„Prosumer-Index“ in deutschen Eigenheimen stieg 2023 um 45 Prozent

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Die dritte Ausgabe des „Prosumer-Report“, den das Energieunternehmen Lichtblick in Kooperation mit dem Marktforschungsunternehmen EUPD Research erstellt, verzeichnet den bislang höchsten Zuwachs bei der Nutzung von Photovoltaik, Batteriespeichern, Wärmepumpen, Elektroautos, Ladestationen und Energiemanagementsystemen in Ein- und Zweifamilienhäusern. Stagnation gibt es hingegen für Smart Meter zu vermelden, was das Fazit für den Report deutlich eintrübt: Der Ausbau der intelligenten Messsysteme „ist und bleibt der zentrale Baustein zur Flexibilisierung von Prosumer-Potenzialen“, so Lichtblick-Unternehmenssprecherin Anja Fricke.

Der 2022 erstmals erstellte Bericht bezieht sich auf Ein- und Zweifamilienhäuser in Deutschland, die für den wirtschaftlichen Betrieb einer Photovoltaik-Anlage geeignet sind. Demnach kommen von aktuell ermittelten 16,2 Millionen Immobilien rund 11,1 Millionen infrage und bilden das „Prosumer-Potenzial“. Ihre Eigentümer können also Energie nicht nur verbrauchen, sondern auch produzieren. Inwieweit sie dies durch den Einsatz der oben genannten Technologien vom Batteriespeicher bis zum Smart Meter optimieren, ist Kern der Untersuchung. Das Ergebnis wird im „Prosumer-Index“ festgehalten.

Dieser Index ist vor allem durch den enormen Zubau von gut einer Million Photovoltaik-Anlagen auf Eigenheimen im vergangenen Jahr nach oben bewegt worden, auch wenn er das theoretische Maximum von 100 Punkten – also die Nutzung sämtlicher Prosumer-Technologien in allen hierfür infrage kommenden Häusern – nach wie vor bei weitem nicht erreicht. Mit 16,9 Punkten liegt er aber um 45 Prozent höher als im Vorjahr (11,6 Punkte).

Im Detail ermittelt der Report für die untersuchte Zielgruppe drei Millionen Photovoltaikanlagen, 1,22 Millionen Heimspeicher, 1,36 Millionen Wärmepumpen, 1,32 Millionen Elektroautos und 1,7 Millionen Ladestationen – demnach gäbe es rund 380.000 Wallboxen, die vor allem aufgrund der verfügbaren Förderung installiert wurden, obwohl noch gar kein Elektroauto zum Haushalt gehört. Die möglichst sinnvolle Steuerung und Koordination der einzelnen Komponenten übernimmt in 1,29 Millionen Fällen ein Energiemanagementsystemen. Die Zahl der Smart Meter in den betrachteten Haushalten taxiert der Report aber auf lediglich 75.000. Dies würde bedeuten, dass fast alle Energiemanagementsysteme ohne Smart Meter arbeiten, was ihren Nutzen – je nach Konzept und Einzelfall – deutlich einschränkt.

Die Tatsache, dass rund 27 Prozent der Prosumer-Haushalte eine Photovoltaik-Anlage betreiben, bedeutet im Übrigen nicht, dass sie damit auch ihr Potenzial zur Deckung des eigenen Energiebedarfs entsprechend nutzen. Der Bedarf der 11,1 Millionen Haushalte lag dem Bericht zufolge 2023 bei knapp 339 Terawattstunden, die Solarstromproduktion von 24 Terawattstunden deckte somit nur sieben Prozent des Gesamtenergiebedarfs. Würden aber insbesondere Heizung und Individualverkehr auf elektrischen Betrieb umgestellt, reduzierte sich der Bedarf auf rund 107 Terawattstunden. Wenn gleichzeitig auf jedem Dach eine – ausreichend große – Photovoltaik-Anlage installiert würde, könnten überschlägig 81 Terawattstunden erzeugt werden. Die Prosumer-Haushalte wären damit in der Lage, ihren Energiebedarf zu 76 selbst zu decken.

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