Polysilizium

Die Preise für Polysilizium werden bis zum Jahresende wohl weiter fallen.
Foto: Wikimedia/Nachosan

Polysilizium-Markt steuert erneut auf Überangebot zu

08. Januar 2014 | Märkte und Trends, Hintergrund, Topnews

Nach einem Durchatmen im vergangenen Jahr ist nach einem neuen Bericht von Bernreuter Research bereits in diesem oder dem kommenden Jahr wieder mit einem Überangebot an Polysilizium zu rechnen. Der Preis auf dem Spotmarkt wird nicht zuletzt durch neue kostengünstige Produktionskapazitäten bereits in diesem Jahr weiter sinken.

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Die Polysilizium-Industrie steht nach einem Jahr der Erholung wieder an der Schwelle eines Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage. Aufgrund der starken Photovoltaik-Nachfrage, gerade im zweiten Halbjahr, hätten viele Hersteller ihre Lagerbestände, die noch aus dem Überangebot in den Jahren 2011 und 2012 resultierten, reduzieren können, so das Ergebnis des nun veröffentlichten Marktreports von Bernreuter Research mit dem Titel: „The 2014 Who's Who of Solar Silicon Production“. "Obwohl die Stilllegung einer Kapazität von insgesamt rund 135.000 Tonnen seit 2011 das Problem des Überangebots kurzfristig gelöst hat, werden Neueinsteiger und wieder in Betrieb genommene chinesische Fabriken das Angebots-Nachfrage-Gleichgewicht spätestens 2015 wieder aus dem Lot bringen", sagt Studienautor Johannes Bernreuter. Nach seinen Prognosen wird bereits in diesem Jahr der Preis für Polysilizium am Spotmarkt von 18 auf 16 US-Dollar pro Kilogramm fallen.

Zu Jahresbeginn sei aber zunächst wegen des weiteren starken Wachstums der Photovoltaik-Industrie, die für rund 90 Prozent der Polysilizum-Nachfrage verantwortlich zeichne, mit einem Anstieg der Spotmarktpreise zu rechnen. In der Studie werden dabei drei verschiedene Szenarien untersucht – ein weltweiter Photovoltaik-Zubau von 43, 46 oder 49 Gigawatt in diesem Jahr. Nach den Prognosen von Bernreuter wird der Polysilizum-Preis aber bis Ende des Jahres in jedem Szenario auf 16 US-Dollar pro Kilogramm sinken. Dies sei in den neuen Produktionskapazitäten begründet. Diese seien kostengünstiger und könnten damit teurere Anbieter aus dem Markt drängen. Die Kapazitäten zur Herstellung von bis zu 66.000 Tonnen Silizium könnten in diesem Jahr neu entstehen, heißt es weiter. Rund ein Drittel dieser Kapazitäten basierten auf Wirbelschichtreaktor-Technologie, die eine hohe Silizium-Reinheit erlaube, aber gleichzeitig Produktionskosten erziele, die im Vergleich zum etablierten Siemens-Prozess wesentlich niedriger lägen. Daher sei ein anhaltender Preisaufschwung nicht in Sicht, so das Fazit von Studienautor Bernreuter. Er hält Spotmarktpreise zwischen 25 und 30 US-Dollar pro Kilogramm zumindest in den kommenden drei Jahren für unrealistisch. (Sandra Enkhardt)

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