Langzeitspeicherung mit Batteriespeichern ist ein großes Thema. Die aktuell am Markt installierten Batteriespeicher auf Lithium-Ionen-Basis sind eher kurzfristig ausgelegt, in aller Regel handelt es sich um 1- bis 4-Stunden-Speicher. Das 2023 gegründete niederländische Start-up Ore Energy arbeitet allerdings an einem Langzeitspeicher auf Eisen-Luft-Basis, der bis zu 100 Stunden überbrücken soll, umgerechnet also etwas mehr als vier Tage.
Die Technologie befindet sich noch in der Entwicklung, doch erste Erfolge kann Ore Energy bereits vorweisen. So sei kürzlich ein von der EU-finanziertes Pilotprojekt am EDF Lab les Renardières im französischen Écuelles erfolgreich abgeschlossen worden. Zur Leistung und Kapazität des Testspeichers will Ore Energy auch auf Nachfrage keine Angaben machen.
Es handelte sich um die erste Machbarkeitsstudie für die Eisen-Luft-Batteriespeicher von Ore Energy, bei der Langzeitspeicher unter realen Bedingungen getestet wurde. Insgesamt lief die Projektphase von Anfang August bis Ende November 2025. Mittlerweile sei der Speicher zurück in den Niederlanden, sagt Bas Kil von Ore Energy in einem Gespräch mit pv magazine auf der E-World in Essen vergangene Woche. Das Pilotprojekt sei erfolgreich abgeschlossen worden. Ore Energy – eine Ausgründung der Universität Delft – habe die Machbarkeit seiner Technologie nachweisen können. Der Eisen-Luft-Speicher sei in der Zeit auf dem Gelände des EDF-Labors mehrere 1000 Stunden ge- und entladen worden.
Von außen sehen die Eisen-Luft-Speicher dabei unspektakulär aus. Sie sind modular aufgebaut. Die Eisen-Luft-Batteriezellen werden in einem 40-Fuß-Container geliefert, in dem sich auch die Leistungselektronik und das Batteriemanagement sowie weitere Komponenten befinden. Das System lasse sich dabei einfach anschließen und in Betrieb nehmen.
Für das nächste Jahr ist Bas Kil zuversichtlich, dass die ersten kommerziellen Projekte realisiert werden könnten. Noch sucht Ore Energy nach einem geeigneten Produktionsstandort für seine Eisen-Luft-Batteriespeicher. Sie sollen auf jeden Fall in Europa produziert werden, wie Kil sagt. Wo genau, sei noch nicht entschieden. Doch möglichst ab Mitte 2027 soll die Massenproduktion starten. Dann erwartet Bas Kil auch einen deutlichen Kostenvorteil gegenüber den bisher dominierenden Lithium-Ionen-Batteriespeichern. Die Produktionskosten könnten etwa zehnmal niedriger ein, wenn die Skaleneffekte ausgereizt werden, so seine Erwartung. Denn die Materialien für die Eisen-Luft-Batteriespeicher seien nicht nur günstig, sondern auch gut verfügbar. „Die Kosten runterzubringen, ist daher auch unser erstes Ziel“, sagt Bas Kil.
Ore Energy geht davon aus, dass seine Eisen-Luft-Batteriespeicher etwa 20 Jahre halten, so Kil weiter. In den Test habe sich bei den Zellen kaum Degradation gezeigt. Diese betreffe eher die elektronischen Komponenten. Auch beim Brandrisiko sieht das Unternehmen ganz klare Vorteile für seine Speicher. Die Eisen-Luft-Batteriespeicher seien nicht brennbar.
Dennoch ist sich auch Bas Kil bewusst, dass aktuell Langzeitspeicher wie die Eisen-Luft-Batterien wirtschaftlich nicht darstellbar sind. Es brauche einen staatlichen Anreiz, solch große Speicherkapazitäten vorzuhalten, etwa in Form einer Kapazitätsprämie. Dass Langzeitspeicher in nicht allzu ferner Zukunft gebraucht werden, steht angesichts der sowohl politisch als auch marktlich getriebenen Abschaltung vieler fossiler Kraftwerke dabei außer Frage.
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Moin und mal wieder grüsse vom youtubekanal weissnichs welt..
natürlich ist sowas wirtschaftlich darstellbar.. man könnte damit gaskraftwerke ersetzen/verhindern..
denke mit den mrd die dafür geplant sind lässt sich das einfach darstellen
also frisch ran ans werk:-)