Die Nadel im Heuhaufen

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„Das verbleibende Flächenpotenzial ist mit schätzungsweise mehr als 230.000 Hektar für einen deutlichen Ausbau von Freiflächenanlagen mehr als ausreichend. Bislang wurden nur 7.800 Hektar für Solarparks genutzt. Auf dieser Fläche wurden 2.400 Megawatt Leistung installiert.“ Dies ist die Begründung der Bundesregierung, mit der sie eine Empfehlung der Länderkammer ablehnt, mehr Flächen für Solarparks auszuweisen. Viele Projektierer bemängeln indes, dass die bestehenden Konversionsflächen langsam knapp werden oder eben für den Bau von Solarparks ungeeignet sind.

Ein Problem der Planer ist, dass ihnen seit Juli 2010 die Alternativen fehlen. Zu diesem Zeitpunkt hat die Bundesregierung mit ihren Neuregelungen die Ackerflächen aus der Solarförderung gestrichen. Für die Landwirtschaft wertvolleBöden sollten nicht länger mit Solaranlagen zugestellt werden, so das Argument der Politiker. Seither werden nur noch Photovoltaikanlagen auf Konversions- sowie klar definierten Freiflächen gefördert. Dabei wird zwischen zwei Typen unterschieden, die sich nach der Fläche richten, auf denen die Anlagen installiert werden. Vormals militärisch oder wirtschaftlich genutzte Areale sind dabei leicht bessergestellt. Solarstrom aus diesen Anlagen auf Konversionsflächen wird in diesem Jahr mit 22,07 Cent je Kilowattstunde vergütet (siehe Kasten).

„Als der Wegfall der Ackerflächen Wirklichkeit wurde, hatten wir uns schon entsprechende Flächen gesichert“, sagt Franz Hutterer, Geschäftsführer der Sunplan GmbH aus dem bayerischen Mühldorf am Inn. Die Streichung der landwirtschaftlichen Flächen war für etlichePlaner ein harter Schlag. Sie mussten sich danach völlig umorientieren. „Die Zahl der Flächen ist extrem begrenzt. Das ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Brachliegende Gewerbeflächen, die für Photovoltaik freigegeben werden, gibt es vielleicht in strukturarmen Gebieten, aber nicht im dicht besiedelten Bayern“, sagt Franz Hutterer. Die militärischen Konversionsflächen seien ebenfalls eher im Osten des Landes zu finden.

Dennoch konnte sich der findige Unternehmer Flächen selbst in Bayern sichern. „In Zusammenarbeit mit einer Universität haben wir Luftbilder ausgewertet“, berichtet Hutterer von seiner Suche nach geeigneten Konversionsflächen. Aber die begrenzte Zahl der Flächen ist nicht das einzige Problem.

Gerade für Anlagen auf klassischen Konversionsflächen müssen Planer deutlich höhere Projektentwicklungskosten einrechnen. So können zusätzliche Kosten für die Beseitigung von Altlasten und Munition anfallen. Martin Zembsch, Geschäftsführer der Belectric Solarkraftwerke GmbH, schätzt, dass die Investitionen für Projekte auf Konversionsflächen bis zu 25 Prozent höher liegen als für Solarparks mit vergleichbarer Größe auf landwirtschaftlichen Flächen. Er gehört zu jenen Vertretern, die die Bundesregierung im Zuge der EEG-Novelle aufgefordert haben, wieder mehr Flächen für Photovoltaik auszuweisen (siehe Interview, Seite 32). So wie es momentan aussieht, müssen die Projektierer aber weiter mit den vorhandenen Konversionsflächen leben.

Unliebsame Überraschungen

Der Klassiker sind dabei ehemals militärisch genutzte Areale. Im brandenburgischen Mixdorf arbeiten täglich 40 bis 50 Mann mit Hochdruck an einer Anlage auf einem ehemaligen Tanklager der sowjetischen Streitkräfte. Ende Juni soll das 25-Megawatt-Projekt am Netz sein. „Die Fläche war verwaist und verwildert. Seit dem russischen Abzug 1993 hatte sich die Natur schon viel zurückgeholt. Das Areal wurde aber auch als Müllabladeplatz und gigantischer Abenteuerspielplatz missbraucht. Autowracks lagen in der Gegend herum, der Müll häufte sich bergeweise, Lagerfeuer wurden entzündet, und Gotcha-Spieler tobten sich aus“, sagt Stefan Weber, Sprecher der Wirsol AG. Das Unternehmen aus dem südwest

deutschen Waghäusel hat das Gelände von German Solar übernommen und ist nun für das 50-Millionen-Euro-Projekt verantwortlich. Bevor der Bau losgehen konnte, musste ein Kampfmittelräumdienst das Feld untersuchen und bestätigen, dass für die Arbeiter keine Gefahr besteht. Munition wurde in Mixdorf zwar nicht gefunden, dafür stieß man aber auf Tanks, Bunker und versiegelte Flächen, die aus Geheimhaltungsgründen nicht verzeichnet waren. „Ein ehemaliges Militärgelände kann viele unliebsame Überraschungen bergen. Das ist ein Risiko, das der Bauherr trägt und das leicht das gesamte Projekt gefährden kann“, sagt Weber.

Nach dem Kampfmittelcheck ging es in Mixdorf erst so richtig los: Die Häuserruinen auf dem Gelände mussten abgerissen, die Trümmer zerkleinert und auf Kontamination untersucht werden. Erst als der Kontaminationsnachweis erstellt war, konnte man aus dem Bauschutt eine Straße für die schweren Fahrzeuge herstellen. Der Schotter musste auf ein Bauvlies gebettet werden, damit sich die Schotterschicht nicht mit dem normalen Mutterboden vermengt. 130 Tonnen Asbest sind entsorgt worden, für die natürlich auch die entsprechenden Entsorgungsnachweise erbracht werden mussten. Ein Vorteil solcher Projekte ist aber, dass Kommunalpolitiker dengeplanten Solarparks oftmals wesentlich positiver gegenüberstehen als Anlagen auf Ackerflächen. „Vor Ort herrschte große Hilfsbereitschaft und politische Unterstützung durch den Bürgermeister, den Gemeinderat, den Landrat und einen Bundestagsabgeordneten“, sagt Weber. Kein Wunder, das Gelände wäre ohne die Solaranlage höchstwahrscheinlich vollends verkommen. Nun aber ist die Fläche geräumt und renaturiert. Im Zuge der Ausgleichsregelung sind zudem 46 Hektar Wald aufgeforstet sowie Nist- und Brutkästen aufgestellt worden.

Die Mehrkosten hätten bei diesem 50-Millionen-Euro-Projekt im Vergleich zu einer „normalen“ Anlage auf Ackerland im siebenstelligen Bereich gelegen, so Weber. Getragen werden sie von Wirsol allein. Die Kommune hingegen kann sich auf die Einnahmen aus der Gewerbesteuer freuen. „Die Gemeinden stehen Photovoltaikanlagen auf Konversionsflächen deutlich wohlwollender gegenüber als solchen auf Ackerflächen“, bestätigt auch Franz Hutterer von Sunplan. Die Eignung einer Fläche zur Konversionsfläche müsse allerdings belegt werden. Das Problem sei dabei: „Als Projektentwickler bekommen Sie von den Energieversorgungsunternehmen vorab keine Zusage, ob die Fläche als Konversionsfläche anerkannt und nach EEG vergütet wird. Erst nach Inbetriebnahme der Anlage wird das von dem Energieversorger überprüft. Theoretisch kann er die Vergütung nach EEG verweigern und in einen langwierigen Rechtsstreit gehen, was für den Investor letztlich die Insolvenz bedeuten kann“, sagt Franz Hutterer.

Neben den ehemals militärisch genutzten Gebieten fallen auch Mülldeponien und Lehmabbaugebiete in die Kategorie der Konversionsflächen. Genau auf solche Flächen ist auch GeschäftsführerHutterer bei seiner Suche gestoßen. Mittlerweile hat Sunplan mehrere ehemalige Lehmabbaugebiete und Mülldeponien gepachtet. Besonders stolz ist Hutterer auf das Vorzeigeprojekt im bayerischen Ebersberg. Auf der Altdeponie vor Ort ging Ende 2010 eine 600-Kilowatt-Anlage ans Netz.

„Mülldeponien sind meistens mit Folie abgedeckt, damit kein Gas nach außen oder Wasser nach innen dringt. Um den Deponiekörper nicht zu beschädigen, dürfen Gestelle meist maximal 70 Zentimeter in die Erde gerammt werden, also wesentlich weniger tief als bei normalen Freiflächenanlagen. Damit wird es aber schwerer, den Windlasten adäquat zu begegnen“, beschreibt Hutterer die Herausforderungen. In Ebersberg wurde die Unterkonstruktion deswegen eigens für den ungleichmäßigen Deponiehügel entworfen und gebaut. Zur Verankerung mussten spezielle Drehfundamente verwendet werden.

Firmen gehen in Vorleistung

Der Faktor Zeit ist ein Problem für Projektierer von Anlagen auf Konversionsflächen. Dennoch schränkt Hutterer ein: „Man kann nicht automatisch davon ausgehen, dass jedes Verfahren auf Konversionsflächen länger dauert, aber es kommt vor, wenn es spezieller Untersuchungen bedarf. Bei einer Anlage auf einer Mülldeponie in Hamburg war zum Beispiel ein Grundwassermonitoring nötig – das Ganze hat zwölf Monate gedauert.“ Die zusätzlichen Bodengutachten, Prüfung des Wasserhaushalts, Gutachten, dass der Deponiekörper nicht beschädigt wird, kosten natürlich nicht nur Zeit, sondern auch Geld.

Als etwas weniger kompliziert stuft Hutterer seine Bauvorhaben auf ehemaligen Lehmabbaugebieten ein. Im Sommer soll in Taufkirchen im Landkreis Mühldorf am Inn eine Ein-Megawatt-Anlage auf einem solchen Areal ans Netz gehen. „Dort hat der ursprüngliche Nutzer die Kuhle bereits mit mineralischem Bauschutt verfüllt, wir haben nur noch die Humusschicht daraufgelegt. In dem Schutt lassen sich die Gestelle ganz normal verankern“, sagt Hutterer.

„Bei einem Ein-Megawatt-Projekt können sich die Mehrkosten zwischen 50.000 und 100.000 Euro summieren, bei den Lehmabbaugebieten liegen sie leicht darunter“, sagt Hutterer. Kosten, für die das Unternehmen in Vorleistung gehenmuss. Und manchmal lohnt sich das nicht einmal, denn nicht auf jeder vermeintlich geeigneten Konversionsfläche lässt sich später auch tatsächlich eine Anlage realisieren. Dies gilt aber nicht nur für Anlagen auf ökologisch belasteten Flächen. Es kann auch Projekte betreffen, die auf anderen Freiflächen entstehen sollen.

Die Bundesregierung nahm als eine Art Kompensation für die Streichung der Ackerflächen einen 110-Meter-Streifen entlang von Verkehrswegen neu in die Förderung auf. „Die Flächen an den Bahnstrecken und Autobahnen – das war eine sehr, sehr gute Idee, aber ein Korridor von 110 Metern lässt kein Volumen zu“, sagt Belectric-Geschäftsführer Martin Zembsch. Meist gebe es eine 50-Meter-Bauverbotszone, womit nur noch ein 60-Meter-Streifen übrig bleibe, um Solarparks zu bauen. Diese Flächen seien nur für sehr kleine Kraftwerke geeignet. „Daher braucht es einen viel größeren Korridor, wenn die Regierung es mit dieser Möglichkeit ernst meint“, sagt Zembsch. Hutterer kann diesen Flächen ebenfalls wenig abgewinnen. „Wir haben einen drei Kilometer langen Lärmschutzwall an einer Autobahn geprüft. Da die Aufschüttung aber sehr locker ist, konnten wir nicht einschätzen, ob wir eine sichere Verankerung über 25 Jahre garantieren können. Betonieren wäre aber viel zu teuer geworden“, sagt Hutterer. Das ganze Projekt wurde daraufhin gekippt.

Bei Nacht und Nebel

Mit den Lärmschutzwänden der Deutschen Bahn hat Phoenix Solar bereits 2003 erste Erfahrungen gemacht. Im wahrsten Sinne des Wortes bei Nacht und Nebel ist eine 400 Meter lange Photovoltaikanlage mit 20 Kilowatt Leistung entlang der Bahnstrecke in Vaterstetten bei München errichtet worden. „Was uns während der Planung als tolle Idee erschien, Photovoltaik entlang einer Bahnstrecke mit einer Lärmschutzwand zu verbinden, stellte sich in der Praxis als schwierig heraus“, sagt Andrea Wegner von der Phoenix-Solar-Gruppe. Da der Zugang zu einer Bahnlinie aus Sicherheitsgründen limitiert ist, durften sich die Installateure nur zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens ans Werk machen. Die Montage der Anlage erfolgte also wirklich bei Nacht und Nebel. Gleiches gilt, wenn doch einmal eine Wartung erfolgen muss. Hinzu kommt, dass die Anlage an die Grundstücke mehrerer Anwohner grenzt. „So kann man kaum Einfluss nehmen, falls die Photovoltaikanlage durch deren Bäume verschattet wird und somit die Erträge beeinträchtigt werden“, sagt Wegner. Auch könne die Erschütterung längs von Bahnstrecken stärker sein als an Autobahnen.

Phoenix Solar hat nach diesem Pilotprojekt keine Anlagen an Lärmschutzwänden der Bahn mehr verwirklicht. Auch bei der Bahn selbst sind auf Nachfrage kaum Projekte bekannt, die innerhalb des 110-Meter-Streifens entlang der Schienenwege liegen.

Dabei ist auch der unterschiedliche Vergütungssatz für die Projekte auf Konversionsflächen noch ausschlaggebend, ob Anlagen realisiert werden oder nicht. „Für die Anlage in Mixdorf erhalten wir den erhöhten Vergütungssatz von 22,07 Cent im Gegensatz zu 21,11 Cent für Nicht-Konversionsflächen. Das klingt wenig, rechnet sich aber aufgrund der verhältnismäßig großen Fläche“, so Weber.

Franz Hutterers Projekte rechnen sich ebenfalls unterm Strich. „Da ist uns die italienische Regierung entgegengekommen“, sagt Hutterer sarkastisch. Die angekündigte Änderung der Solarförderung in Italien sorgte für reichlich Aufregung und brachte den rasanten Zubau bei Photovoltaikanlagen dort weitestgehend zum Erliegen. Bereits für den italienischen Markt produzierte Module seien im Frühjahr daher günstig zu haben gewesen. Ein Fakt, von dem der bayerische Solarplaner profitiert hat.

Dennoch bringt das Aufspüren geeigneter Flächen, die Beseitigung von Altlasten und Pachtausgaben viele Projekte auf Konversionsflächen an die Grenze der Wirtschaftlichkeit. Die FDP scheint dies mittlerweile auch zu erkennen. Auf ihrem Parteitag in Rostock fordern die Liberalen, eine koordinierende Stelle in Form eines „Konversionsbeauftragten“ zu schaffen. Die Konversionsflächen sollten demnach systematisch erfasst und auf ihre Eignung geprüft werden. Sicher ein Ansatz, den viele Projektierer begrüßen würden. Der FDP-Vorschlag findet jedoch in der EEG-Novelle keinen Platz.Die Bundesregierung zeigt für die Sorgen der Projektierer wenig Verständnis. Ihr ist es wichtiger, dass der Zubau in Deutschland auf jährlich 2.500 bis 3.500 Megawatt Photovoltaikleistung zurückgeführt wird. In ihrer Gegenäußerung zu den Bundesratsempfehlungen lehnt sie es so auch ab, die Solarförderung wieder auf Grünlandflächen zuzulassen. „Vor diesem Hintergrund ist eine deutliche Ausweitung der Flächenkulisse für Freiflächen nicht sinnvoll“, heißt es dort. Oder einfacher ausgedrückt: Andere Flächen als Konversionsflächen wird es nicht geben.

Erklärung Konversionsflächen

Das EEG unterscheidet zwischen zwei förderfähigen Typen von Freiflächen. Zum einen die klassischen Konversionsflächen. Konversion stammt von dem lateinischen Begriff „conversio“ und bedeutet Umwendung, Umkehr. Im Rechtlichen wird das Wort verwendet, wenn eine Fläche nicht mehr zu ihrem ursprünglichen Zweck genutzt, sondern einer neuen Bestimmung zugeführt wird. Darunter fallen frühere Militärgelände oder ehemals wirtschaftlich genutzte Flächen wie Kohleabbaugebiete. Der Solarstrom aus diesen Anlagen wird mit 22,07 Cent pro Kilowattstunde vergütet. Ausschlaggebend ist dabei vor allem das Ausmaß der ökologischen Belastung durch die ursprüngliche Nutzung. Der ökologische Wert von mindestens der Hälfte der Fläche muss dabei durch die Vornutzung schlechter geworden sein. Oftmals muss ein Sachverständigengutachten eingeholt werden, um dies nachzuweisen.

Zum zweiten Typ gehören andere Freiflächen, zum Beispiel bauplanerisch ausgewiesene Gewerbe- oder Industriegebiete sowie Areale, die ursprünglich für die Verkehrsplanung oder den Wohnungsbau gedacht waren. Dort wird Solarstrom zu einem leicht reduzierten Satz von 21,11 Cent pro Kilowattstunde vergütet. Gleiches gilt für Solarstrom aus Anlagen, die bis zu 110 Meter längs an Verkehrswegen wie Autobahnen oder Bahnschienen errichtet werden. Diese werden seit 2010 gefördert.

Interview mit Bernd Bodmer, Geschäftsführer des Projektierers Relatio

Die Streichung der Ackerflächen aus dem EEG war für Ihr Unternehmen ein harter Schlag. Nun installieren Sie aber eine Anlage auf einer klassischen Konversionsfläche. Ist das keine Alternative?

Zum einen sind Flächen wie der ehemalige Militärflugplatz Eggebek hart umkämpft, weil es auch andere Nutzungsmöglichkeiten gibt. Wir sind frühzeitig in Vorleistung gegangen, um das Projekt zu entwickeln – trotzdem können wir nun nach aktuellem Anschein nicht bauen, weil vielleicht doch ein anderes Projekt den Zuschlag bekommt. Seit zwei Jahren hängt das Projekt in der Schwebe. Zum anderen sind solche Projekte nicht einfach umzusetzen – wegen Gefahren wie alten Bomben, die bei den Bauarbeiten plötzlich hochgehen könnten. Dazu kommt, dass es bisher keine verbindliche Angabe gibt, was Konversion wirklich bedeutet und welche Flächen nun definitiv Konversionsflächen sind. Es kann derzeit auch niemand verbindlich sagen, ob solche Flächen komplett oder nur teilweise unter das EEG fallen. Hier wurde – wie wir das in der Energiepolitik langsam gewohnt sind – eine Gesetzesänderung übers Knie gebrochen, ohne dass man darüber nachgedacht hat, was für einen Schlamassel das nach sich zieht.

Was fordern Sie?

Ganz klar: Wir fordern Ackerflächen ins EEG zurück. Selbstverständlich sind auch wir der Ansicht, dass es grundsätzlich sinnvoller ist, zuerst Brachflächen zu nutzen. In der Praxis ist das aber alles nicht so einfach.

Wo liegen die Probleme?

Wir brauchen nicht nur eine Vision, was man vielleicht irgendwann tun könnte, sondern Lösungen, die wir zeitnah umsetzen können. Schließlich brauchen wir den Strom jetzt und nicht erst in 30 Jahren. Wir haben die Technologie und das Know-how, Solarparks schnell zu bauen – und zwar so, dass sie am Ende der Laufzeit komplett rückbaubar sind. Die energetische Produktivität eines Solarparks pro Hektar ist höher als beim Maisanbau mit anschließender Biomasseverstromung. Im Gegensatz dazu entstehen bei einem Solarpark keine Monokulturen, und die Böden werden nicht ausgelaugt. Im Gegenteil: Wenn man es richtig anstellt, sind Solarparks sogar eine biologische Bereicherung – etwas sehr Positives für die Artenvielfalt.

Das Gespräch führte Daniela Becker.

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