Kanzleramt in Berlin

Am Dienstag wird das Bundeskabinett über den EEG-Gesetzentwurf abstimmen.
Foto: Solarpraxis AG/Mirco Sieg

Neuer EEG-Entwurf: 50 Prozent EEG-Umlage auf Photovoltaik-Eigenverbrauch

07. April 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews

Während es bei der Industrie weiter bei hohen Befreiungen bleibt, müssen Betreiber von Erneuerbaren-Energien-Anlagen immerhin noch mit einer Belastung von 50 Prozent der EEG-Umlage bei Eigenverbrauch rechnen. Bei der Industrie sollen es nach dem neuen EEG-Gesetzentwurf, der am Dienstag von Kabinett verabschiedet werden soll, nur 20 Prozent sein. Auch wenn der selbstverbrauchte Strom aus fossilen Kraftwerken stammt.

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Im neuen EEG-Gesetzentwurf ist die Belastung des Eigenverbrauchs nochmals angepasst worden. Für Betreiber von EEG- und KWK-Anlagen ist nun eine Belastung des Eigenverbrauchs in Höhe von 50 Prozent der EEG-Umlage enthalten. Dies wären momentan 3,12 Cent je Kilowattstunde. Die ursprünglichen Pläne von Bundesenergieminister Sigmar Gabriel (SPD) sahen vor, den Eigenverbrauch bei diesen Anlagen sogar mit 70 Prozent der EEG-Umlage – also 4,4 Cent je Kilowattstunde – zu belasten.

Für den Eigenverbrauch von energieintensiven Unternehmen und Unternehmen die zu dieser Klassifikation gehören ist im neuen Entwurf ein Aufschlag von 20 Prozent der EEG-Umlage bei Eigenverbrauch geplant. Dabei spielt es keine Rolle, aus welchen Quellen der dafür erzeugte Strom stammt. Die Bagatellgrenze wird auch im neuen EEG-Gesetzentwurf weiterhin bei Anlagen mit maximal zehn Kilowatt festgelegt, deren Betreiber höchstens zehn Megawattstunden im Jahr selbst verbrauchen dürfen. Diese Regelung soll dann für die Dauer der Förderung, also 20 Jahre gelten.

Ansonsten ist im EEG-Entwurf weiterhin auch der vorgeschriebene Ausbaukorridor von 2500 Megawatt für Photovoltaik-Anlagen festegeschrieben. Im Gegensatz zu früheren Entwürfen soll nun ein Zielkorridor zwischen 2400 und 2600 Megawatt jährlichem Zubau über die Höhe der monatlichen Degression angelegt werden. Als neue Basisdegression soll 0,5 Prozent gelten. Bei einem Überschreiten des Korridors um bis zu 900 Megawatt werde sie auf 1,0 Prozent erhöht. Danach sind die folgenden Degressionsschritte um 0,4 Prozent im Entwurf vorgesehen. Bei einem Unterschreiten des Korridors um bis zu 900 Megawatt soll die Einspeisevergütung auf 0,25 Prozent gesenkt werden. Die Degressionshöhe soll jeweils zu Quartalsbeginn für die kommenden drei Monate festgelegt werden. Auch der Gesamtdeckel von 52 gigawatt für die Solarförderung ist weiterhin im EEG enthalten.Für Photovoltaik-Freiflächenanlagen wird weiterhin ein Pilotverfahren für Ausschreibungen angekündigt.

Am Dienstagvormittag wird das Bundeskabinett über den EEG-Gesetzentwurf beraten und ihn voraussichtlich auch verabschieden. Danach geht er in den Bundestag und Bundesrat. Gabriel will die EEG-Reform zum 1. August inkraftsetzen. (Sandra Enkhardt)

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Michael Halbritter aus Markelsheim

Mittwoch, 09.04.2014 13:14

Aus dem Kommentar von Herrn Brandl läßt sich wohl ableiten wie er die Anlagen anbietet. Ob das noch etwas mit Qualität zu tun hat ist fraglich?

Marius Kastel aus Bremen

Mittwoch, 09.04.2014 09:44

Ich kann solche Kommentare wie von Herrn Brandl absolut nicht verstehen uns nachvollziehen! Das kann nur jemand geschrieben haben der keine PV-Anlage hat, evtl neidisch auf Leute ist die selbst Eine haben [...]

Cornelius Wilhelms aus Hesel

Dienstag, 08.04.2014 16:09

Ich kann dem Kommentar von Fr.Ternus nur zustimmen Sie hat in allen Punkten vollkommen recht. Wir bauen seit ca.13 Jahren Pv-Anlagen und sehen die ganze Entwicklung mit sorge. Ich verstehe auch nicht [...]

Tina Ternus aus Rüsselsheim

Dienstag, 08.04.2014 13:27

Herr Brandl, ich weiß nicht, wie Sie darauf kommen, dass das kein Problem darstellt. Ich erstelle gerade ganz konkret eine unabhängige Machbarkeitsanalyse für eine Kommune für reale Projekte unter [...]

Daniel Brandl aus Bönnigheim | http://www.orange-solar.de

Montag, 07.04.2014 21:02

Na endlich haben Sie eine gute und erträgliche Lösung gefunden. Mit 50% können wir leben, ich hatte mal 30% in den Raum geworfen mit jährlich 10% Steigerung. Damit können wir leben!

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Kommentare 1 - 5 von 5

Michael Halbritter aus Markelsheim

Mittwoch, 09.04.2014 13:14

Aus dem Kommentar von Herrn Brandl läßt sich wohl ableiten wie er die Anlagen anbietet. Ob das noch etwas mit Qualität zu tun hat ist fraglich?

Marius Kastel aus Bremen

Mittwoch, 09.04.2014 09:44

Ich kann solche Kommentare wie von Herrn Brandl absolut nicht verstehen uns nachvollziehen!
Das kann nur jemand geschrieben haben der keine PV-Anlage hat, evtl neidisch auf Leute ist die selbst Eine haben und sich schön ins Fäutschen lacht das Diese nun dafür bezahlen müssen.
Und gerecht ist dieser Gesetzentwurf schon mal gar nicht, wenn überhaupt rechtens!?
Es werden wieder nur die "Kleinen" zur Kasse gebeten während die Großen großzügig davon kommen. Aber BEIDE werden bestraft, dass sie sich für eine umweltfreundliche Stromerzeugung bzw. Bezug entschieden haben.
Wenn Herr Brandl mal nachforschen würde wie sich die EEG Umlage zusammen setzt und das nicht die PV-Betreiber die Preistreiber sonder allem Voran die Kohleindusrtie ist, würde er vllt anders denken.

Es sind schon Viele Installateure unserer Regierung zum Opfer gefallen, einige davon zu recht andere wiederum nicht.
Wenn die Regierung so weiter macht wird es bald KEINE reinen Installateure geben, sonder nur Anbieter die dieses Geschäft als Sparte betreiben,
neben etlichen anderen Dingen. Ob das richtig ist bezweifle ich stark.
Durch dieses EEG werden sich nur Anlagen rechnen die man für unter 1000€ bekommt! Und solche Anlagen WILL KEINER HABEN.
Glauben sie mir.

Cornelius Wilhelms aus Hesel

Dienstag, 08.04.2014 16:09

Ich kann dem Kommentar von Fr.Ternus nur zustimmen
Sie hat in allen Punkten vollkommen recht.
Wir bauen seit ca.13 Jahren Pv-Anlagen und sehen die ganze Entwicklung mit sorge.
Ich verstehe auch nicht wie man diese Lösung mit 50 Prozent gut heißen kann.
Es sei denn die Fa.gehört zu denen die eine Anlage komplett installiert für unter1000€ anbietet.
Von denen gibt es Gottseidank fast keine mehr,weil die alle vom Markt verschwunden sind und nur
verbrannte Erde hinterlassen haben zu Schaden der Kunden.
Wir bieten dem Kunden eine seriöse Berechnung und kommen zum gleichen Ergebnis wie Fr.Ternus.
Eine EEG-Umlage auf eigenen verbrauchten Strom rechnet sich bei einer seriösen Anlagenplanung
nicht mehr.

Tina Ternus aus Rüsselsheim

Dienstag, 08.04.2014 13:27

Herr Brandl, ich weiß nicht, wie Sie darauf kommen, dass das kein Problem darstellt. Ich erstelle gerade ganz konkret eine unabhängige Machbarkeitsanalyse für eine Kommune für reale Projekte unter realen Bedingungen und das Ergebnis ist sehr eindeutig: NICHT WIRTSCHAFTLICH !

Reale Bedingungen heißt: Ich rechne auch Degradation mit ein, Versicherung, Wartungs- und Reparaturkosten. Ich rechne mit fertig installierten Anlagekosten, bei der die Kommune einen Servicepartner hat, der wenigstens eine kleine Chance auf weiteres Überleben hat und nicht drei Monate später bereits in die Insolvenz gehen muss, wie tausende anderer seiner Kollegen zuvor. Denn von einem insolventen Installateur hätte die Kommune, die für ihre Anlage einen Ansprechpartner über viele Jahre benötigt, am allerwenigsten was.
Ich verlasse mich bei den Ertragsprognosen nicht blind auf irgendwelche Simulationsprogramme mit irgendwelchen Wetterdaten, sondern orientiere mich bei der Ertragssimulation vor allem an den Realerträgen von benachbarten, optimalen Anlagen mit, die bereits über Jahre stabil laufen. Außerdem berücksichtige ich bei der Ertragsprognose vorher ermittelte prozentuale Mindererträge durch Teilverschattung, bzw. die Beeinflussung durch umgebende Objekte. Welches Gebäude steht schon völlig frei und hat keinerlei Aufbauten auf dem Dach? in der Realität die Wenigsten. Im Rahmen von Fehleranalysen bestehender Anlagen zeigt sich, dass ein Ignorieren und Verniedlichen von Teilverschattung im Vorfeld der Anlagenkonzeption einer der häufigsten Faktoren von späteren Mindererträgen ist, daher müssen bei einer seriösen Berechnung auch diese Faktoren Bestandteil sein.
Und vor allem rechne ich nichts über irgendwelche Leverage Effekte und Fremdkapitalanteile schön. Ich rechne ganz bewusst die interne Verzinsung des Objekts selbst aus und keine Eigenkapitalrendite EKR. Ich bewerte die Rentabilität des Projekts selbst, völlig unabhängig von der Finanzierung. Denn bei der Angabe einer Eigenkapitalrendite hingegen bekommt man über winzige Eigenkapitalanteile theoretisch jedes Projekt schöngerechnet. Je kleiner der Nenner (EK), umso größer das Ergebnis (EKR) - so einfach geht das.
Kurz und gut. Das Ergebnis für die Kommune bei dieser ausführlichen, maximal ehrlichen und eher konservativen Analyse zur Rentabilität sieht leider gar nicht gut aus. Mit einer Eigenverbrauchsabgabe von 50% EEG-Umlage können unter diese Projekte getrost ein Haken darunter gesetzt werden. GESTORBEN!

Schönrechnen auf Teufel komm raus hilft in der Branche keinem. Die Folge sind verärgerte Kunden oder auch ein Wiedersehen vor Gericht. Was gerade für den ausführenden Installateur in der Regel gar nicht gut ausgeht ....!

Daniel Brandl aus Bönnigheim | http://www.orange-solar.de

Montag, 07.04.2014 21:02

Na endlich haben Sie eine gute und erträgliche Lösung gefunden. Mit 50% können wir leben, ich hatte mal 30% in den Raum geworfen mit jährlich 10% Steigerung. Damit können wir leben!

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