Dachanlage von Winaico in Deutschland

Die Verbraucherschützer sehen kaum einen entlastenden Effekt, wenn der Eigenbrauch künftig mit der EEG-Umlage belastet würde.
Foto: Winaico Deutschland

Verbraucherschützer lehnen Belastung des Eigenverbrauchs ab

10. Februar 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews

Die Einführung einer Mindestumlage auf direkt verbrauchten Solarstrom gefährdet aus Sicht des vzbv die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik-Anlagen auf ungerechtfertigte Weise. Auch bei KWK-Anlagen fordern die Verbraucherschützer auf die Einführung einer Mindestumlage zu verzichten.

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Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat sich gegen die geplante Einführung einer Mindestumlage auf selbst verbrauchten Strom aus Photovoltaik- und KWK-Anlagen ausgesprochen, wie sie Energieminister Sigmar Gabriel (SPD) in seinem Eckpunktepapier für eine EEG-Reform vorgeschlagen hat. Diese belaste den Eigenverbrauch auf ungerechtfertigte Weise und gefährde dessen Wirtschaftlichkeit. „Verbraucher, die ihren eigenen Strom erzeugen, tragen entscheidend zur Energiewende bei. Das darf nicht leichtfertig abgewürgt werden“, begründet Holger Krawinkel, Leiter des Geschäfts Verbraucherpolitik beim vzbv. Zudem sei die Entlastung für die übrigen Verbraucher nur gering. Gabriel will den gesamten Eigenverbrauch mit einer Mindestumlage belasten. Bei neuen Photovoltaik-Anlagen ab einer Leistung von zehn Kilowatt sollen künftig 70 Prozent der jeweils geltenden EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch abgeführt werden. Selbst Bestandanlagen sollen nach dem Willen von Gabriel nicht verschont bleiben.

Die Verbraucherschützer halten das Vorgehen, die Kosten der Energiewende wieder auf mehr Schultern zu verteilen, prinzipiell für richtig. Eine Belastung des erneuerbaren Eigenverbrauchs sei aber der falsche Ansatz. Zudem stünden Geschäftsmodelle für EEG-Anlagen, die auf Eigenverbrauch setzten, erst noch am Anfang ihrer Entwicklung. Nach Berechnungen des vzbv bringt die geplante Umlage auf solaren Eigenverbrauch bis zum Jahr 2018 lediglich eine Entlastung von 75 Cent pro Haushalt und Jahr. Selbst bei Wegfall der Bagatellgrenze, wie von Teilen der Energiewirtschaft gefordert, wäre die Entlastung mit 1,20 Euro pro Haushalt und Jahr nur geringfügig höher. Die Umlagebefreiung müsse daher beibehalten werden, fordern die Verbraucherschützer. (Sandra Enkhardt)

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Manfred Millmann aus Erbach/Odw.

Dienstag, 11.02.2014 08:59

Gabriel führt namens der Fossilen das letzte Gefecht gegen die Jünger von Hermann Scheer. Roland Koch will Steine auf PV-Anlagen, Gabriel will die Liquidierung über nachträgliches Ab kassieren bei [...]

G. L. aus Amberg

Dienstag, 11.02.2014 08:25

Als ich die Ankündigung bezügl. der EEG Umlage für Eigenverbrauchsanlagen gelesen habe, habe ich erst mal sofort meine bestellte Energiespeicheranlage storniert. Darf ja sowieso nur 70% meiner (bezahlten) [...]

JC W aus Alling

Dienstag, 11.02.2014 07:10

Die Belastung des Eigenverbrauchs ist ordnungspolitisch kaum zu rechtfertigen. Dann könnte auch der Wohnwert eines Eigenheims oder das berühmte selbst angebaute Gemüse mit Abgaben oder Steuern belastet [...]

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Kommentare 1 - 3 von 3

Manfred Millmann aus Erbach/Odw.

Dienstag, 11.02.2014 08:59

Gabriel führt namens der Fossilen das letzte Gefecht gegen die Jünger von Hermann Scheer. Roland Koch will Steine auf PV-Anlagen, Gabriel will die
Liquidierung über nachträgliches Ab kassieren bei den Initiatoren und Urvaetern der Erneuerbaren!
Von wem er dafür jetzt oder irgendwann später honoriert wird ?
RAG Mueller und Gazprom Schröder lassen gruessen.

G. L. aus Amberg

Dienstag, 11.02.2014 08:25

Als ich die Ankündigung bezügl. der EEG Umlage für Eigenverbrauchsanlagen gelesen habe, habe ich erst mal sofort meine bestellte Energiespeicheranlage storniert.
Darf ja sowieso nur 70% meiner (bezahlten) Modul-Leistung einspeisen und dann auch noch Eigenverbrauch versteuern !!!
Ich werde dann evtl.einen Teil meiner Anlage abbauen um unter die geplante 10kW-Grenze zu kommen, oder
komplett auf Eigenverbrauch verzichten und dann alles ins Netz pressen.

Oh Herr, ...
lass es Hirn regnen!!!

JC W aus Alling

Dienstag, 11.02.2014 07:10

Die Belastung des Eigenverbrauchs ist ordnungspolitisch kaum zu rechtfertigen. Dann könnte auch der Wohnwert eines Eigenheims oder das berühmte selbst angebaute Gemüse mit Abgaben oder Steuern belastet werden. Es müssten allerdings gespaltene Stromtarife für Verbraucher eingeführt werden: Wer seine Erzeugungsanlage (zB KWK) in den Dienst des Netzes stellt, d.h. auch laufen lässt, wenn er aktuell die Wärme nicht benötigen würde, das Netz aber den Strom braucht, sollte günstigere monatliche Anschlusskosten bekommen. Wer aber unzuverlässige Photovoltaik oder Wind verbraucht, und nur sporadisch Strom aus dem Netz zieht, muss mit seinen erhöhten Anschlusskosten die schlecht ausgelasteten Reservekapazitäten bezahlen. Diese Lösung wäre jedenfalls verursachergerecht und würde Kostenwahrheit schaffen.

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