Niederlande verzeichnen Rekordzahl an negativen Strompreisen

Wasser mit Windmühlen Niederlande Holland

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von pv magazine Global

Nach Angaben des niederländischen Beratungsunternehmens Stratergy verzeichneten die Niederlande in den ersten acht Monaten des Jahres 2025 bereits 474 Stunden mit negativen Strompreisen. Diese Zahl übertrifft die Anzahl von 458 Stunden mit negativen Preisen im gesamten Jahr 2024.

Jan Willem Zwang, Analyst bei Stratergy, erklärte auf Anfrage von pv magazine, dass es allein im Juni 127 Stunden mit negativen Preisen gab, gefolgt von 12 Stunden im Juli. „Der Hauptgrund für diesen großen Unterschied ist die geringere Solarstromerzeugung“, sagte Zwang. „Die Korrelation mit der Solarstromproduktion wird immer stärker.“

Die Temperatur ist ein weiterer Faktor, der sich auf die Anzahl der Stunden mit negativen Preisen auswirkt, wie Zwangs Analyse ergab. Er erklärte, dass die Nachfrage nach Klimaanlagen bei höheren Temperaturen steigt, während die Effizienz sowohl von Solarmodulen als auch von fossilen Kraftwerken sinkt.

Der Durchschnittspreis der bis Ende August verzeichneten Stunden mit negativen Preisen liegt bei -14,05 Euro pro Megawattstunde, verglichen mit einem Gesamtdurchschnitt von -18,60 Euro pro Megawattstunde für das gesamte Jahr 2024. Die bisherigen Zahlen für dieses Jahr zeigen einen anhaltenden Trend auf dem niederländischen Energiemarkt. Im Jahr 2024 überstieg die Anzahl der Gebiete mit negativen Preisen bereits Mitte August die Gesamtzahl für das Jahr 2023.

Zwang sagte, dass die steigende Anzahl von Stunden mit negativen Preisen ein Zeichen für das gute Funktionieren des Marktdesigns sei und nicht nur Herausforderungen, sondern auch Chancen mit sich bringe. „Parteien, die Flexibilität organisieren und genaue Prognosen erstellen können, werden in der Lage sein, einen erheblichen Mehrwert zu erzielen“, erklärte er.

Auf die Frage von pv magazine, wie die Niederlande am besten mit dem Anstieg der Stunden mit negativen Preisen umgehen können, schlug Zwang eine Erhöhung der Nachfrageflexibilität, den Einsatz von Batteriespeichern, Elektrolyseuren und Wärmespeichern zur Absorption von Überschussstrom sowie die Steuerung des Angebots durch koordinierte Einschränkungen und flexible Stromabnahmeverträge vor.

Der in den Niederlanden beobachtete Trend ist auch auf anderen europäischen Energiemärkten zu beobachten. Deutschland verzeichnete bis Ende August ebenfalls bereits 465 Stunden mit negativen Börsenstrompreisen und übertraf damit den Rekord von 457 Stunden aus dem Vorjahr. Dieser war bereits am vorletzten August-Wochenende eingestellt worden.

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