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Der langsamere Ausbau der erneuerbaren Energien wird laut Studie zu höheren Strompreisen auf dem Energy-only-Markt führen.
Foto: Christian Hüller

Studie: EEG-Novelle verteuert Marktpreise für Strom

21. Juli 2014 | Märkte und Trends, Topnews

Steigende Strompreise auf dem Spotmarkt prognostiziert Energy Brainpool. Das Analyse- und Beratungshaus hat die Auswirkungen der EEG-Novelle 2014 auf die Entwicklung der Strompreise am Energy-only-Markt untersucht.

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Analysten von Energy Brainpool haben die voraussichtlichen Wirkungen der aktuellen EEG-Novelle auf den deutschen Energiemarkt untersucht. Ergebnis: Preisextreme auf dem Spotmarkt werden seltener, jedoch der Strompreis steigt. Das zeigt das White Paper „Strompreisentwicklung nach EEG 2014“, worin die Analysten die Auswirkungen der Neuerungen des EEG 2014 im Vergleich zum EEG 2012 auf die Entwicklung der Strompreise am Energy-Only-Markt (Base- und Peakload) untersuchen. Anhand eines Energiemarktmodells haben sie dafür Strompreis-Szenarien bis zum Jahr 2040 modelliert. Basis sind Annahmen für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland, die auf dem Energiekonzept 2010 sowie den Zubauzielen im EEG 2012 und EEG 2014 beruhen.

Die im White Paper untersuchten Szenarien gemäß EEG 2012 und EEG 2014 unterscheiden sich vor allem bei den Zubaumengen der erneuerbaren Energien. Diese hätten beispielsweise für die Photovoltaik gemäß EEG 2012 noch bei 3,5 Gigawatt pro Jahr bis zur Erreichung des 52-Gigawatt-Ziels im Jahr 2018 gelegen, danach bei 1,5 Gigawatt pro Jahr. Gemäß EEG 2014 liege der Zubau von Photovoltaik dagegen bei 1,5 Gigawatt pro Jahr bis zur Erreichung des 52-Gigawatt-Ziels im Jahr 2024, danach bei einem Gigawatt pro Jahr. „Die Ergebnisse zeigen, dass der geringere und langsamere Zubau der Erneuerbaren, maßgeblich der Photovoltaik, im EEG-2014-Szenario dazu führt, dass sich die Strompreise um durchschnittlich drei Prozent gegenüber dem Vergleichsszenario des EEG 2012 erhöhen“, heißt es bei Energy Brainpool.

Gleichzeitig erwarten die Analysten weniger positive Preisextreme (mehr als 100 Euro pro Megawattstunde) und weniger negative Preisextreme (unter null Euro pro Megawattstunde), aus ihrer Sicht sorgt die EEG-Novelle also voraussichtlich für weniger starke Preisschwankungen. Aber: „Durch den Rückgang an Preisextremen werden die wirtschaftlichen Flexibilitätsanreize, beispielsweise für regelbare Kraftwerke und Lastmanagement, reduziert“, sagt Tobias Kurth, bei Energy Brainpool Experte für die Vermarktung erneuerbarer Energien. „Denn Anreize zur Flexibilität entstehen am Strommarkt maßgeblich durch Preisspreads.“

Energy Brainpool stellt das White Paper zur Analyse der Auswirkungen der EEG-Reform 2014 auf die Strompreisentwicklung im Vergleich zum EEG 2012 online zur Verfügung. (Petra Hannen)

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