Die Photovoltaik-Installationszahlen in Europa sind weiter gesunken

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Man muss dieser Tage schon genau hinschauen, um in einem sehr dunklen Himmel über der europäischen Solarbranche noch einzelne Lichtblicke zu erkennen. Wieder sind die bei der Bundesnetzagentur gemeldeten Installationszahlen in Deutschland gesunken – im September auf den niedrigsten Monatswert seit mehreren Jahren. Auch im Oktober und November wird es kaum besser werden, was die Gewissheit nährt, dass die Zwei-Gigawatt-Grenze in diesem Jahr – wenn überhaupt – nur knapp erreicht wird. In den Nachbarländern sieht es kaum besser aus – auch dort werden kaum noch größere Photovoltaikprojekte realisiert.

Die Modulpreise bewegen sich jedoch nicht in dem Maße nach unten, wie man es in dieser Marktsituation eigentlich von ihnen erwartet. Viele Hersteller orientieren sich schwerpunktmäßig in Richtung der Märkte außerhalb Europas, wo sich Photovoltaik-Firmen noch einem Boom gegenübersehen. Zwar sind dort nicht immer höhere Margen möglich, aber es können wenigstens noch Megawatt-Projekte mit einer gewissen Verbindlichkeit beliefert werden. An den unmittelbaren Grenzen der EU hingegen – nehmen wir die Türkei oder einige Balkan-Staaten – wird momentan mehr heiße Luft als tatsächliche Photovoltaik-Installationen generiert. Immerhin kann man bei der Materialakquisition erkennen, wo die Modulpreise eigentlich liegen könnten, wenn es keine Anti-Dumping-Maßnahmen gegen chinesische Hersteller geben würde, nämlich bei 40 Eurocent pro Watt.

Das viel gepriesene Kleinanlagengeschäft gestaltet sich für viele Photovoltaik-Anbieter schwierig, je weiter die Konsolidierung der Branche fortschreitet. Vielen Produzenten brechen nach und nach die Vertriebsstrukturen weg, nachdem sich immer mehr Distributoren freiwillig oder unfreiwillig aus dem Handelsgeschäft zurückziehen. Ein prominentes Beispiel dafür konnten wir alle vor kurzem erleben: mit Energiebau ist ein weiteres deutsches Traditionsunternehmen in Schieflage geraten und musste vorläufige Insolvenz beantragen. Andere Händler versuchen sich in geordnetem Rückzug aus dem Photovoltaik-Geschäft. Es ist eine traurige Bilanz für die europäische Energiepolitik, wenn ein wesentlicher Pfeiler einer erfolgreichen Energiewende derart destabilisiert wird.

Wo bleiben nun die Lichtblicke? Es wird weltweit wieder mehr Geld in Forschung und Entwicklung gesteckt, insbesondere in die Entwicklung effizienterer und kostengünstigerer Speichertechnologien. Neben der Grundlagenforschung zu neuartigen Materialkombinationen und der industriellen Forschung, um Kostensenkungspotenziale zu entwickeln, werden auch zunehmend Pilotprojekte mit Großspeichern finanziert. Gleichzeitig werden immer mehr Kleinanlagen mit integrierten Speichern und Energiemanagern verkauft. Der Bürger hat das Vertrauen in eine Energiewende von oben offensichtlich verloren und nimmt diese jetzt selbst in die Hand. Daraus ergeben sich auch wieder neue Geschäftskonzepte – und erfreuliche neue Aussichten.

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