Hager Group, E3/DC und Audi testen bidirektionales Laden in der Praxis

Teilnehmer für Audi Autos

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Bidirektionales Laden kann vor allem in den Übergangszeiten im Frühjahr und Herbst helfen, den Strombedarf der Wärmepumpe zu decken und die Eigenversorgung deutlich zu erhöhen. Das zeigt ein zweijähriger Feldtest, den E3/DC gemeinsam mit Audi und der Hager Group in zehn Haushalten durchgeführt hat.

Im Durchschnitt lag die Autarkie der teilnehmenden Haushalte durch Photovoltaik und Speicher bei rund 50 Prozent. Wurde dabei noch eine Fahrzeugbatterie über bidirektionales Laden in das Energiesystem integriert, stieg der Autarkiegrad des Haushalts im Schnitt um weitere neun Prozent. Zum Einsatz kamen ein kommerzielles Hauskraftwerk von E3/DC mit integrierter Vehicle-2-Home-Schnittstelle, eine neu entwickelte bidirektionale DC-Wallbox sowie ein Audi „e-tron“ als Elektroauto. Ziel des Projekts war es, das Zusammenspiel von Fahrzeugbatterie, Ladeinfrastruktur und Photovoltaik-Heimspeicher zu optimieren und die Steuerung über das Energiemanagementsystem weiterzuentwickeln.

Ein besonderer Fokus lag auf der Software. Das Hauskraftwerk wurde für bidirektionale Funktionen erweitert und diese in die bestehende Software eingebunden. Parallel untersuchten die Projektpartner das Nutzerverhalten. Im Schnitt steckten die Teilnehmer ihre Fahrzeuge an 60 Prozent der Tage an die Wallbox. Das war meist dann der Fall, wenn die Nutzer mit hohen Photovoltaik-Erträgen rechneten. Entscheidend für den effektiven Nutzen bidirektionalen Ladens, sei ein regelmäßiges Anstecken, da das Energiemanagementsystem nur so flexibel entscheiden könne, ob Solarstrom ins Fahrzeug, den Hausspeicher oder direkt in den Haushalt fließen soll.

Insgesamt wurden während des Feldtests mehr als 7000 Kilowattstunden aus Fahrzeugbatterien ins Hausnetz oder in den Speicher zurückgeführt. Das sei genug Strom, um den durchschnittlichen Jahresstromverbrauch eines Einfamilienhauses für einen Zeitraum von zwei Jahren zu decken oder rund 30.000 Kilometer mit einem Audi „e-tron“ zu fahren, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Die Datenauswertung umfasste über zehn Terabyte an Ladeprofilen, Energieflüssen und Nutzungsdaten.

„Bidirektionales Laden ist eine Schlüsseltechnologie für die Energiewende“, sagt Ulrich Reiner aus der Innovationsabteilung der Hager Group. „Der Feldtest hat gezeigt, dass Autobatterien echten Mehrwert für Haushalte und das Energiesystem bieten können. Gleichzeitig wird deutlich, wie wichtig einfaches Handling und intelligente Algorithmen für die Akzeptanz sind.“

 

Der Artikel wurde am 11.11.25 um den Hinweis auf zusätzliche Autarkie durch Fahrzeugbatterien korrigiert. 

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