Ansturm auf die E-World: Mehr Besucher, viele Themen

E-World Essen 2026, Besucheransturm

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Einen wahren Besucheransturm gab es vor allem an den ersten beiden Messetagen der diesjährigen E-World. Und der Eindruck täuschte nicht. Zum Abschluss der dreitägigen Veranstaltung teilte die Messe Essen am Donnerstag mit, dass rund 47.000 Fachbesucher aus 126 Ländern den Weg zur E-World fanden. Ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Zahl der Aussteller erhöhte sich um 16 Prozent auf 1136. All das sind Rekorde für die E-World, die auch im nächsten Jahr weiter wachsen will. Nach sechs Hallen in diesem Jahr sollen auch noch die zwei restlichen Hallen, die auf dem Gelände zur Verfügung stehen, gefüllt werden.

Doch nicht nur räumlich, auch thematisch stellt sich die E-World immer breiter auf. Vielen noch als die Messe der großen Energieversorger und Stadtwerke im Gedächtnis, nehmen mittlerweile Energiewende, Batteriespeicher und künstliche Intelligenz viel Raum ein.

Für die Investoren und Betreiber von großen Batteriespeichern war ein großes Thema der Messe der zu Wochenbeginn durchgesickerte Referentenentwurf für das Netzpaket. Der darin vorgesehene „Redispatchvorbehalt“, aber auch die Zahlung von Baukostenzuschüssen für Einspeiser und damit eine mögliche Doppelbelastung für Speicher wurden viel diskutiert. Viele fürchten damit ein Abwürgen des Photovoltaik- und Windkraftausbaus sowie ein jähes Ende des Speicherbooms in Deutschland. Doch immer wieder ist die Hoffnung zu hören, dass der Referentenentwurf so nicht durch den Bundestag gehen wird. Dies gilt auch für die von der Bundesnetzagentur angekündigte „unechte“ Rückwirkung bei der Netzentgeltbefreiung. Sie will auch bereits bestehende Batteriespeicher künftig mit Netzentgelten belasten. Ein Angriff auf die Investitionssicherheit, die in der Speicherbranche äußerst kritisch gesehen wird und aus deren Sicht wohl auch kein Bestand vor Gericht hätte. Unterhält man sich mit Vertretern der Speicherbranche wünschen sie sich einfach verlässliche Rahmenbedingungen, sinnvolle Netzanschlussverfahren und klare Standards für die flexiblen Netzanschlussvereinbarungen (FCAs).

Jetzt anmelden und Platz sichern

Nach dem ersten erfolgreichen und ausgebuchten BBDF letzten July findet das Event am 31. März und 1. April 2026 zum nächsten Mal wieder in Frankfurt statt. Auch wieder mit zwei Deep Dives Germany, zu Netzanschlüssen und FCAs sowie zu Co-Location mit Photovoltaik-Anlagen. Ein großes Thema wird sein, wie man FCAs verhandelt, und wie man Risiken minimiert, die dadurch entstehen, dass Netzanschlussbedingungen teilweise im Nachhinein geändert werden.

Hier finden Sie mehr Informationen und den Link zur Anmeldung.

Immer stärker im Kommen sind in jedem Fall Behind-the-Meter-Speicher. Mit ihrer Zahl wächst auch das Angebot. So tummeln sich bereits mindestens sechs Anbieter für die Behind-the-Meter-Vermarktung am Markt. Mehr dazu finden Sie auch in unserer frisch erschienen Februar-Ausgabe. Zudem werden wir das Thema auch künftig weiterhin stark verfolgen.

Mit Blick auf die weitere Entwicklung des Photovoltaik-Marktes ist an vielen Stellen zu hören, dass aufgrund des aktuellen Preisniveaus der Markt für Stromlieferverträge (Power Purchase Agreements, PPAs) am Boden liegt. Die Vertragsabschlüsse sind aktuell eher schwierig und ihre Zahl niedrig. So hat Node Energy sein Angebot PPA-as-a-Service wieder eingestellt. Doch auch wenn Analysten eine baldige Trendumkehr bei den Preisen zugunsten von mehr PPA-Abschlüssen aktuell nicht sehen, so hat Otark seine Plattform weiterentwickelt und bietet künftig einen „1-Click-PPA“. Dabei übernimmt es die Abwicklung der Vertragsdetails und bringt Käufer und Verkäufer über seine Plattform einfach zusammen.

Mehr Raum für Innovationen und Start-ups ist ein Credo der Messe, die vom Image der „alten“ Versorgermesse wegkommen will. So gab es auf der diesjährigen E-World noch mehr Platz und Bühnen für Innovationen. Die Zahl der Aussteller im Innovationsbereich hat sich nach Veranstalterangaben um 40 Prozent gesteigert. An diesen Ständen geht es dann neben Lösungen mit künstlicher Intelligenz für die Energieversorgung auch um neue Speichertechnologien oder Sicherheitskonzepte für Smart Meter und die Zukunft des bidirektionalen Ladens. All das zeigt, nicht nur die Besucher werden immer mehr, auch die Themen gehen nicht aus.

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