengen ins Verhältnis zur Gesamt EE-Erzeugung gesetzt?