Übersicht regelbare Heizstäbe

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Das es unter Umständen sinnvoll sein kann, Photovoltaik-Reststrom zum Heizen zu verwenden, ist schon länger in Diskussion. Das geht mit Wärmepumpen relativ effizient, doch Heizstäbe sind im Prinzip die günstigere Lösung. Wenn man sie denn finden würde. Denn wichtig ist, dass ihre Leistungsaufnahme regelbar sind. Die Recherchen zeigen, dass das ein komplizierteres Thema, als es zunächst scheinen mag.

Die Regelbarkeit ist wichtig, um die Leistungsaufnahme an den aktuellen Solarstrom-Überschuss anzupassen. Denn dieser Überschuss ist oft niedriger als die typische Heizstableistung von zwei bis fünf Kilowatt. Ist der Heizstab nicht regelbar, muss er entweder ausgeschaltet bleiben und der Solarstrom kann nicht verwendet werden, oder es muss zusätzlich Netzstrom dafür benutzt werden, was ökologisch nicht sinnvoll ist.

Die pv magazine-Übersicht enthält sechs Produkte, die auf der AC-Seite angeschlossen sind und eine Regelbarkeit erlauben. Einige der Produkte regeln in Stufen, andere regeln stufenlos, einige Modelle erlauben beides.

Erlaubt oder nicht erlaubt?

Bei der stufenlosen Regelung gibt es wiederum mehrere Möglichkeiten. Die einfachste Möglichkeit ist eine so genannte Phasenanschnittsteuerung, wie sie auch für Dimmer von Lampen verwendet wird. Die Crux damit ist, dass es unterschiedliche Einschätzungen gibt, ob diese unter bestimmten Umständen erlaubt oder grundsätzlich verboten sind. Denn in den Technischen Anschlussbedingungen (TAB) der Netzbetreiber Punkt 10.2.7 steht, „bei Wärmegeräten darf die (…) symmetrische Anschnittsteuerung bis zu einer maximalen Anschlussleistung von 200 Watt angewandt werden.“ Heizstäbe liegen darüber, ganz eindeutig sind die TAB aber trotzdem nicht, denn es gibt auch Klauseln für Ausnahmen. Einige Anbieter nutzen wegen der TAB-Bestimmungen alternative Steuerungsmethoden, doch diese sind aufwendiger. Das ist einer der Gründe, warum einige Anbieter die Stufenregelung anbieten, wobei es keine detaillierte Abschätzung gibt, wie groß der Nachteil bei der Nutzung des Überschussstroms ist. Dieser hängt auch davon ab, wie klein die Stufen sind. Je kleiner, umso geringer ist der Nachteil.

Wer allerdings mit den Photovoltaik-Modulen nur heizen will, kann sich den Wechselstromteil sparen und die Solarmodule direkt an den Heizstab schalten. In der Übersicht sind drei solche Lösungen mit DC-Heizstäben aufgeführt.

Eine der oft gestellten Fragen ist im übrigen auch, wann sich die Resteverwertung mit Heizstäben lohnt. Solange man dafür noch eine Einspeisevergütung konkurriert deren Höhe mit den Gas- oder Ölkosten, die sich durch die Zuheizung sparen lässt. Zurzeit ist der Ausgang des Vergleichs knapp und es hängt vom Wirkungsgrad der Heizung ab, was herauskommt. Wenn die  Brennstoffkosten steigen, kann das in Zukunft aber ganz anders aussehen. Außerdem setzt einer der Anbieter sein System bereits dazu ein, in Zusammenarbeit mit einem Batteriespeicher-Hersteller negative Regelleistung anzubieten. Wenn sich das etabliert, kann das zu weiteren Einnahmen für den stolzen Heizstabbesitzer führen.

Heizstäbe sind also zwar eine einfache Lösung, Solarstrom zu nutzen. Doch wer sie installieren will, muss sich derzeit noch mit etlichen Fragen beschäftigen. Wir werden weiter darüber berichten. (Michael Fuhs)

DieÜbersichtstabelle und zusätzliche Informationen finden Sie in der aktuellen Printausgabe des pv magazine

Dort finden Sie außerdem Artikel zu der Möglichkeit, dass Besitzer von Batteriespeichern Regelenergie anbieten und dabei auch den Heizstab einbinden (Artikel Speicher regeln Netze,Interview mit Stromvermarkter)

Wenn Sie die Solaranlage lieber an eine Wärmepumpe als an einen Heizstab anschließen wollen, lesen Sie unser24 Fragen und Antworten zu Photovoltaik und Wärmepumpen.

Auch für die nächste Ausgabe können Sie mitbestimmen, was wir recherchieren:

Uns interessieren dafür IhreWünsche und Erfahrungen zu Vertriebsthemen.

Wenn Sie Anbieter eines regelbaren Heizstabes sind, melden sie sich bitte beimichael.fuhs@pv-magazine.com

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1 comment

  1. Guten Tag ich heisse Gottfried
    Wir haben bereits eine pv Anlage und betreiben damit auch unsere KLimaanlage allerdings auch zum heizen .Um Wohnraum von 80 m2 24 Std mit 22 Grad Celsius zu beheizen benötigt man ca 10 kwh.
    Das sind 2€ aus dem Stromnetz also 60 € im Monat 40 Prozent davon kommen aus der PV Anlage also 36 € aus dem Netz. Diese Luft Luft Wärmepumpen sind sowohl in der Anschaffung recht günstig als auch im Betrieb.Anscheinend sind Luft Luft Heizungen viel effizienter als Wassergeführte Heizungen.
    Mit unserer Ölheizung haben wir 5 € Kosten pro Tag für den gleichen Wohnraum also 150€ pro Monat. Und 40% sind reiner Sonnenstrom CO 2 frei, Feinstaubfrei und jede PV Anlage würde sich noch einmal so schnell rechnen.,Man könnte damit die Welt retten.

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