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Die EU-Kommission schließt weitere chinesische Photovoltaik-Hersteller aus dem Undertaking aus.
Foto: Wikimedia/Exfuent

Huashun China und Seraphim China wegen zahlloser Verstöße aus Undertaking ausgeschlossen

08. Dezember 2016 | Politik und Gesellschaft, Topnews

Die EU-Kommission hat etwa 180 Rechnungen der beiden chinesischen Photovoltaik-Hersteller in ihrem Beschluss veröffentlicht, für die nun nachträglich Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle fällig werden. Noch im Dezember könnte Brüssel ein erstes Zwischenergebnis seiner Auslaufprüfung für das Undertaking veröffentlichen, die seit gut einem Jahr läuft.

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Die EU-Kommission hat am Donnerstag mit Ningbo Huashun Solar Energy Co. Ltd und Jiangsu Seraphim Solar System Co., Ltd zwei weitere Photovoltaik-Hersteller aus dem Reich der Mitte aus dem Undertaking ausgeschlossen. Bereits Mitte Oktober hat Brüssel eine Liste mit etwa 180 Rechnungen zu Geschäften mit deutschen Importeuren (Huashun Solar GmbH und Seraphim Solar System GmbH) veröffentlicht, bei denen die beiden chinesischen Photovoltaik-Hersteller gegen die geltenden Mindestimportpreise verstoßen haben sollen. Die Unternehmen hätten im Zuge der Anhörung nicht nachweisen können, dass diese Rechnungen mit dem Undertaking konform seien. Daher schloss die EU-Kommission beide chinesischen Photovoltaik-Hersteller aus und forderte die Zollbehörden in den Mitgliedsstaaten auf, die Lieferungen zu überprüfen und nachträglich die Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle für die als ungültig erklärten Rechnungen einzutreiben.

Mit ihrem Ausschluss müssen die beiden chinesischen Photovoltaik-Hersteller für ihre in China gefertigten kristallinen Produkte ab sofort Importzölle von rund 50 Prozent bei der Einfuhr in die EU zahlen. Huashun China und Seraphim China sind damit aber nicht allein. In den vergangenen Monaten hat die EU-Kommission immer wieder chinesische Photovoltaik-Hersteller wegen Verstößen gegen die im Undertaking festgeschriebenen Mindestimportpreise und Einfuhrvolumen ausgeschlossen. Zudem zogen sich mehrere große chinesische Hersteller, darunter Trina Solar, Jinko Solar und Suntech, mittlerweile freiwillig aus dem Underking zurück. Sie wollen nach eigenen Angaben den europäischen Photovoltaik-Markt mit Produkten aus ihren Werken außerhalb Chinas beliefern und fürchten durch das Untertaking Wettbewerbsnachteile.

Vor gut einem Jahr hat die EU-Kommission eine Auslaufprüfung für das Undertaking eröffnet. Noch im Dezember könnte sie nun einen vorläufigen Bericht zu ihren Ermittlungen vorlegen. Bis zum Frühjahr hat Brüssel Zeit zu entscheiden, ob die Mindestimportpreise und Einfuhrvolumen für die chinesischen Photovoltaik-Hersteller weiter- oder auslaufen. Bis dahin bleiben die Regelungen bestehen. Die Vereinbarung gilt seit Dezember 2013 und war als Alternative zu den ermittelten Anti-Dumping- und Anti-Subventionszöllen zwischen China und der EU-Kommission ausgehandelt worden. (Sandra Enkhardt)

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Karl- Heinz Remmers aus Berlin | http://www.neue-energiewelt.de

Donnerstag, 08.12.2016 19:06

Die beiden Unternehmen zählen ja nicht gerade zur "Premier League" in China. Und angesichts der absurden Höhe vom MIP kann das eigentlich nur noch Absicht sein sich das rauswerfen zu lassen. Oder anders [...]

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Kommentare 1 - 1 von 1

Karl- Heinz Remmers aus Berlin | http://www.neue-energiewelt.de

Donnerstag, 08.12.2016 19:06

Die beiden Unternehmen zählen ja nicht gerade zur "Premier League" in China. Und angesichts der absurden Höhe vom MIP kann das eigentlich nur noch Absicht sein sich das rauswerfen zu lassen. Oder anders gesagt: Wer da noch immer drin ist- der ist eh selbst schuld. Der MIP ist tod und der Zoll auf CN Zellen absurd (da er die EU Modul- Hersteller behindert) und der Zoll auf Module u.a. angesichts der globalen Kapazitäten außerhalb China auch vollkommen unsinnig. Aber der MIP mit 56 Cent/Wp ist nur noch ein schlechter Witz angesichts der Preise von EU und den guten deutschen Herstellern die ja alle auch viele Komponenten aus China einsetzen (was auch richtig ist bei einem globalen Produkt). Ob der EU das rafft? Solarworld- Mitarbeiter verbreiten aus Twitter jedenfalls nun schon Tweets der Stahllobby in denen diese gegen den EU- CO2 Zertifikatehandel wettern ... und Konzernsprecher Milan Nitschke kämpft Seite an Seite mit der Metalllobby. Merke: Diese hasst das EEG und gibt viel Geld aus um das EEG kaputt zu machen. Spannend, oder?

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